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	<title>Neue Rundschau &#187; InfoTicker aktuell</title>
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		<title>Proteste gegen das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA)</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 14:01:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von:          presse@piratenpartei-bw.de Betreff:     Die Piratenpartei Baden-Württemberg ruft zum Protest gegen ACTA auf Datum:     2. Februar 2012 09:41:05 MEZ An:             gottschling@rundschau-hd.de &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Pressemitteilung der Piratenpartei, Landesverband Baden-Württemberg zur sofortigen Veröffentlichung: &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Seit 2008 wurde trotz öffentlicher Proteste das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) im Geheimen verhandelt. Die Piratenpartei Baden-Württemberg fordert das EU-Parlament und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von:          presse@piratenpartei-bw.de<br />
Betreff:     Die Piratenpartei Baden-Württemberg ruft zum Protest gegen ACTA auf<br />
Datum:     2. Februar 2012 09:41:05 MEZ<br />
An:             gottschling@rundschau-hd.de<span id="more-7197"></span></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
Pressemitteilung der Piratenpartei, Landesverband Baden-Württemberg zur<br />
sofortigen Veröffentlichung:<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
Seit 2008 wurde trotz öffentlicher Proteste das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) im Geheimen verhandelt. Die Piratenpartei Baden-Württemberg fordert das EU-Parlament und den Bundestag auf, diesen Vertrag abzulehnen. Um dieser Aufforderung Nachdruck zu verleihen, rufen wir zur Teilnahme an den internationalen Protesten gegen ACTA am 11.Februar 2012 auf. Denn auch im Ländle wird an diesem Tag in Freiburg [1], Mannheim [2], Stuttgart [3], Ulm [4] und vielen anderen Orten demonstriert. [5]</p>
<p>„ACTA ist ein Vertragswerk, das die Provider zur privat betriebenen Polizei macht. Es wird die medizinische Versorgung von vielen Menschen in Entwicklungsländern dramatisch verschlechtern und in Folge dessen für deren Tod verantwortlich sein. Es soll zudem ohne jede öffentliche Beteiligungsmöglichkeit verabschiedet werden.&#8221;, so Sven Krohlas, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Baden-Württemberg. „Hier werden Bürger- und Menschenrechte unter dem Schild des Kampfes gegen Produktpiraterie massiv angegriffen und das Leben vieler Menschen bedroht.&#8221;, kritisiert Krohlas weiter.</p>
<p>Bereits vor den Demonstrationen, zu denen wir bundesweit hundertausende Teilnehmer erwarten, kann die Onlinepetition zum Thema ACTA mitgezeichnet werden, die bereits von etwa 1,5 Millionen Menschen weltweit unterstützt wird. [6]</p>
<p>Quellen<br />
<a href="https://www.facebook.com/events/313894588647456/">[1] https://www.facebook.com/events/313894588647456/</a><br />
<a href="https://www.facebook.com/events/267555573314186/">[2] https://www.facebook.com/events/267555573314186/</a><br />
<a href="https://www.facebook.com/events/144489442335635/">[3] https://www.facebook.com/events/144489442335635/</a><br />
<a href="https://www.facebook.com/events/199865750111770/">[4] https://www.facebook.com/events/199865750111770/</a><br />
<a href="[5] http://maps.google.com/maps/ms?msid=212120558776447282985.0004b7b33e16f13c710c7&amp;msa=0&amp;ll=51.454007,15.424805&amp;spn=21.502982,67.631836">[5] http://maps.google.com/maps/ms?msid=212120558776447282985.0004b7b33e16f13c710c7&amp;msa=0&amp;ll=51.454007,15.424805&amp;spn=21.502982,67.631836</a><br />
<a href="http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet_spread/">[6] http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet_spread/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Jürgen Gottschling von den Heidelberger Piraten &#8211; wir hören voneinander &#8211; im Gemeinderat!</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Welt der Encyclopédie &#8211; &#8220;Bibel der Aufklärung&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 15:51:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit Argusaugen beobachtete die deutsche Intelligenz vor 250 Jahren, was in Frankreich zum aufsehenerregendsten und größten Bucherfolg der Aufklärung werden sollte: das Erscheinen der Encyclopédie von Denis Diderot und Jean Le Rond d&#8217;Alembert. Die Weimarer Klassiker etwa erblickten in dieser Summe der französischen Aufklärung ein bloß sekundäres, ein wiederaufbereitetes Wissen, das die menschlichen Kenntnisse nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Argusaugen beobachtete die deutsche Intelligenz vor 250 Jahren, was in Frankreich zum aufsehenerregendsten und größten Bucherfolg der Aufklärung werden sollte: das Erscheinen der Encyclopédie von Denis Diderot und Jean Le Rond d&#8217;Alembert. Die Weimarer Klassiker etwa erblickten in dieser Summe der französischen Aufklärung ein bloß sekundäres, ein wiederaufbereitetes Wissen, das die menschlichen Kenntnisse nicht philosophisch begründet, sondern nur reproduziert, aufzählt. <span id="more-3326"></span></p>
<div id="attachment_7167" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/diderot.jpg"><img class="size-full wp-image-7167" title="diderot" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/diderot.jpg" alt="" width="250" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Während Denis Diderot (1713-84) in seiner skeptischen Periode noch ausgerufen hatte: »O Gott, ich weiß nicht, ob du bist, aber ich will in meinen Gesinnungen und Taten so verfahren, als ob du mich denken und handeln sähest,« erklärt er später: Es gibt nur ein einziges großes Individuum, das Weltall. Das Gehirn, ja die ganze Welt ist ein sich selbst spielendes Klavier. Die Natur bedarf keines persönlichen Gottes, ebensowenig wie der Mensch einer anderen Unsterblichkeit als des Fortlebens im Nachruhm.</p></div>
<p>Der Hofprediger Johann Gottfried Herder monierte 1769:<br />
<em>&#8220;Jetzt macht man schon Encyklopädien: ein D&#8217;Alembert und Diderot selbst lassen sich dazu herunter: und eben dies Buch, was den Franzosen ihr Triumph ist, ist für mich das erste Zeichen zu ihrem Verfall. Sie haben nichts zu schreiben und machen also Abregés, Dictionaires, Histoires, Vocabulaires, Esprits, Encyklopedien, u.s.w. Die Originalwerke fallen weg&#8221;.</em></p>
<p>Ähnlich nörgelte Herders Weimarer Mitbürger Goethe in der Farbenlehre über die Kerntruppe der französischen Aufklärer, die &#8220;Enzyklopädisten&#8221;:</p>
<p><em>&#8220;Da ein Lexikon so wie ein Compendium einer Erfahrungswissenschaft eigentlich nur eine Sammlung des kursierenden Wahren und Falschen ist, so wird man auch von dieser Gesellschaft nichts weiter erwarten&#8221;.</em></p>
<p>Solche Urteile freilich wurden dem enzyklopädischen Monument der französischen Aufklärung in keiner Weise gerecht; offensichtlich tat man sich im zeitgenössischen Deutschland schwer mit dem französischen Modell einer vorbehaltlosen Aufklärung in Form eines enzyklopädischen Wörterbuchs. Zwar wurden auch im Deutschland des 18. Jahrhunderts Enzyklopädien geschrieben: Zwischen 1732 und 1754, also schon vor der französischen Enzyklopädie, erschien Johann Heinrich Zedlers 64-bändiges Grosses vollständiges Universal-Lexicon, und in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts wurden gleich zwei Großprojekte initiiert: die Fragment gebliebene, sogenannte Deutsche Encyclopädie, die zwischen 1778 und 1807 in 23 Bänden erschien, und Johann Georg Krünitz&#8217; 247-bändige Oeconomisch-technische Encyclopädie, deren Fertigstellung nicht weniger als achtzig Jahre benötigte. Doch keines dieser deutschen Lexika, schon gar nicht die bürgerlichen Konversationslexika des 19. Jahrhunderts à la Brockhaus oder Meyer, keines hatte die moralische, politische und wissenschaftliche Sprengkraft der Enzyklopädie von Diderot und d&#8217;Alembert; keines ist so vorbehaltlos als universale Umsetzung des kritischen Programms der Aufklärung aufgetreten, und keines hatte eine so große wissenschaftliche und gesellschaftliche Wirkung.</p>
