Es ist nicht leicht zu verstehen, was uns und was die Anderen zu einem bestimmten Denken und Handeln getrieben hat? Politik erleben wir oft genug als handlungsbezogene Erforschung von Fremdheit, zumindest muß erstaunen dürfen, dass Ethnologen bei politischen Ereignissen nur selten und allenfalls in Ausnahmefällen zu Rate gezogen werden.

Gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Differenzen hingegen kommen oft als festgeschrieben und unüberbrückbar einher. Dann betonen wir vor allem die dramatischen Unterschiede zwischen unserer Kultur, unseren Werten und Idealen, und fremden Kulturen, wenn sie etwa auf dem Boden(satz) von Religion demütigende und tödliche Strafmaßnahmen zu legitimieren versuchen. (weiterlesen…)

Jan 2012 | Allgemein, Feuilleton | Kommentieren

Mit Argusaugen beobachtete die deutsche Intelligenz vor 250 Jahren, was in Frankreich zum aufsehenerregendsten und größten Bucherfolg der Aufklärung werden sollte: das Erscheinen der Encyclopédie von Denis Diderot und Jean Le Rond d’Alembert. Die Weimarer Klassiker etwa erblickten in dieser Summe der französischen Aufklärung ein bloß sekundäres, ein wiederaufbereitetes Wissen, das die menschlichen Kenntnisse nicht philosophisch begründet, sondern nur reproduziert, aufzählt. (weiterlesen…)

Jan 2012 | Allgemein, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Wissenschaft & Technik | Kommentieren

Es ist ein Teil der deutschen Tradition, ein Wort wie (und wäre das “nur” Presse-) Freiheit nicht für sich allein stehen zu lassen. Ruft da wer, egal was für eine  „Freiheit!“, schon gesellt ein anderer „Ordnung!“ dazu; wer da klug ist, redet gleich von „Freiheit und Verantwortung“ oder preist die Freiheit, warnt jedoch im gleichen Atemzug vor ihrem Missbrauch wäre es auch nur, einen auf einen Anrufbeantworter draufgerotzten Text zu veröffentlichen). (weiterlesen…)

Jan 2012 | Allgemein, Feuilleton, HD retten. Mit Herz und Hirn, InfoTicker aktuell, Sapere aude, Zeitgeschehen | Kommentieren

Wir haben vor wenigen Minuten das Jahr 2011 verlassen und wollen nun – „vorwärts immer, rückwärts nimmer“ – den phantastischen Gegenwelten utopischen Denkens nachgehen und sie auf ihre Brauchbarkeit für das Hier und Jetzt befragen.

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Jan 2012 | Allgemein, Feuilleton, Sapere aude | Kommentieren

Befolgte man wörtlich in 387 Tagen alle rund 800 Gebote der Bibel – was würde da mit uns geschehen? Der amerikanische Journalist A. J. Jacobs hat den spannenden Selbstversuch dokumentiert. Die pinkfarbene Banderole des Verlages macht deutlich: Dieses dicke schwarze Buch will Satire sein, ist es – und zugleich eine kluge Religionskritik und ein intellektuelles Lesevergnügen. (weiterlesen…)

Dez 2011 | Allgemein, Feuilleton, Sapere aude | Kommentieren

Nonsens vom Feinsten in der Rundschau Kritik

Wie alle bedeutenden Stücke Drama, ist auch “Dinner For One”  an Facetten ungemein reich. Allein die Vielzahl unterschiedlicher Interpretationen zeigt, wie in jedem Betrachter eine Saite zum Schwingen, eine andere zum Schweigen gebracht wird.

Auf diesem 90. Geburtstag der Miss Sophie gibt es nichts Letzthinniges und nichts Ein-für-Allemaliges, und wenn die überwiegende Mehrzahl der Kunstsachverständigen, Essayisten und Liebhaber, die Interesse an einer Kategorisierung des Gesamtstückes oder an einer Analyse einzelner Komponenten haben, für ihre Varianten jeweils Alleinvertretungsansprüche geltend machen, dann ist das erschütternd-bedauerlich. (weiterlesen…)

Dez 2011 | Allgemein, Bildung, Computer, Essay, Feuilleton, HD retten. Mit Herz und Hirn, In vino veritas, InfoTicker aktuell, Internet, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Literatur, Politik, Sapere aude, Wirtschaft, Wissenschaft & Technik, Zeitgeschehen | Kommentieren

Begeistert aufgenommene Premiere im Zimmertheater Heidelberg: „Der dressierte Mann“ Komödie von John von Düffel nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Regie: Ute Richter (weiterlesen…)

Dez 2011 | Allgemein, Feuilleton, Heidelberg, InfoTicker aktuell | 1 Kommentar

jurgen-gottschling.jpg“Nichts Menschliches ist mir fremd”: wir kennen das Credo des Stoikers das längst zum Fluch des Kulturalisten geworden ist. Wie soll ich, wenn mir nichts mehr fremd ist, noch auf Menschliches neugierig sein? Mich davon faszinieren lassen oder es wenigstens respektieren? Meine Identität und Würde behaupten und gegebenenfalls für die des Anderen kämpfen? Fremdheit eignet eine Würde, die der bloßen wohlfeilen Andersheit, die nicht einmal verabscheut werden darf, abgeht. Der Weltbürger, der sich überall zuhause wähnt, weil ihn an seinen Gattungsgenossen nichts mehr befremdet, hat jeden Grund verloren, Unterschiede überhaupt wahrzunehmen.

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Nov 2011 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas | 1 Kommentar

Daß Gehorsam eine Tugend und Ungehorsam ein Laster sei, darauf haben über Jahrhunderte hinweg Kaiser, Könige, Päpste und Prister sowieso,  Feudalherren, Industrielle, Landvögte,  Polizisten, Lehrer und dergleichen sowie Eltern bestanden. Wir halten dem entgegen … (weiterlesen…)

Nov 2011 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

Polemiker, Unruhestifter und die Unruhe überhaupt haben hierzulande einen einen schlechten Ruf. Zu Unrecht meinen wir, denn Unruhestifter (womit wir nicht Neinsager auf  Teufel komm raus meinen, am kommenden Sonntag aber soll ausnahmsweise mit NEIN votiert werden)  haben dafür gesorgt, dass demokratische Strukturen eingeführt oder verbessert wurden, ihr Unruhegeist gelte uns als demokratisches Elixier. Am, besser noch, hinterm Ofen sitzend aber, beschäftigt und zufrieden mit der Tageszeitung, sitzt, der da (Text im Anhang) singt: “Lisette, noch ein Gläschen Bier, ich will ein braver Bürger werden …” -  so wird ein solcher von oben geliebt. Und dann liebt auch er alles und sich auch. Und hat Ärger mit Niemandem! (weiterlesen…)

Nov 2011 | Allgemein, Feuilleton, Sapere aude, Zeitgeschehen | 1 Kommentar

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