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	<title>Neue Rundschau &#187; Junge Rundschau</title>
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		<title>Proteste gegen das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA)</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 14:01:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von:          presse@piratenpartei-bw.de Betreff:     Die Piratenpartei Baden-Württemberg ruft zum Protest gegen ACTA auf Datum:     2. Februar 2012 09:41:05 MEZ An:             gottschling@rundschau-hd.de &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Pressemitteilung der Piratenpartei, Landesverband Baden-Württemberg zur sofortigen Veröffentlichung: &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Seit 2008 wurde trotz öffentlicher Proteste das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) im Geheimen verhandelt. Die Piratenpartei Baden-Württemberg fordert das EU-Parlament und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von:          presse@piratenpartei-bw.de<br />
Betreff:     Die Piratenpartei Baden-Württemberg ruft zum Protest gegen ACTA auf<br />
Datum:     2. Februar 2012 09:41:05 MEZ<br />
An:             gottschling@rundschau-hd.de<span id="more-7197"></span></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
Pressemitteilung der Piratenpartei, Landesverband Baden-Württemberg zur<br />
sofortigen Veröffentlichung:<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
Seit 2008 wurde trotz öffentlicher Proteste das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) im Geheimen verhandelt. Die Piratenpartei Baden-Württemberg fordert das EU-Parlament und den Bundestag auf, diesen Vertrag abzulehnen. Um dieser Aufforderung Nachdruck zu verleihen, rufen wir zur Teilnahme an den internationalen Protesten gegen ACTA am 11.Februar 2012 auf. Denn auch im Ländle wird an diesem Tag in Freiburg [1], Mannheim [2], Stuttgart [3], Ulm [4] und vielen anderen Orten demonstriert. [5]</p>
<p>„ACTA ist ein Vertragswerk, das die Provider zur privat betriebenen Polizei macht. Es wird die medizinische Versorgung von vielen Menschen in Entwicklungsländern dramatisch verschlechtern und in Folge dessen für deren Tod verantwortlich sein. Es soll zudem ohne jede öffentliche Beteiligungsmöglichkeit verabschiedet werden.&#8221;, so Sven Krohlas, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Baden-Württemberg. „Hier werden Bürger- und Menschenrechte unter dem Schild des Kampfes gegen Produktpiraterie massiv angegriffen und das Leben vieler Menschen bedroht.&#8221;, kritisiert Krohlas weiter.</p>
<p>Bereits vor den Demonstrationen, zu denen wir bundesweit hundertausende Teilnehmer erwarten, kann die Onlinepetition zum Thema ACTA mitgezeichnet werden, die bereits von etwa 1,5 Millionen Menschen weltweit unterstützt wird. [6]</p>
<p>Quellen<br />
<a href="https://www.facebook.com/events/313894588647456/">[1] https://www.facebook.com/events/313894588647456/</a><br />
<a href="https://www.facebook.com/events/267555573314186/">[2] https://www.facebook.com/events/267555573314186/</a><br />
<a href="https://www.facebook.com/events/144489442335635/">[3] https://www.facebook.com/events/144489442335635/</a><br />
<a href="https://www.facebook.com/events/199865750111770/">[4] https://www.facebook.com/events/199865750111770/</a><br />
<a href="[5] http://maps.google.com/maps/ms?msid=212120558776447282985.0004b7b33e16f13c710c7&amp;msa=0&amp;ll=51.454007,15.424805&amp;spn=21.502982,67.631836">[5] http://maps.google.com/maps/ms?msid=212120558776447282985.0004b7b33e16f13c710c7&amp;msa=0&amp;ll=51.454007,15.424805&amp;spn=21.502982,67.631836</a><br />
<a href="http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet_spread/">[6] http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet_spread/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Jürgen Gottschling von den Heidelberger Piraten &#8211; wir hören voneinander &#8211; im Gemeinderat!</strong></p>
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		<title>Die Welt der Encyclopédie &#8211; &#8220;Bibel der Aufklärung&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 15:51:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit Argusaugen beobachtete die deutsche Intelligenz vor 250 Jahren, was in Frankreich zum aufsehenerregendsten und größten Bucherfolg der Aufklärung werden sollte: das Erscheinen der Encyclopédie von Denis Diderot und Jean Le Rond d&#8217;Alembert. Die Weimarer Klassiker etwa erblickten in dieser Summe der französischen Aufklärung ein bloß sekundäres, ein wiederaufbereitetes Wissen, das die menschlichen Kenntnisse nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Argusaugen beobachtete die deutsche Intelligenz vor 250 Jahren, was in Frankreich zum aufsehenerregendsten und größten Bucherfolg der Aufklärung werden sollte: das Erscheinen der Encyclopédie von Denis Diderot und Jean Le Rond d&#8217;Alembert. Die Weimarer Klassiker etwa erblickten in dieser Summe der französischen Aufklärung ein bloß sekundäres, ein wiederaufbereitetes Wissen, das die menschlichen Kenntnisse nicht philosophisch begründet, sondern nur reproduziert, aufzählt. <span id="more-3326"></span></p>