<p>Gerade diese Kompromisslosigkeit im Anspruch der Aufklärung aber ist es, die die französische Enzyklopädie 250 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bandes nunmehr auch in Deutschland feierlich erinnern läßt, mehr noch: ihr eine aktuelle Bedeutung verleiht. Kaum ein Forum könnte dazu geeigneter sein, als Hans Magnus Enzensbergers &#8220;Andere Bibliothek&#8221;. Unter dem Titel Die Welt der Encyclopédie wird hier die &#8220;Bibel der Aufklärung&#8221; für das 21. Jahrhundert wiederentdeckt. Offensichtlich geht es dabei weniger um die Form der Enzyklopädie, als vielmehr um ihr Programm: eben um die Aufklärung. Es ist, als sprängen vom alten, nicht gerade bescheidenen Anspruch der französischen Enzyklopädisten, mit einem Buch die Menschheit verbessern zu wollen, Funken in eine Gegenwart, der Wissen zur bloßen Information, Enzyklopädie zur Datenbank geworden ist. &#8220;Arche Noah in unserer Zeit der beliebig verfügbaren, verlinkten Information &#8211; Orakel auf unserem Weg durchs 21. Jahrhundert&#8221;, so beschwören die Herausgeber die Aktualität der Encyclopédie für unsere Gegenwart.</p>
<p><strong>Was aber ist diese &#8220;Welt der Encyclopédie&#8221;, und was kann sie uns heute bedeuten,</strong><strong> wenn wir sie nicht bloß ins Museum stellen wollen? </strong></p>
<div id="attachment_7178" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/aufgeklärt-aber-dann1.jpg"><img class="size-full wp-image-7178" title="aufgeklärt, aber dann" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/aufgeklärt-aber-dann1.jpg" alt="" width="250" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Nun also wären wir aufgeklärt: „Das Leben ist“, frei nach (jetzt sind wir schon ein Stück weiter als Kant) Ludwig Wittgenstein, „wie ein Messer ohne Klinge, dem der Griff fehlt“? Was aber, Clemens P. , fangen wir  damit  an …?</p></div>
<p>Auf die Frage, was denn die &#8220;Welt&#8221; oder der &#8220;Idee&#8221; der Encyclopédie sei, geben programmatische Texte von Diderot, aber auch ein Essay des amerikanischen Historikers Robert Darnton Auskunft. Die Encyclopédie tritt auf, so macht dieser deutlich, mit einem Skandalon; der öffentliche Aufschrei bei ihrer Publikation unterstreicht dies. Was aber war so skandalös an der Encyclopédie ? Die Provokation liegt in der Konzeption: Was 1745 von dem geschäftstüchtigen Verleger André-François Le Breton zunächst als bloße Übersetzung der englischen Cyclopedia (1728) des Quäkers Ephraim Chambers geplant war, entwickelte sich nach der Hinzuziehung von Diderot und dessen Freund, dem Mathematiker d&#8217;Alembert, bald zum Plan einer eigenständigen Enzyklopädie mit ganz neuen Voraussetzungen. Die beiden Herausgeber wollten das Wissen von älteren Hierarchien befreien und neu anordnen.</p>
<p><strong>Die schärfsten Spitzen dieses neuen Wissens richten sich gegen die Kirche, gegen alle Formen religiöser Gängelung überhaupt. </strong></p>
<p>Die Enzyklopädie enthält zudem auch deutliche Ansätze zu einem politischen Programm: Rousseau, Voltaire und Montesquieu plädierten für Pressefreiheit, Gewaltenteilung und konstitutionelle Monarchie; man sah in der Encyclopédie deshalb so etwas wie die ideelle &#8220;Kriegsmaschine der Französischen Revolution&#8221;. Und auch im ökonomischen Bereich war die Encyclopédie bahnbrechend: Führende Physiokraten wie Quesnay und Turgot forderten die Befreiung von Handel und Industrie aus den ständischen und staatlichen Bindungen. Unmittelbar augenfällig ist auch die Aufwertung des Handwerks, der Technik und der Industrie, die in älteren Enzyklopädien meist nur marginal behandelt wurden. Die berühmten elf Tafelbände der Encyclopédie dokumentieren dies auf eindrückliche Weise. Sogar enzyklopädieskeptische Zeitgenossen wie der jungen Goethe waren davon begeistert: In den Tafelbänden zu blättern sei gewesen,<br />
<em><br />
[…] als wenn man zwischen den unzähligen beweglichen Spulen und Webstühlen einer großen Fabrik hingeht, und vor lauter Schnarren und Raggeln, vor allem Aug&#8217; und Sinne verwirrenden Mechanismus, vor lauter Unbegreiflichkeit einer auf das mannigfaltigste in einander greifenden Anstalt, in Betrachtung dessen, was alles dazu gehört, um ein Stück Tuch zu fertigen, sich den eigenen Rock selbst verleidet fühlt, den man auf dem Leibe trägt.</em></p>
<p>Wie sich die Wahrnehmung ändert: was selbst Goethe begeisterte, wird in der jüngsten deutschen Übersetzung leider völlig ausgeblendet: Tausende von Seiten voller Maschinen und Werkzeuge scheinen nicht eine einzige Abbildung wert.</p>
<p>Unvergessen hingegen bleibt ihr befreiender Gestus gegen den absolutistischen Staat und gegen die Kirche. Die Jesuiten und Jansenisten heulten nicht erst auf, als im Juni 1751 der erste Band der Encyclopédie erschien. Der Brief über die Blinden zum Gebrauch für die Sehenden , der nicht nur vom Sehen, sondern auch von den Schwierigkeiten, ja Unmöglichkeiten eines Gottesbeweises handelt, brachte Diderot schon 1749 für drei Monate in das Gefängnis von Vincennes. Spätestens damit wurde klar, daß sich das Programm der Aufklärung nicht selbstverständlich und offen formulieren ließ. Die Enzyklopädie entwickelte deshalb eine Schreibkunst, die die gefährlichen Wahrheiten &#8211; ganz im Sinne von Leo Strauss&#8217; Persecution and the art of writing &#8211; an der Zensur vorbeimanövrieren sollte: die Technik der Verweise und versteckten Anspielungen. In seinem Artikel zum Begriff der &#8220;Enzyklopädie&#8221; gibt Diderot Auskunft über dieses Verfahren: zur Typologie der Querverweise zählt er die sogenannten &#8220;renvois satyriques&#8221;, satirische Anspielungen also, deren Zweck es sei, &#8220;das Lächerliche und das Schlechte&#8221; verdeckt bloßzustellen. So liefert etwa der Artikel &#8220;Eucharistie&#8221; eine scheinbar mustergültige Abhandlung über die heilige Kommunion, nur am Ende findet sich der merkwürdige Hinweis &#8220;siehe Menschenfresser&#8221;. Dass dies nicht etwa ein Versehen ist, sondern System hat, wird wiederum am Ende des Artikels &#8220;Menschenfresser&#8221; deutlich: er schließt mit dem Hinweis &#8220;siehe auch Eucharistie, Kommunion, Altar, etc.&#8221;</p>
<p>Das Erscheinen des ersten Bandes rief dennoch unweigerlich die staatliche und kirchliche Autorität auf den Plan, der König Ludwig XV setzt den Aufseher Malesherbes zur Überwachung der weiteren Publikation ein &#8211; ein Glücksfall, wie sich erweisen sollte, denn dieser warnte Diderot wiederholt vor der Durchsuchung durch seine eigenen Leute, versteckte gar heikle Papiere. Nach dem Erscheinen des zweiten Bandes Anfang 1752 spitzte sich die Lage zu: Die Encyclopédie wurde auf Befehl des Königs verboten, mit folgender Begründung:</p>
<p><em>&#8220;wegen mehrerer Maximen, die darauf abzielen, die königliche Autorität zu zerstören, den Geist der Ungläubigkeit und die Revolte zu befestigen und, mit dunklen und zweideutigen Begriffen, die Grundlagen des Irrtums, der Sittenverderbnis und des Unglaubens zu errichten&#8221;.</em></p>
<p>Malesherbes erreichte, daß die Arbeit dennoch fortgesetzt werden konnte. So entstand unter externen, aber auch internen Kämpfen das Organ der französischen Aufklärung, geschrieben von seiner intellektuellen Elite: Zu Diderots und d&#8217;Alemberts Mitarbeitern zählten u.a. Rousseau, Voltaire, Buffon, Marmontel, Montesquieu, Condorcet, d&#8217;Holbach, Turgot.</p>
<p>Nicht nur trotz, sondern auch wegen den Angriffen von staatlicher und kirchlicher Seite wurde die Encyclopédie zu einem der größten Erfolge des französischen Buchhandels: der Skandal wirkte als Werbung. Ursprünglich wollten die Verleger 1625 Exemplare drucken; im Jahr 1754 waren es 4255, und bis 1789 verdienten die Verleger mit den verschiedenen Auflagen in zunehmend kleineren und erschwinglicheren Formaten viele Millionen Livres. Mehr noch: Die Verleger brüsteten sich nicht nur, den größten Coup in der Geschichte des Buchhandels gelandet, sondern auch die Aufklärung verbreitet zu haben, so die Werbung für die kleinformatige Quartausgabe:</p>
<p><em>&#8220;Niemals hatte ein Unternehmen dieser Art und dieses Ausmaßes einen solchen Erfolg. Sollte es in dieser besten aller möglichen Welten an Aufklärung mangeln, so wird das gewiß nicht unsere Schuld sein&#8221;.</em></p>
<div id="attachment_7168" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/kant.jpg"><img class="size-full wp-image-7168" title="kant" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/kant.jpg" alt="" width="250" height="188" /></a><p class="wp-caption-text">Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung (und, nota bene der unsere). Immanuel Kant in: Berlinische Monatsschrift. Dezember-Heft 1784. </p></div>
