Wir haben vor wenigen Minuten das Jahr 2011 verlassen und wollen nun – „vorwärts immer, rückwärts nimmer“ – den phantastischen Gegenwelten utopischen Denkens nachgehen und sie auf ihre Brauchbarkeit für das Hier und Jetzt befragen.
Befolgte man wörtlich in 387 Tagen alle rund 800 Gebote der Bibel – was würde da mit uns geschehen? Der amerikanische Journalist A. J. Jacobs hat den spannenden Selbstversuch dokumentiert. Die pinkfarbene Banderole des Verlages macht deutlich: Dieses dicke schwarze Buch will Satire sein, ist es – und zugleich eine kluge Religionskritik und ein intellektuelles Lesevergnügen. (weiterlesen…)
Nonsens vom Feinsten in der Rundschau Kritik
Wie alle bedeutenden Stücke Drama, ist auch “Dinner For One” an Facetten ungemein reich. Allein die Vielzahl unterschiedlicher Interpretationen zeigt, wie in jedem Betrachter eine Saite zum Schwingen, eine andere zum Schweigen gebracht wird.
Auf diesem 90. Geburtstag der Miss Sophie gibt es nichts Letzthinniges und nichts Ein-für-Allemaliges, und wenn die überwiegende Mehrzahl der Kunstsachverständigen, Essayisten und Liebhaber, die Interesse an einer Kategorisierung des Gesamtstückes oder an einer Analyse einzelner Komponenten haben, für ihre Varianten jeweils Alleinvertretungsansprüche geltend machen, dann ist das erschütternd-bedauerlich. (weiterlesen…)
“Nichts Menschliches ist mir fremd”: wir kennen das Credo des Stoikers das längst zum Fluch des Kulturalisten geworden ist. Wie soll ich, wenn mir nichts mehr fremd ist, noch auf Menschliches neugierig sein? Mich davon faszinieren lassen oder es wenigstens respektieren? Meine Identität und Würde behaupten und gegebenenfalls für die des Anderen kämpfen? Fremdheit eignet eine Würde, die der bloßen wohlfeilen Andersheit, die nicht einmal verabscheut werden darf, abgeht. Der Weltbürger, der sich überall zuhause wähnt, weil ihn an seinen Gattungsgenossen nichts mehr befremdet, hat jeden Grund verloren, Unterschiede überhaupt wahrzunehmen.
Daß Gehorsam eine Tugend und Ungehorsam ein Laster sei, darauf haben über Jahrhunderte hinweg Kaiser, Könige, Päpste und Prister sowieso, Feudalherren, Industrielle, Landvögte, Polizisten, Lehrer und dergleichen sowie Eltern bestanden. Wir halten dem entgegen … (weiterlesen…)
Polemiker, Unruhestifter und die Unruhe überhaupt haben hierzulande einen einen schlechten Ruf. Zu Unrecht meinen wir, denn Unruhestifter (womit wir nicht Neinsager auf Teufel komm raus meinen, am kommenden Sonntag aber soll ausnahmsweise mit NEIN votiert werden) haben dafür gesorgt, dass demokratische Strukturen eingeführt oder verbessert wurden, ihr Unruhegeist gelte uns als demokratisches Elixier. Am, besser noch, hinterm Ofen sitzend aber, beschäftigt und zufrieden mit der Tageszeitung, sitzt, der da (Text im Anhang) singt: “Lisette, noch ein Gläschen Bier, ich will ein braver Bürger werden …” - so wird ein solcher von oben geliebt. Und dann liebt auch er alles und sich auch. Und hat Ärger mit Niemandem! (weiterlesen…)
Nur einmal bringt des Jahres Lauf / uns Herbst und Lerchenlieder. (weiterlesen…)
In der frühgeschichtlichen Verwendung stand “Mythos” für den Ort, an dem rituelles, sakrales Sprechen stattfindet, das sich vom logisch begründbaren Sprechen wesentlich unterscheidet. “Mythos Heidelberg” denn also: “Der genius loci Heidelbergs ist feucht”, dies Zitat aus dem Widmungsgedicht Victor von Scheffels “Gaudeamus” über den Geist des Ortes Heidelberg bezieht sich fraglos nicht etwa auf häufigeren Regen als anderswo. (weiterlesen…)
OB Würzner (“Gespannt auf Impulse und neue Ideen – auch im Tanztheater – die umgesetzt werden”) und Kulturbürgermeister Gerner waren beim Gespräch als Vertreter der Stadt zugegen, der designierte Intendant Holger Schultze ( Foto: Rothe) blickte nach vorn und hat Heidelberg mittlerweile offenbar so kennengelernt, dass er “hier auch mit einiger Spannung und sicher auch mit einiger Vorfreude, aber auch” – konnte er sich jedenfalls vorstellen – so empfangen werden würde: “Der ist ja völlig verrückt geworden, gleich mit acht Stücken anzufangen” – um gleich darauf in medias res zu gehen: (weiterlesen…)
Es ist doch der Tod im Westen das Entsetzlichste, derweil es aber im Osten Leben bedeutet. Im Westen muß man sterben (das ist der Lohn der Sünde), und im Osten muß man immer wiedergeboren werden (das ist die Strafe für begangenes Unrecht). “Erlösung” im Westen ist Überwindung des Todes, im Osten ist es die Überwindung des Wiedergeboren-werdens. (weiterlesen…)