<p>Eben diesen Anspruch der Aufklärung durch das Buch ist es, den Büchermacher wie Enzensberger aufgreifen. Denn die Aufklärung ist &#8211; wenn sie denn in Deutschland überhaupt stattgefunden hat &#8211; nicht etwa abgeschlossen, sondern ein stets weiterzuführendes Vorhaben. Daß ein Buch es befördert, war immer schon der pädagogische Optimismus der Enzyklopädisten. Wer französisch liest und mal eben 14.875.- Mark übrig hat, mag den kompletten Nachdruck der Encyclopédie in 35 Bänden erstehen &#8211; notabene beim Stuttgarter Verlag frommann-holzboog. Für eine erschwinglichere deutschsprachige Auswahl haben im Jubiläumsjahr gleich zwei Verlage gesorgt: Reclam Leipzig, der eine ältere Ausgabe von 1972 &#8211; leider reduziert &#8211; wieder aufgelegt hat, und die erwähnte Eichborn-Ausgabe in Enzensbergers &#8220;Anderer Bibliothek&#8221;. Während die Reclam-Auswahl eher konzeptlos einzelne jeweils stark verkürzte Artikel vorlegt, zielt die Eichborn-Ausgabe auch auf seine Aktualisierung für unser junges Jahrhundert, das sich als das der digitalisierten Information anschickt. Dem buchlosen Informationswissen vermag das enzyklopädische Buch der Bücher ein engagiertes Wissen entgegenzustellen. Der schöne, bordeaux-rote Leinenband des Eichborn-Verlags feiert aber nicht nur die alte Enzyklopädie im Medium des Buches, sondern auch ihre Qualität eines engagierten Wissens. Neben der Übersetzung einer Auswahl von Artikeln erprobt der Band ihre Aktualität förmlich dialogisch. Dieser Dialog mit der Enzyklopädie wird dadurch erreicht, daß &#8211; allerdings etwas willkürlich &#8211; neuere maximenartige Zitate in die Artikel eingestreut und einzelne signifikante Artikel für die Gegenwart weitergeschrieben werden. Christina von Braun etwa schickt Abbé Mallets &#8220;Adam&#8221; ein &#8220;Ach, Adam&#8221; nach; Alexander Kluge stellt dem Artikel &#8220;Guerre&#8221; des Chevalier de Jaucourt (einer der wichtigsten Mitarbeiter von Diderot) eine differenzierte Reflexion über den &#8220;Krieg&#8221; nach; Enzensberger ergänzt den &#8220;Luxus&#8221;; Lars Gustaffson das &#8220;Nichts&#8221;; Michael Krüger die &#8220;Seele&#8221;; Daniel Cohn-Bendit das &#8220;Vaterland&#8221;, um einige Beispiele zu nennen. Gewiß sind nicht alle dieser Aktualisierungen gleich gut gelungen und gewiß läßt sich über die Auswahl der übersetzten Artikel streiten &#8211; schmerzliche Lücken wird man bei dieser im Verhältnis zur Vorlage immer noch bescheidenen Auswahl leicht finden, man denke etwa an Voltaires Artikel &#8220;esprit&#8221;. Das Vorhaben aber, die Encyclopédie nicht bloß zu feiern, sondern auch ins 21. Jahrhundert fortzuschreiben, ist dem Band des Eichborn-Verlags zweifellos gelungen: das Feuer jenes Buches, das Welt verändern will, ist darin zu finden.</p>
<p><em>Ediert von Anette Selg und Rainer Wieland. Aus dem Französischen von Holger Fock, Theodor Lücke, Eva Moldenhauer und Sabine Müller. Eichborn, 496 S., EUR 77 Andreas Kilcher</em></p>
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		</item>
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		<title>… &#8220;über alles in der Welt&#8221;;  und über Presse &#8211; &#8220;und Recht und Freiheit&#8221;. Und &#8211; hoffentlich nicht mehr lange: Über Wulff und all das …</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/7133/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 02:46:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[HD retten. Mit Herz und Hirn]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist ein Teil der deutschen Tradition, ein Wort wie (und wäre das &#8220;nur&#8221; Presse-) Freiheit nicht für sich allein stehen zu lassen. Ruft da wer, egal was für eine  „Freiheit!“, schon gesellt ein anderer „Ordnung!“ dazu; wer da klug ist, redet gleich von „Freiheit und Verantwortung“ oder preist die Freiheit, warnt jedoch im gleichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein Teil der deutschen Tradition, ein Wort wie (und wäre das &#8220;nur&#8221; Presse-) Freiheit nicht für sich allein stehen zu lassen. Ruft da wer, egal was für eine  „Freiheit!“, schon gesellt ein anderer „Ordnung!“ dazu; wer da klug ist, redet gleich von „Freiheit und Verantwortung“ oder preist die Freiheit, warnt jedoch im gleichen Atemzug vor ihrem Missbrauch wäre es auch nur, einen auf einen Anrufbeantworter draufgerotzten Text zu veröffentlichen).<span id="more-7133"></span></p>
<div id="attachment_7148" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/präsidialer_kurzschluss2.jpg"><img class="size-full wp-image-7148" title="präsidialer_kurzschluss" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/präsidialer_kurzschluss2.jpg" alt="" width="250" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Vorsichtig, Herr Bundespräsident, gleich tuts einen Schlag - hören Sie auf damit … got</p></div>
<p>Diese Angst vor der Freiheit, der Verdacht, daß sie gar zu leicht zu Anarchie und Zügellosigkeit entarte, trifft merkwürdigerweise nur die friedsamen Anhänger des Rechtsstaates. Ihnen gilt die Obsorge unseres demokratischen Obrigkeitsstaates, der alles reglementiert, vom Autogurt bis zum Ladenschluß, Freiheit in Festreden großzügig austeilt, in der Praxis aber allenfalls häppchenweise.  Ein besonderer Argwohn der Machthaber hat &#8211; was Wunder &#8211; schon immer der Pressefreiheit gegolten, weil sie deren Wahrnehmungen am stärksten zu fürchten haben. In den Anfangsjahren der Bundesrepublik hatte das Bundesverfassungsgericht einiges dazu getan, die Presse- und Informationsfreiheit zu sichern. Inzwischen nähern wir uns einem Zustand, in dem die (wir) Journalisten als Stand von steuerlichem Entgegenkommen bis hin zum Zeugnisverweigerungsrecht privilegiert werden, aber &#8211; nicht nur aber auch dafür steht etwa der „Lauschangriff“ &#8211; außer Stand gesetzt werden könnten, ihrem kritischen Auftrag noch nachzugehen.   Gesetz gewährt Vertrauensvorschuß. Dass Kritik die Mächtigen stört, ist weder verwunderlich noch neu. Aus gutem Grund gibt es ein Recht auf Gegendarstellung, wird jemand durch eine Tatsachenbehauptung in seinen Rechten gekränkt, soll, muß er erwidern dürfen, ohne zuvor einen langwierig-umständlichen Prozeß führen zu müssen. Es wird ihm deshalb ein Vertrauensvorschuß vom Gesetz gewährt; er braucht nur die Gegenbehauptung zu dem über ihn Veröffentlichten in bestimmter Form aufzustellen, und diese muß gedruckt werden.  Als Behelf eines Einzelnen gegen die Medien der öffentlichen Meinung ist die Gegendarstellung ein geeignetes, ja manchmal notwendiges Mittel. In der Praxis ist sie längst zum Einfallstor von Interessen geworden, die unendlich mächtiger sind, als die Presse selbst. So ist es schon fast üblich geworden, daß falsche Gegendarstellungen durchgesetzt werden &#8211; einfach im Vertrauen darauf, daß der nachfolgende Prozeß sich hinziehe, bis der Augenblick der Gefahr vorüber, der Sachverhalt uninteressant geworden ist.</p>
<p>Es gibt freilich auch Politiker und Einflußinhaber, die ihr Privates entblößen, zum Blick hinter die Kulissen einladen, wenn sie sich Werbewirkung davon versprechen; mißlingt´s, ertönt ein Schrei von Ehrenschutz und Intimsphäre. Recht, aber Freiheit? Neue Rechtspraxis? Neuerdings treten Richter auf, die Berichte über beeidete Äußerungen verbieten wollen, wenn nicht das Presseorgan einen Wahrheitsbeweis für die Aussage antreten kann. Schon melden sich auch Rechtslehrer zu Wort, die die bloße Verwertung von Nachrichten untersagt wissen wollen, die „illegal“ zustande gekommen sind. Wenn dergleichen in diesem unserem Lande Rechtspraxis werden sollte, dann könnte in Deutschland nie ein Watergate enthüllt werden, dann hätte „Capital“ erst vor der IOS warnen dürfen, als Cornfeld bereits verhaftet war, und da hätten wir über Fürniß (wir sind gerade mal wieder in Heidelberg) erst schreiben dürfen, wenn dieser bereits wieder ganz nach Wiesloch zurückgekehrt sein wird. In anderen Ländern hüten sich die Gerichte, der Presse in den Arm zu fallen. Hingegen verhängen sie drakonische Strafen oder bewilligen hohen Schadenersatz, wenn jemandem Unrecht geschehen ist. Das ist allemal besser, als eine Einschränkung der Pressefreiheit. Die nämlich ist uns, wie jede Freiheit, teuer. So muß uns es deren Mißbrauch auch sein dürfen.  Und der Datenschutz? Wer heute über die Gefährdung der Privatsphäre &#8211; und auch das hat mit Pressefreiheit zu tun &#8211; durch Datenverarbeitung reden oder schreiben will, hat sich erst einmal zu entschuldigen. Er muß ein Bekenntnis nach etwa folgendem Muster ablegen: Ich bin gegen übertriebenen Datenschutz. Ich bin kein Maschinenstürmer. Ich will dem Fortschritt von Wissenschaft und Technik nicht im Wege stehen. Ich will den Staat nicht künstlich dumm machen und die Kriminalitätsbegrenzung nicht behindern. Ich erkläre deshalb, daß Datenschutz kein Täterschutz sein soll &#8230; Erst nach solchen Verbeugungen nach allen Seiten darf man dann, ohne krumm angesehen zu werden, zu reden beginnen.  Ach, wie doch das beruhigt: Eine Kontrolle sowohl der Presse wie die die Informationsnetze erfassende Kommunikation Fernsehen, Radio, Zeitung, Schreibmaschine, Computer und Rotationsdruck &#8211; , wird lückenhaft bleiben. Zur Erzeugung von Mißtrauen nämlich müßten Staat, Kirche und andere Institutionen das Prinzip der Begegnung  selbst zu fassen bekommen, jenen Funken, der Achilles in Bewegung setzte, wo Patroklos nichts zu erwarten wagte. Dieser rasende Eros dann überrascht die, die er erfaßt und läßt etablierten Machthabern, Kirchenoberen, Bundespräsidenten sowie Oberlehrern keine Ruhe.</p>
<p>Das hat, merkt <strong>Jürgen Gottschling </strong>fröhlichen Herzens an &#8211; einiges für sich. Dass nämlich gegen die „guten“ Sitten verstoßen und &#8211; wenn es der Wahrheitsfindung dient &#8211; für Ärger gesorgt werden darf. Und muß. Und dass die Neue Rundschau sich auch künftig als Hort nie erlahmender Subversion muß erweisen dürfen. Und dass er gehen müsse, das ihm zu erlauben, das sollten wir  uns und  auch unserem Bundespräsidenten erlauben. Aber, uns fragt ja keiner …</p>
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		<title>Silvester: Nicht ohne &#8220;Dinner For One&#8221;!</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 07:35:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nonsens vom Feinsten in der Rundschau Kritik Wie alle bedeutenden Stücke Drama, ist auch &#8220;Dinner For One&#8221;  an Facetten ungemein reich. Allein die Vielzahl unterschiedlicher Interpretationen zeigt, wie in jedem Betrachter eine Saite zum Schwingen, eine andere zum Schweigen gebracht wird. Auf diesem 90. Geburtstag der Miss Sophie gibt es nichts Letzthinniges und nichts Ein-für-Allemaliges, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nonsens vom Feinsten in der Rundschau Kritik</strong></p>
<p><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/weg-da-du-da.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7077" title="weg da, du da" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/weg-da-du-da.jpg" alt="" width="150" height="187" /></a>Wie alle bedeutenden Stücke Drama, ist auch &#8220;Dinner For One&#8221;  an Facetten ungemein reich. Allein die Vielzahl unterschiedlicher Interpretationen zeigt, wie in jedem Betrachter eine Saite zum Schwingen, eine andere zum Schweigen gebracht wird.</p>
<p>Auf diesem 90. Geburtstag der Miss Sophie gibt es nichts Letzthinniges und nichts Ein-für-Allemaliges, und wenn die überwiegende Mehrzahl der Kunstsachverständigen, Essayisten und Liebhaber, die Interesse an einer Kategorisierung des Gesamtstückes oder an einer Analyse einzelner Komponenten haben, für ihre Varianten jeweils Alleinvertretungsansprüche geltend machen, dann ist das erschütternd-bedauerlich.<span id="more-7068"></span></p>
<div id="attachment_7072" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/dinner-for-one.jpg"><img class="size-full wp-image-7072" title="dinner for one" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/dinner-for-one.jpg" alt="" width="250" height="335" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Well - I´ll do my very best!&quot;</p></div>
<p>Wiewohl wir nun im folgenden durchaus mit dem Butler (Freddie Frinton gibt ihn unnachahmlich) mitzuhalten versuchen und unsere Interpretationsansätze durchaus auch von gutem Wein begleiten lassen, wollen wir dem Betrachter weder dies mitzutun, noch ein bestimmtes Verständnis vorschreiben.</p>
<p>Wenn wir dabei auf einen wissenschaftlichen Anmerkungsapparat verzichten, tun wir das für diesmal der besseren Lesbarkeit wegen ebenso nicht, wie Verzicht zu üben auf die Darstellung einiger eher abseitiger Lesarten, die nur für Experten von Interesse wären. Lediglich sei hier die Polemik einiger selbsternannter Gourmets erwähnt, welche die Zusammenstellung des Menus kritisieren, vornehmlich die Kombination von Huhn und Champagner.  Ein Stück, das solche gastrosophischen Verbrechen auf die Bühne bringe, könne nichts wert sein? Diese Kritiker haben offenbar ihre Identitätsbildung so entschieden hochgezüchtet, daß sie &#8211; pardon &#8211; offenbar schon wieder auf den guten,  albernen Pawlowschen Hund gekommen zu sein scheinen.</p>
<p><strong>Lehrstick oder Slapstück?</strong></p>
<p>Weder noch, hier lassen sich zwei Richtungen fühlen: ein Lehrstück fast im Sinne Brechts, das, um die &#8211; oder irgendeine &#8211; Situation, Problematik oder Lösung herauszuarbeiten, die Mittel der Farce einsetzt: von Elementen des Slapstücks (Butler James trinkt Blumenwasser), bis hin zu jener Distanzierung des Schauspielers von der Rolle, die sich so fassen lässt, dass er im Verlauf deutlich sichtbar in die Rollen der vier abwesenden Personen schlüpft. Aus gestalttherapeutischer Sicht heraus betrachtet, bietet dieser 90. Geburtstag eine in sich geschlossene Realität.</p>
<p>Hier wird reine Form Inhalt, die Funktion der Darstellung ist hier einzig die Darstellung. Jede Frage nach einem überschreitenden Sinn würde in diesem Sinn selbst zu einer Farce.</p>
<p><strong>Lachen an und für sich</strong></p>
<p>Das zweifelsohne von allen Zuschauern ausgeübte Lachen mag als zeitgeistig coole Distanznahme im Sinne jener Studie über das Lachen verstanden werden, die zum Ergebnis kommt, das Lachen habe keinen größeren Feind als die Emotion. Hiernach wäre unser Lachen also nichts anderes als ein Aus-sich- und Aus-jenem-Herausgehen, das zu etwas sowohl führen will wie auch soll: zur Selbsterkenntnis oder zur Einsicht in die Dekadenz der alternden Oberschicht oder zu dem, was Eugène Ionesco dem Humor zumißt: &#8220;sich der Absurdität bewußt werden und doch in der Absurdität weiterleben&#8221;.</p>
<p>Auch,  dass dies Stück nicht mehr mit einer Differenz zwischen Sein und Sollen arbeitet &#8211; wohingegen ein ungenannt bleiben wollender Heidelberger Philosoph offenbar japanischer Abstammung in seiner unter dem Pseudonym &#8220;Tenno&#8221; veröffentlichten Arbeit über diesen 90. Geburtstag die Frage nach &#8220;Sein oder Haben?&#8221; vermißt, mithin ein Ideal weder propagiere noch fordere, darf wohl so verstanden werden, daß hier Lachen nur als Parodie auf das eigene Selbst gemeint sein könne &#8211; als sozusagen erkanntermaßen ritualisierter Effekt.</p>
<p><strong>Arrangement mit den Herrschenden</strong></p>
<p>Wir haben hier ein zutiefst klassenkämpferisches Portrait einer untergehenden Welt, einer ländlich-städtischen Mittelschicht nebst militärischem und couponschneidendem Anhang, die sich in ihrer Zukunftslosigkeit allenfalls noch an sinnentleerten Festen, am Alkohol und am Traumgebilde  einer längst vergangenen Vergangenheit festhalten kann. Dazu eine nicht minder dekadente Schicht dienender Berufe: der Butler James, entwürdigt von seiner Herrin bis hin zum &#8220;Letzten&#8221; &#8211; eine anglifizierte Variante des Woyzeck also -, der in all seiner Demütigung doch nur das Arrangement mit den Herrschenden sucht, ja nur noch suchen kann, und seinen Stolz unlöslich an die Rationalität des herrschaftlichen Wohlergehens in Börse, Tisch und Bett bindet.</p>
<p><strong>Seele baumelt? Analyse?</strong></p>
<p>Derweil bei etwa Goethe man sich über verschiedene analytische und psychiatrische Interpretationsweisen ja noch streiten könnte, ließe dies Dinner, solcherweise betrachtet, doch ausschließlich das klinische Lesen, Hören und Sehen insofern zu, als Madame vorgeführt werden in frei flottierender Angst mit hypochondrischen Neigungen. Es agieren hier Mischzustände von Wut, Ohnmacht und Hilflosigkeit, Angst vor Liebe ebenso, wie rasches Schwanken zwischen Idealisierung und Entwertung von Objekten. Und, wo die bedauernswerte Frau ihre Scheinwelt am Tisch nicht erkennt, verdrängt sie &#8211; was ja schlimmer ist als beinahe alles Andere.<br />
Und Butler James, der Spiegeltrinker, der sein überhöhtes Alkoholquantum gleichsam gleichmäßig über den Abend verteilt und weitgehend ohne größere Kontrollverluste zu sich nimmt? Ein Deltatyp, der zwangweise wie zwanghaft zugleich in die Situation des Gammatyps versetzt wird, in den Alkoholexzeß. Hier erleben wir einen Menschen, der unmittelbar an der Flasche am Vollbringen eines Selbstopfers zur Befriedigung kommt: an der Überwindung nämlich des Bedürfnisses nach Versagen im oralen Bereich. Eine gefährliche Methode im Gegensatz zu der meist gelebten Form klassischen Asketentums, innerhalb welcher Lust nicht aus der Versagung körperlicher als vielmehr aus der Opferung geistig-seelischer Bedürfnisse gewonnen wird.<br />
Auf also der Grenze zwischen Lehrstück und abgeschlossener Realität gelangen wir hier mit den Protagonisten  in die Rolle von vier vermutlich gestorbenen Personen, die erfolgreich ausgefüllt werden, um deren Welt zur Unsterblichkeit zu versteinern. Schauriger kann die apriorische Trostlosigkeit menschlicher Grundbefindlichkeit kaum deutlich gemacht werden: Kein Weg führt zum Du, keiner zu Sinn und Eigentlichkeit, es bleibt die Einzementierung ständigen Zerfließens in ein dennoch abgeschlossenes Ich in einer isolierenden Vorstellung von Welt, ein sich Überliefern an eine geronnene Aufenthaltslosigkeit.</p>
<p><strong>Des  Essens philosophischer Aspekt</strong></p>
<p>Betrachten wir den Text populärwissenschaftlich, so finden wir hier einen geprüften Willen zu gesellschaftlichem Sein des dem alles überhaupt keine Grenzen Setzenden. Und: Nehmen wir eine Bemerkung Ernst Blochs (Band 3, &#8220;Prinzip Hoffnung&#8221;) über die geglaubte Mechanik im Universum, die sich für ihn, gleichwohl ohne Spaß, wie auch ohne Pantheismus, aber dennoch befriedigend vollzieht, sind wir eher geneigt, in der &#8220;miss-sophischen Verstetigung“ ihrer Freunde einen so freilich nur in der Aristokratie, nicht aber dem bürgerlich geeinzelten Individuum möglichen objektiv-utopischen Vorgriff auf jene von Bloch bezeichnete So-Welt,  als Verschwinden sozusagen des Nichts im sozialistischen Bewußtsein zu sehen.<br />
Dem unüberschreitbaren Zwiespalt durch den  selbstaktiven und eigenkontrollierten Schritt über den Tigerkopf in eine systematische Besessenheit werden wir eine künftige Arbeit widmen.</p>
<p><strong>Emanzipatorische … </strong></p>
<p>Das Verhalten Miss Sophies ist als selbstbewußt-folgerichtiger Schritt zu einer  -  zwar &#8211; in die Jahre gekommenen, zum Selbstbewußtsein erwachten Frau zu verstehen, die Stellung bezieht gegen die Verderbnis und das Reguläre, gegen das Leben sowohl wie auch gegen den Tod, gegen den zu-fälligen (oder haben wir den Butler je fallen gesehen?) Verlauf, all der Drohungen, die einsickernde Perfidie gegen den langsamen Fraß innen und gegen das Verschlungenwerden von draußen. Eine Frau, die alle Enttäuschungsmöglichkeiten hinter sich läßt und auf das klägliche Bild verzichtet, das jene Bindung der Seelenphantasie an die empirische Mannes- oder überhaupt Menschenform, wie sie ja in der sogenannten Wirklichkeit vorkommt, bietet. Nur mehr einer mageren Kulisse bedürftig, die ihr Butler James mit seinen vier Rollen baut, erweist Miss Sophie sich erfolgreich in dem Versuch, einen nichtreligiösen Weg der Liebe zu einem Objekt herzustellen, dem sie sich ohne Beschädigung ihres Ichs, ja gleichsam in Verwirklichung ihrer Autonomie, ganz hingeben kann und &#8211; selbst aus strengst feministischer Sicht, der wir uns ausdrücklich nicht anschließen &#8211; wohl auch möchte dürfen können!</p>
<p><strong>… und komödiantische Aspekte</strong></p>
<p>Gegebenen Anlasses wegen sei hier direkt im Anschluß die Verwandtschaft des &#8220;Dinner For One&#8221; mit der Commedia dell&#8217;arte behandelt. Wir sehen hier einen Entstehungszusammenhang, ja eine &#8211; allenfalls durch Konzessionen an britische Mentalität abgemilderte &#8211; große Übereinstimmung. Wenngleich das Spiel als Spiel nicht durch Masken kenntlich gemacht wird, liegt hier dennoch fast ein (hassenswert wie all solches) Plagiat vor, jedenfalls ist die Rollenverteilung eindeutig: Butler James sei Brighella, Sir Toby Pulcinella, Admiral von Schneider der Capitano, Mr. Pommeroy Tartaglia, Mr. Winterbottom der Dottore, Miss Sophie hingegen &#8211; Frau natürlich &#8211; hat einen superben Hauch von Originalität.</p>
<p><strong>Das Dinner als Gesamtkunstwerk</strong></p>
<p>Was nun aber das Gesamtkunstwerk angeht, meinen wir, dass &#8211; vom Autor zwar wahrscheinlich ungewollt, aber eben darum ganz besonders ernst zu nehmen &#8211; dieser Text in seiner zumal technischen Reproduzierbarkeit, vergleichbar mit Anton Bruckners Generalpause zu interpretieren sein dürfte.<br />
Dies freilich erkennen zu können, setzt voraus jenes Stocken, das uns schwindelnd tragen soll über das Gewohnte hinweg; jener Rhythmus eines uns ureigenen Pulsierens, der nur in einer von allen Zufälligkeiten gereinigten Stille hörbar ist; der vordergründige Lärm, der hier &#8211; einem Saunagang vergleichbar &#8211; nichts anderes als sein Gegenteil herausarbeiten soll; die Bedingung der Möglichkeit zum In-Sich-Gehen also!</p>
<p>Dies alles dürfen wir Zusehenden  am Silvesterabend &#8211; bittet Euch <strong>Jürgen Gottschling</strong> &#8211; nicht vernichten durch vulgäres Lachen, käme dies auch noch so sardonisch oder gar (in memoriam Hans-Georg Gadamer) hermeneutisch verkleidet einher.</p>
<h2><em>Alle Sendetermine am 31. Dezember 2011:</em></h2>
<p><em><strong>15 Uhr 40 DAS ERSTE</strong></em></p>
<p><em><strong>18 Uhr 50 (Original) 21 Uhr 45 (Schweizer Version)  WDR</strong></em></p>
<p><em><strong>19 Uhr 40 und 23 Uhr 35 NDR</strong></em></p>
<p><em><strong>19 Uhr und  am I. Januar 2012 um 0 Uhr 05 BAYERN</strong></em></p>
<p><em><strong>19 Uhr und am 1. Januar 2012 um 3 Uhr 00 SWR/SR</strong></em></p>
<p><em><strong>14 Uhr 55 (Hessisch) 18 Uhr 40 (Hessisch) 21 Uhr 45 (Nordhessisch) HESSEN<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong>19 Uhr 00 MDR</strong></em></p>
<p><strong>19 Uhr 05 RBB</strong></p>
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		<title>Einführungskurs Feministische Theologie in Heidelberg</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 20:40:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie sähe unser Gottesbild aus, wenn es nicht jahrhundertelang von Männern (sind Männer doch Schweine?) formuliert worden wäre? Welche Rolle wies Jesus den Frauen zu, und was machte die Kirche daraus? Tja …Welche bedeutenden Theologinnen, Mystikerinnen oder weibliche Heilige gab es, von denen wir heute nur noch wenig wissen? Mit diesen und ähnlichen Fragen befasst sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sähe unser Gottesbild aus, wenn es nicht jahrhundertelang von Männern <a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-admin/post.php?post=1661&amp;action=edit">(sind Männer doch Schweine?)</a> formuliert worden wäre? Welche Rolle wies Jesus den Frauen zu, und was machte die Kirche daraus? Tja …<span id="more-7042"></span>Welche bedeutenden Theologinnen, Mystikerinnen oder weibliche Heilige gab es, von denen wir heute nur noch wenig wissen? Mit diesen und ähnlichen Fragen befasst sich die sog. &#8220;Feministische Theologie&#8221;. Eine Einführung in diese Fachrichtung bietet der &#8220;Fernstudienkurs feministische Theologie&#8221;, der von der Frauenarbeit und der Erwachsenenbildung der Evangelischen Landeskirche in Baden in diesem und dem nächsten Jahr durchgefüht werden wird. InteressentInnen ist es dabei möglich, sich die Grundthemen der Feministischen Theologie durch Studienbriefe bequem zu Hause anzueigen. Wer diesen Fernstudienkurs näher kennenlernen will, ist herzlich zu einem Info-Abend ins Gemeindehaus der Luthergemeinde in Heidelberg-Bergheim (Fehrentzstrassse/Ecke Vangerowstr.; Nähe Hbf). Der Info-Abend findet am Donnerstag 26.1. von 19:00 &#8211; 21:00 statt und ist selbstverständlich kostenlos. Um besser planen zu können, wird um Anmeldung bis zum 19.1. gebeten, und zwar bei der</p>
<p>Evangelischen Erwachsenenbildung Heidelberg<br />
Tel. 06221 / 47 53 80<br />
Fax 06221 / 65 87 80<br />
mail: <a href="eeb.heidelberg@kbz.ekiba.de">eeb.heidelberg@kbz.ekiba.de</a></p>
<p><em><strong>Feministische Theologie? Gerechte Bibel&#8221;übersetzung&#8221;? Was  w i r  davon halten, lesen Sie in diesem Beitrag:</strong></em></p>
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		<title>Seit Jahrzehnten Kult: Bachs Weihnachtsoratorium zum Mitsingen</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 21:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Peter Schumanns Weihnachtsoratorium macht, dass auch Agnostiker zu guter Letzt aufs &#8220;Fest der Liebe&#8221; dann doch noch Grund haben, sich aufs Fest zu freuen. Und dem Hickhack darum, wer wann und wenn ja warum das WO in der Gemeinde aufführen darf und auch, um zu verhindern, dass an einem Tag zweimal WOs in verschiedenen Kirchen  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Peter Schumanns Weihnachtsoratorium macht, dass auch Agnostiker zu guter Letzt aufs &#8220;Fest der Liebe&#8221; dann doch noch Grund haben, sich aufs Fest zu freuen. Und dem Hickhack darum, wer wann und wenn ja warum das WO in der Gemeinde aufführen darf und auch, um zu verhindern, dass an einem Tag zweimal WOs in verschiedenen Kirchen  zur Aufführung kommen, hat der Heidelberger Gesamtkirchengemeinderat jetzt &#8211; quasimodogeniti &#8211; ein (&#8220;verleih uns Frieden) gnädiglich&#8221;es Ende gemacht.<span id="more-7000"></span></p>
<div id="attachment_7010" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/der-gestirnte-himmel-über-uns.jpg"><img class="size-full wp-image-7010" title="der gestirnte himmel über uns" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/der-gestirnte-himmel-über-uns.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Ja, da ist doch - ja da muß doch, ja, da ist doch, ja, da muß doch ein - nein das - Sein sein … Bild: got</p></div>
<p>Am 25. Dezember, am ersten Weihnachtstag, wird um 19.30 Uhr die Aufführung der Teile 1 &#8211; 3 des Bach&#8217;schen Weihnachtsoratoriums in der Heidelberger Providenzkirche gegeben.<br />
Die Heidelberger Gesamtkirchengemeinde hat diesen Termin vorgeschlagen, der damit nun noch näher an das weihnachtliche Geschehen heranrückt. &#8220;Der Kirchengemeinde&#8221;- schreibt Peter Schumann in seiner Mitteilung an die Neue Rundschau &#8211; &#8220;sei Dank&#8221;, die damit KMD Peter Schumann den Vorrang gegenüber anderen Veranstaltungen eingeräumt hat.<br />
Fähige Choristen treffen sich am gleichen Tage um 16.30 Uhr zur Generalprobe in festlicher Kleidung mit eigenen Noten. Es musiziert das Heidelberger Kantatenorchester unter Leitung von Peter Schumann.</p>
<h2><strong>Die Solisten sind:</strong></h2>
<p><strong>Julia Weigel, Sopran</strong> &#8211; (bekannt durch ihre Mitwirkung bei „Konzerte in Kirchen und Klöstern)</p>
<p><strong>Thomas Nauwartat, Altus</strong> &#8211; (erstmals im Weihnachtsoratorium in Heidelberg zu hören)</p>
<p><strong>Markus Brutscher, Tenor</strong> &#8211; (mit eindrucksvollem „Verkündigungs-Charakter“)</p>
<p><strong>Phillip Langshaw, Baß</strong> &#8211; (der sensible Vermittler geistlicher Inhalte)</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_7005" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/jesus-christus.jpg"><img class="size-full wp-image-7005" title="jesus-christus" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/jesus-christus.jpg" alt="" width="300" height="430" /></a><p class="wp-caption-text">… auf preiset die Tage. Jauchzet, frolocket</p></div>
<p><strong>Frohlocket?</strong></p>
<p>Wann wird mehr und heftiger geheuchelt als in jenen Dezembertagen, da &#8211; vorgeblich &#8211; die Geburt des Herrn gefeiert wird, da Herr Ratzinger den Frieden auf Erden predigt, nachdem er die Holocaust leugnenden Piusbrüder rehabilitiert hat &#8211; und gelogen hat, dass sich die Kreuzbalken hätten biegen müssen, wären sie es nicht lange schon so gewohnt, als er sich hinter diese Brüder stellte und keck behauptete es sei alles ganz anders, diese Brüder seien mißverstanden worden. Und, und, und. Und die römische &#8220;Banco di spirito sankto&#8221; Mafiagelder wäscht und, und und!</p>
<p>Dieser Jesus aber, wie er uns &#8220;im Buch der Bücher&#8221; vorgeführt wird, der war frei, unabhängig und &#8211; ja &#8211; auch flexibel. Wäre das Kirche auch &#8211; und wahrlich, sie ist es nicht, sie würde einen Jesus auf dem Banner tragen, den sie sich freilich in dieser Kirche niemals zu predigen trauten, redeten so doch Amtsträger gegen ihre Pfründe. Hat dieser Jesus nicht alles auf den Kopf gestellt? Hat er nicht die Frommen der Unmenschlichkeit überführt, hat er nicht den Tempelbetrieb und den Opferlärm als Geschäftemacherei entlarvt? Hat er nicht bei samaritanischen Atheisten eine neue Gläubigkeit entdeckt? Und hat er nicht Dirnen und Zöllnern mehr Sensibilität nachgesagt für das Reich Gottes, als den Schriftgelehrten und Hohenpriestern? Und wie er das hat! Und er hat Polizeivorschriften und bürgerliche Übereinkünfte nicht nur in Frage gestellt, sondern durchbrochen! Tempelgesetze hat er links überholt und angemessener Lächerlichkeit preisgegeben! <strong>got</strong></p>
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		<title>Auf den Kopf gestellte Verhältnisse auf den Kopf gestellt</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 19:29:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
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		<description><![CDATA[Begeistert aufgenommene Premiere im Zimmertheater Heidelberg: „Der dressierte Mann“ Komödie von John von Düffel nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Regie: Ute Richter Knall auf Fall &#8211; und der, der ist sowieso von Anfang an bereits klar &#8211; jagt ein Bonmot in dieser Zimmertheater-Produktion das Andere. Nach dem vor 40 Jahren erschienenen Bestseller Esther [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Begeistert aufgenommene Premiere im Zimmertheater Heidelberg: „Der dressierte Mann“ Komödie von John von Düffel nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Regie: Ute Richter<span id="more-6853"></span></p>
<p style="text-align: left;">Knall auf Fall &#8211; und der, der ist sowieso von Anfang an bereits klar &#8211; jagt ein Bonmot in dieser Zimmertheater-Produktion das Andere. Nach dem vor 40 Jahren erschienenen Bestseller Esther Vilars „Der dressierte Mann“ &#8211; sie flüchtete damals nach Anfeindungen Alice Schwarzers, denen folgerichtig  einige emanzipierte Morddrohungen folgten,  aus Deutschland &#8211; gibt es heute freilich kaum noch aufgeklärte Menschen beiderlei Geschlechts, die nicht mit jener normativen Kraft des Faktischen  in Berührung gekommen wären und sich aber &#8211; offenbar gottgewollt &#8211; „ein jedes auf seine Art“  damit arrangiert hätten. Mithin mussten weder der Autor John von Düffel noch und zumal nach dieser schmissig-witzigen Premiere die Zimmertheaterprinzipalin Ute Richter Morddrohungen fürchten.<br />
<a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/09/Ensemble.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6854" title="Ensemble" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/09/Ensemble.jpg" alt="" width="500" height="400" /></a>„Der Fall“: Das junge Ehepaar (Foto: Mara Eggert v. l.) Helen und Bastian (Vanessa Wichterlich &amp; Jan-Arwed Maul) hakeln sich, dieweil er &#8211; zwar &#8211; anfangs noch und am Ende gern wieder &#8211; in der Küche (im Bett, meint seine Mutter, täte er das nicht) seinen Mann steht, bekommt  sie den Job des Chief Executive Officer, auf den aber er mehr oder weniger in der Tat scharf gewesen sein würde. Sie, dazu, es sei doch „ein ökonomischer Schwachsinn“ stände sie in der Küche und „Du im Büro in der Bank“, das sei „eine völlige Fehlleitung von Ressourcen“, in diesem Fall mache jeder das, was er am schlechtesten könne.</p>
<p>Die beiden Mütter des Paares (v. l.), die der Helen (Ulrike Barthhuruff und Bastians Mutter Dr. Elisabeth Schröder-Röder (Gisela Kraft) dürfen in ihren Rollen aufgehen und Frauen-WG spielen und in mehreren Ehen geprägte Emanzen geben, die sich streng an nicht ausschließlich von Vor-Urteilen geprägte Klischees halten &#8211; was sie hinreißend tun …</p>
<p>Bizarr in den Text gelegte leichte Töne in gekonnt herausgearbeiteten Bögen von humoriger Verve zu voluminös-gewaltigem Tiefgang werden von Ute Richter in diesem Geschlechterkampf inszeniert als ein vehementes Gedankenspiel, eine effektvolle „Ablieferung“ des Textes, sie bringt ÜberzeugungstäterInnen auf die Bühne, die uns in ihrer Rolle als sehr verschieden einher kommende Mütter &#8211; augenzwinkernd &#8211; glauben machen wollen und sollen, dass wir ohne dieses „das war schon immer so“, ohne diese so als Schuldgefühl verinnerlichte Autorität nicht leben können (da seien Frauenbeauftragte in Rathäusern und anderswo  Agierende vor)  und uns nichts anderes übrig bleibt, als unter ihren Zwängen zu leiden. Draußen im Leben jedenfalls hilft da auch kein noch so deutliches „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“!</p>
<p>Jedoch findet  in dieser von Düffelschen Adaption des Vilarschen Bestsellers Dialog als Gedankengang, Gespräch als Erkenntnisprozess auf der Bühne jedenfalls noch statt und Ute Richters Regiekonzept erweist sich als Werk einer sensibel-wachen Fallenstellerin, welche die im Theater die Welt bedeutenden Bretter auch in dieser Arbeit nicht zu Brettern vorm Kopf werden lässt. Einmal mehr beweist sie, dass Theater eine überlebende Kunst ist, wenn sie nicht demonstriert, sondern auch schwer zu erklärenden Denkwürdigkeiten ein Podium für sinnliches und geistiges Vergnügen zu bieten in der Lage ist.</p>
<p>Aus diesem hervorragend aufgestellten Ensemble hat Ute Richter eine Seilschaft geschmiedet, mit der sie sich zwar auf die vom Autor vorgegebene Gratwanderung eingelassen hat. Jedoch versteht sie es, den Protagonisten weder hartes Training anmerken zu lassen noch das Ensemble vom manchmal recht schmalen Grat hinunter in klamaukige oder gar tumbe Situationskomik fallen zu lassen. Was dem Text durchaus auch zu entlocken gewesen wäre. Da steigt denn auch schon mal Romantik die Hintertreppe herauf &#8211; als herzzerreißender Kitsch. Richter tarnt ihn durch Ironie. Potentielle Zuschauer seien gewarnt: Tränen werden während der zwei wie im Flug vergehenden Theaterstunden schneller gelacht, als sie fließen können. Großer Beifall und Bravi für Ensemble und Regie. Von uns auch.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Jürgen Gottschling</strong></p>
<p style="text-align: right;">Noch bis Anfang März 2011 Kassentelefon: HD &#8211; 21069 &#8211; <a href="http://www.zimmertheaterheidelberg.de">www.zimmertheaterheidelberg.de</a> info@zimmertheaterheidelberg.de</p>
<p style="text-align: left;"><strong><em>Gerade wurde bekannt, dass Intendantin Ute Richte mit der höchsten vom Land Baden-Württemberg zu vergebenden Auszeichnung geehrt wird. Die Staufer-Medaille sowie die Urkunde wird ihr am Sonntag, 29. Januar 2012 um 12 Uhr nach der Mitgliederversammlung des Freundeskreises im Palais Prinz Carl verliehen.</em></strong></p>
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		<title>Endlich: Neinsager mal die Guten &#8211; Volksabstimmung „Stuttgart 21“</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 11:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstimmung-Kontrovers]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[InfoTicker aktuell]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonntag, 27. November 2011, findet in Heidelberg &#8211; wie in ganz Baden-Württemberg &#8211; die Volksabstimmung zu „Stuttgart 21“ statt. Formal gesehen wird dabei nicht über die tatsächliche Realisierung des Tiefbahnhofs abgestimmt, sondern über den Landesanteil an der Projektfinanzierung. Eine Volksabstimmung über das Projekt „Stuttgart 21“ direkt ist rechtlich nicht zulässig, weil Bahnprojekte Bundesangelegenheit sind. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag, 27. November 2011, findet in Heidelberg &#8211; wie in ganz Baden-Württemberg &#8211; die Volksabstimmung zu „Stuttgart 21“ statt. Formal gesehen wird dabei nicht über die tatsächliche Realisierung des Tiefbahnhofs abgestimmt, sondern über den Landesanteil an der Projektfinanzierung. <span id="more-6879"></span><br />
Eine Volksabstimmung über das Projekt „Stuttgart 21“ direkt ist rechtlich nicht zulässig, weil Bahnprojekte Bundesangelegenheit sind. Die Landesregierung kann nur den eigenen Finanzierungsanteil zur Abstimmung stellen.</p>
<p>Alle 95.415 (Stand 29. September 2011) stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger der Stadt Heidelberg sind aufgefordert, über folgende Frage zu entscheiden: „Stimmen Sie der Gesetzesvorlage ‚Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S 21-Kündigungsgesetz)´ zu?“.</p>
<p>Mit „Ja“ sprechen sich die abstimmungsberechtigten Bürgerinnen und Bürger gegen die Beteiligung des Landes, mit „Nein“ für eine Mitwirkung aus.</p>
<p>Wichtiges zur Volksabstimmung auf einen Blick</p>
<p><strong>ο    Rechtsgrundlage:</strong><br />
Rechtlich gesehen handelt es sich nicht um eine Wahl, sondern um eine Abstimmung; Rechtsgrundlage sind das Volksabstimmungsgesetz, die Landesstimmordnung sowie das Landtagswahlrecht.</p>
<p><strong>ο    Ergebnisvarianten: </strong><br />
Das S 21-Kündigungsgesetz ist angenommen, wenn die Mehrheit der Abstimmenden &#8211; mindestens jedoch ein Drittel aller Stimmberechtigten (Quorum) &#8211; mit „Ja“ stimmt.</p>
<p>Das S 21-Kündigungsgesetz ist abgelehnt, wenn die Mehrheit der Abstimmenden mit „Nein“ stimmt.</p>
<p>Das S 21-Kündigungsgesetz ist zudem abgelehnt, wenn zwar die Mehrheit der Abstimmenden mit „Ja“ stimmt, diese Mehrheit jedoch aus weniger als einem Drittel aller Stimmberechtigten besteht.</p>
<p><strong>ο    Stimmberechtigte: </strong><br />
Stimmberechtigt sind rund 7,8 Millionen Menschen in Baden-Württemberg. Abstimmungsberechtigt sind alle Deutschen, die am Tag der Abstimmung das 18. Lebensjahr vollendet haben und mindestens seit 27. August 2011 mit Hauptwohnung oder alleiniger Wohnung in Baden-Württemberg wohnen. Auslandsdeutsche und Unionsbürger sind für die Volksabstimmung nicht stimmberechtigt.</p>
<p><strong>ο    Benachrichtigung der Stimmberechtigten: </strong><br />
Die Stimmberechtigten werden nicht mit der von Wahlen gewohnten Karte über die Abstimmung informiert, sondern per Brief &#8211; wie zukünftig auch bei allen anderen Wahlen. Diese Benachrichtigung wird voraussichtlich in der Woche ab 24. Oktober bis spätestens Sonntag, 6. November 2011, zugestellt.</p>
<p>Wer bis dahin keine Stimmbenachrichtigung erhalten hat, aber stimmberechtigt ist, wird gebeten, sich ab 7. November 2011 bei der Wahldienststelle der Stadt Heidelberg (Telefon 06221 58-13550) zu melden. Dies gilt auch, wenn andere Haushaltsangehörige bereits eine Benachrichtigung erhalten haben.</p>
<p><strong>ο    Briefabstimmung ab Montag, 7. November 2011:</strong><br />
Stimmberechtigte Bürgerinnen und Bürger, die am Tag der Abstimmung verhindert sind, in ihrem Abstimmungsraum an der Abstimmung teilzunehmen, benötigen  einen Stimmschein. Dieser berechtigt nicht nur zur Teilnahme an der Briefabstimmung, sondern ermöglicht auch die Abstimmung in jedem beliebigen Abstimmungsraum im gesamten Abstimmungsgebiet Baden-Württemberg.</p>
<p>Aus rechtlichen Gründen dürfen Stimmscheine erst ab Montag, 7. November 2011, ausgegeben werden. Ab dann sind Stimmscheine bis Freitag, 25. November 2011, bei den Bürgerämtern der Stadt Heidelberg zu den üblichen Öffnungszeiten erhältlich. Die Wahldienststelle im Bürgeramt Mitte, Bergheimer Straße 69, 69115 Heidelberg, ist am 25. November durchgehend von 8 bis 18 Uhr geöffnet. In allen Bürgerämtern kann bei Abholung der Briefabstimmungsunterlagen auch sofort abgestimmt werden.</p>
<p><strong>ο    Online-Anträge zur Briefabstimmung:</strong><br />
Anträge auf Ausstellung eines Stimmscheines beziehungsweise von Briefabstimmungsunterlagen können ab Mittwoch, 26. Oktober, über die städtische Homepage unter www.heidelberg.de/wahlen online beantragt werden. Hierzu werden die Daten der Stimmbenachrichtigung benötigt.</p>
<p><strong>ο    Umzug innerhalb Heidelbergs: </strong><br />
Stimmberechtigte, die innerhalb Heidelbergs umgezogen sind und sich nach dem 23. Oktober 2011 in einen anderen Stimmbezirk der Stadt umgemeldet haben, bleiben weiterhin im Stimmberechtigtenverzeichnis ihres alten Wohnbezirks eingetragen. Sie können also zunächst nur dort unter Vorlage ihrer Stimmbenachrichtigung und/oder eines Personalausweises/Passes abstimmen.</p>
<p>Wer in einem anderen Abstimmungsraum zur Urne gehen möchte, benötigt dazu einen Stimmschein, den er auf Antrag zusammen mit den Briefabstimmungsunterlagen erhält.</p>
<p><strong>Weitere Informationen</strong><br />
Weitere Informationen zum Volksentscheid gibt es bei der Wahldienststelle der Stadt Heidelberg im Bürgeramt, Bergheimer Straße 69, 69115 Heidelberg, Telefon 06221 58-13550, per E-Mail an Wahldienststelle@Heidelberg.de, im Internet unter www.heidelberg.de/wahlen sowie im städtischen Amtsanzeiger STADTBLATT.</p>
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		<title>Rock im Turm</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 15:09:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[InfoTicker aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Rundschau]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Science Tower der SRH Hochschule Heidelberg wird zur Bühne für Rockkonzerte. Die Mike Leister Band spielt Klassiker und Balladen von Queen bis Metallica. Bass, Schlagzeug und schnelle Gitarrenriffs – durch die Gänge des blauen SRH Towers schallen am 15. September erstmals Rockklassiker. Für ihre moderne und innovative Studienform bekannt, wird die SRH Hochschule ab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Science Tower der SRH Hochschule Heidelberg wird zur Bühne für Rockkonzerte. Die Mike Leister Band spielt Klassiker und Balladen von Queen bis Metallica.<br />
<span id="more-6799"></span></p>
<div id="attachment_6803" class="wp-caption alignright" style="width: 290px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/09/Rock-im-Turm1.jpg"><img class="size-full wp-image-6803" title="Rock im Turm" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/09/Rock-im-Turm1.jpg" alt="" width="280" height="428" /></a><p class="wp-caption-text">Der Science Tower der SRH Hochschule Heidelberg</p></div>
<p>Bass, Schlagzeug und schnelle Gitarrenriffs – durch die Gänge des blauen SRH Towers schallen am 15. September erstmals Rockklassiker. Für ihre moderne und innovative Studienform bekannt, wird die SRH Hochschule ab jetzt zum Veranstaltungsort für Rockkonzerte. Unter dem Motto „Rock im Turm“ tritt die 6köpfige Mike Leister Band ab 20 Uhr mit einem Konzertprogramm aus der Rockgeschichte auf. Einlass ist um 19 Uhr.</p>
<p>Seit 1978 als Band unterwegs, ist das Markenzeichen von Mike Leister, Melanie Leister, Sebastian Schwöbel, Hans-Jürgen Siebert, Thomas Katzenmayer und Marcus Spohr die mehrstimmige Vertonung von Rocktiteln. „Wir haben viel Bühnenerfahrung, aber auch für uns ist es das erste Mal in einem Turm zu spielen. Wir freuen uns sehr auf das besondere Ambiente“, sagt Bassist Hans-Jürgen Siebert.</p>
<p>Die ausgefallene Architektur des SRH Science Towers wurde vom Architekturbüro Donnig und Unterstab aus Rastatt entworfen. Zukünftig neben anderen Kulturveranstaltungen als Bühne für Rockkonzerte genutzt, trägt er zum vielseitigen Kulturprogramm für Heidelberger und zum abwechslungsreichen Campusleben für die 2.300 Studierenden der SRH Hochschule bei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Karten für das Rockkonzert gibt es im Sekretariat und am Empfang, Bonhoefferstrasse 1. Der Eintritt kostet 5 Euro.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Leben mit &#8220;Leben in der Altstadt&#8221; &#8211; &#8220;LindA&#8221;</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/6785/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 21:40:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[HD retten. Mit Herz und Hirn]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[InfoTicker aktuell]]></category>

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		<description><![CDATA[In Heidelberg hat es die „Initiative Leben in der Altstadt“ geschafft, dass Wirte (hoch strafbewehrt) nach 23 Uhr nichts mehr ausschenken dürfen an Gäste, die erkennbar nach draußen gehen wollen. Ein Pyrhussieg! Dass nämlich so auch der Stadt Knete durch verminderte Umsatzsteuer entgeht, ist den LindAnerInnen ebenso schnuppe, wie die Tatsache, dass (siehe oben) selbst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Heidelberg hat es die „Initiative Leben in der Altstadt“ geschafft, dass Wirte (hoch strafbewehrt) nach 23 Uhr nichts mehr ausschenken dürfen an Gäste, die erkennbar nach draußen gehen wollen. Ein Pyrhussieg! <span id="more-6785"></span> Dass nämlich so auch der Stadt Knete durch verminderte Umsatzsteuer entgeht, ist den LindAnerInnen ebenso schnuppe, wie die Tatsache, dass (siehe oben) selbst die Polizei einräumt, dass von vor Kneipen sitzenden oder stehenden Gästen eine soziale Kontrolle der „Rucksacksäufer“ ausgehe (dazu gehören auch die sogenannten Junggesellenverabschiedungs &#8211; Gruppen“, die &#8211; bereits „vorgeglüht“, das meint besoffen, aus dem Umland  einfallen). Im Juli 2009 hatte der Verwaltungsgerichtshof nach einer Normenkontrollklage des Freiburger Arbeitskreises kritischer Juristinnen und Juristen (AKJ) das Alkoholverbot – im Bermudadreieck am Martinstor in den Nächten von Freitag bis Montag – einkassiert.</p>
<p>In Heidelberg hat es die „Initiative Leben in der Altstadt“ geschafft, dass Wirte nach 23 Uhr nichts mehr ausschenken dürfen an Gäste, die erkennbar nach draußen gehen wollen. Ein Pyrhussieg! Dass nämlich so auch der Stadt Knete durch verminderte Umsatzsteuer entgeht, ist jedenfalls den LindAnerInnen ebenso schnuppe, wie die Tatsache, dass (siehe obigen Beitrag) selbst die Polizei einräumt, dass von vor Kneipen sitzenden oder stehenden Gästen eine soziale Kontrolle der „Rucksacksäufer“ ausgehe (dazu gehören auch die sogenannten Junggesellenverabschiedungs &#8211; Gruppen“, die &#8211; bereits „vorgeglüht“, das meint besoffen, aus dem Umland  einfallen).</p>
<p>Was bedeutet nun das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs für Heidelberg?  (In Anführung gesetzte Passagen sind wörtliche Zitate daraus).</p>
<p><strong>Erstens</strong> ist es überhaupt nicht erwiesen, dass Alkohol automatisch gewalttätig macht. „Nahezu alle Menschen, die in der Altstadt Alkohol konsumieren oder mit sich führen, begehen keine Gewalttaten. Das ist die absolute Ausnahme. Gefahren ergeben sich erst aus den weiteren Handlungen Einzelner“, deshalb müsse man diesen auch mit Einzelmaßnahmen begegnen und nicht mit einem allgemeinen Verbot. Fazit des Arbeitskreises kritischer Juristen: „Das pauschale Alkoholverbot setzt viel zu früh und viel zu breit an.“</p>
<p><strong>Zweitens</strong> müsse, wer wie „LindA“ der Auffassung ist, dass Alkohol Gewalt verursache, generell verbieten lassen, dass Menschen alkoholisiert die Verbotszone (Altstadt) betreten. Schließlich könne man sich nicht nur durch mitgebrachten Alkohol, sondern auch zu Hause oder in Kneipen betrinken. Folglich müsste eine Alkoholisierung unabhängig vom Ort des Alkoholkonsums verboten werden, sei es zu Hause oder in Kneipen. Denn: &#8220;Der mitgebrachte Alkohol kann nicht aggressiver machen als der in Kneipen oder Diskotheken getrunkene.&#8221;  Mithin macht die Differenzierung des Ortes des Alkoholkonsums keinen Sinn. Es sei denn, es gelte, die Interessen der Gastronomie zu wahren. Konsequenter wäre es da aus Sicht der Krakehler gegen Krakehl, Herumgekotze und Randale (für die wir alles Verständnis haben &#8211; nicht aber für Jene, die das für politischen Krakehl instrumentalisieren!),  ab einer gewissen Promillegrenze niemanden mehr in die Altstadt &#8211; oder in die Untere Straße &#8211; hineingehen zu lassen. Den LindAnerInnen wäre, eine solche Forderung aufzugreifen jedenfalls nach Kenntnis ihres gesamten Forderungskataloges allemal zuzutrauen &#8211; …</p>
<p><strong>Drittens</strong> ist es für die kontrollierenden Polizisten in vielen Fällen überhaupt nicht möglich, zu erkennen, wo jemand Alkohol trinke – ob also jemand sein Bier ioder ihren Wein in der „Verbotszone“ trinken oder diese nur durchqueren wolle.</p>
<p><strong>Viertens</strong> sei das Verbot unverhältnismäßig, da die Zahl der Gewalttaten von Januar bis Mai 2008 (in Freiburg) nur minimal um 13 – von 82 auf 69 – gesunken seien, und das vor allem in der Nacht von (!) Sonntag auf Montag. Es sei demnach gar nicht erwiesen, dass die Polizeiverodnung greife (und das ist in Heidelberg nicht anders). Abgesehen davon, hat die Polizei selbst eingeräumt, dass die Gewalt in dem Moment zugenommen habe, in dem sie – so geschehen im Mai – ihre Präsenz heruntergefahren habe. Was dafür spreche, dass höhere Polizeipräsenz in den relevanten Zeiten entscheidend sei.</p>
<p>Wir verweisen (nicht zuletzt, weil OberLindAnerIn Karin Werner Jensen dies alles genau weiß, jedoch populistisch-  und wählerwirksam dennoch diese Polizeiverordnung von der Verwaltung fordert (no ta bene hat sie ja auch die von ihr initiierten Bettücher  n i c h t  an ihrem Haus aufgehängt- regt das nicht wenigstens ein ganz klein wenig mehr als gar nicht zum nachdenken an?!)<strong><em><strong> zu guter Letzt</strong></em></strong> auch hin auf ein Urteil des VGH aus bereits dem Jahr 1998, das eine ähnlich formulierte Verordnung der Stadt Ravensburg für rechtswidrig erklärt hatte. Ein bußgeldbewehrtes Verbot unterhalb der Gefahrenschwelle sei rechtswidrig, da es deutlich vor einer Belästigung ansetze. &#8220;Das Vermeiden bloßer Ärgernisse ist für die Kommunen laut VGH keine zulässige polizeiliche Zielsetzung.&#8221; Eine Polizeiverordnung könne auch nicht zur Aufwertung öffentlicher Plätze herhalten. Außerdem sei sie viel zu unbestimmt formuliert (&#8220;außerhalb von Freischankflächen oder Einrichtungen wie Grillstellen&#8221;). Polizisten könnten gar nicht feststellen, wann der Zweck des Alkoholgenusses andere Zwecke, zum Beispiel den der Kommunikation, überwiege.</p>
<p>Auch was mit der Eignung der Auswirkungen des Alkoholgenusses gemeint sei, könne nicht annähernd sicher festgestellt werden. &#8220;Durch diese völlig unbestimmte Formulierung droht die Polizeiverodnung, die für Verstöße ja immerhin ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro androht, Menschen auch vom legalen einfachen Alkoholkonsum im öffentlichen Raum abzuhalten.&#8221; Insgesamt sei die Verordnung unangemessen und unverhältnismäßig und eine &#8220;erhebliche Freiheitseinschränkung&#8221;, der allenfalls ein minimaler Nutzen gegenüberstehe.</p>
<p>Und, <strong>zu schlechter Letzt</strong>,  ist es dezidiert (schlicht) gegen den Gleichheitsgrundsatz, wenn Wirte &#8211; strafbewehrt &#8211; nach 23 Uhr nichts mehr nach draußen ausschenken dürfen (die ganze Nacht über aus im Rucksack trinkende Auswärtige, die die Zeit ja irgendwie und mithin eben herumsaufend herumbringen müssen, bis nämlich der erste Zug nach Sinsheim, Pirmasens oder Kaiserslautern fährt),  dies aber anderswo wie auch in Heidelberg schon dürfen …).</p>
<p>Apropos &#8211; nachher, in 20 Minuten, (Freitag, 2. September) um 23 Uhr, trifft sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Bindung in der Unteren Straße mit Genossinnen und Genossen, um vor Ort festzustellen, was man(n) da neuerlich (nach dem von ihm durchgeboxten Rauchverbot in Kneipen) vor der nächsten Wahl noch publikumswirksam verbieten lassen könnte! Wir (weil auch ichein Genosse bin) werde dort sein. Nicht mitmarschirend, sondern draußen vor der (Kneipen)-Tür stehe. Mit Rucksack! Und Riesling!</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Jürgen Gottschling</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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