<div id="attachment_7167" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/diderot.jpg"><img class="size-full wp-image-7167" title="diderot" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/diderot.jpg" alt="" width="250" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Während Denis Diderot (1713-84) in seiner skeptischen Periode noch ausgerufen hatte: »O Gott, ich weiß nicht, ob du bist, aber ich will in meinen Gesinnungen und Taten so verfahren, als ob du mich denken und handeln sähest,« erklärt er später: Es gibt nur ein einziges großes Individuum, das Weltall. Das Gehirn, ja die ganze Welt ist ein sich selbst spielendes Klavier. Die Natur bedarf keines persönlichen Gottes, ebensowenig wie der Mensch einer anderen Unsterblichkeit als des Fortlebens im Nachruhm.</p></div>
<p>Der Hofprediger Johann Gottfried Herder monierte 1769:<br />
<em>&#8220;Jetzt macht man schon Encyklopädien: ein D&#8217;Alembert und Diderot selbst lassen sich dazu herunter: und eben dies Buch, was den Franzosen ihr Triumph ist, ist für mich das erste Zeichen zu ihrem Verfall. Sie haben nichts zu schreiben und machen also Abregés, Dictionaires, Histoires, Vocabulaires, Esprits, Encyklopedien, u.s.w. Die Originalwerke fallen weg&#8221;.</em></p>
<p>Ähnlich nörgelte Herders Weimarer Mitbürger Goethe in der Farbenlehre über die Kerntruppe der französischen Aufklärer, die &#8220;Enzyklopädisten&#8221;:</p>
<p><em>&#8220;Da ein Lexikon so wie ein Compendium einer Erfahrungswissenschaft eigentlich nur eine Sammlung des kursierenden Wahren und Falschen ist, so wird man auch von dieser Gesellschaft nichts weiter erwarten&#8221;.</em></p>
<p>Solche Urteile freilich wurden dem enzyklopädischen Monument der französischen Aufklärung in keiner Weise gerecht; offensichtlich tat man sich im zeitgenössischen Deutschland schwer mit dem französischen Modell einer vorbehaltlosen Aufklärung in Form eines enzyklopädischen Wörterbuchs. Zwar wurden auch im Deutschland des 18. Jahrhunderts Enzyklopädien geschrieben: Zwischen 1732 und 1754, also schon vor der französischen Enzyklopädie, erschien Johann Heinrich Zedlers 64-bändiges Grosses vollständiges Universal-Lexicon, und in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts wurden gleich zwei Großprojekte initiiert: die Fragment gebliebene, sogenannte Deutsche Encyclopädie, die zwischen 1778 und 1807 in 23 Bänden erschien, und Johann Georg Krünitz&#8217; 247-bändige Oeconomisch-technische Encyclopädie, deren Fertigstellung nicht weniger als achtzig Jahre benötigte. Doch keines dieser deutschen Lexika, schon gar nicht die bürgerlichen Konversationslexika des 19. Jahrhunderts à la Brockhaus oder Meyer, keines hatte die moralische, politische und wissenschaftliche Sprengkraft der Enzyklopädie von Diderot und d&#8217;Alembert; keines ist so vorbehaltlos als universale Umsetzung des kritischen Programms der Aufklärung aufgetreten, und keines hatte eine so große wissenschaftliche und gesellschaftliche Wirkung.</p>
<p>Gerade diese Kompromisslosigkeit im Anspruch der Aufklärung aber ist es, die die französische Enzyklopädie 250 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bandes nunmehr auch in Deutschland feierlich erinnern läßt, mehr noch: ihr eine aktuelle Bedeutung verleiht. Kaum ein Forum könnte dazu geeigneter sein, als Hans Magnus Enzensbergers &#8220;Andere Bibliothek&#8221;. Unter dem Titel Die Welt der Encyclopédie wird hier die &#8220;Bibel der Aufklärung&#8221; für das 21. Jahrhundert wiederentdeckt. Offensichtlich geht es dabei weniger um die Form der Enzyklopädie, als vielmehr um ihr Programm: eben um die Aufklärung. Es ist, als sprängen vom alten, nicht gerade bescheidenen Anspruch der französischen Enzyklopädisten, mit einem Buch die Menschheit verbessern zu wollen, Funken in eine Gegenwart, der Wissen zur bloßen Information, Enzyklopädie zur Datenbank geworden ist. &#8220;Arche Noah in unserer Zeit der beliebig verfügbaren, verlinkten Information &#8211; Orakel auf unserem Weg durchs 21. Jahrhundert&#8221;, so beschwören die Herausgeber die Aktualität der Encyclopédie für unsere Gegenwart.</p>
<p><strong>Was aber ist diese &#8220;Welt der Encyclopédie&#8221;, und was kann sie uns heute bedeuten,</strong><strong> wenn wir sie nicht bloß ins Museum stellen wollen? </strong></p>
<div id="attachment_7178" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/aufgeklärt-aber-dann1.jpg"><img class="size-full wp-image-7178" title="aufgeklärt, aber dann" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/aufgeklärt-aber-dann1.jpg" alt="" width="250" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Nun also wären wir aufgeklärt: „Das Leben ist“, frei nach (jetzt sind wir schon ein Stück weiter als Kant) Ludwig Wittgenstein, „wie ein Messer ohne Klinge, dem der Griff fehlt“? Was aber, Clemens P. , fangen wir  damit  an …?</p></div>
<p>Auf die Frage, was denn die &#8220;Welt&#8221; oder der &#8220;Idee&#8221; der Encyclopédie sei, geben programmatische Texte von Diderot, aber auch ein Essay des amerikanischen Historikers Robert Darnton Auskunft. Die Encyclopédie tritt auf, so macht dieser deutlich, mit einem Skandalon; der öffentliche Aufschrei bei ihrer Publikation unterstreicht dies. Was aber war so skandalös an der Encyclopédie ? Die Provokation liegt in der Konzeption: Was 1745 von dem geschäftstüchtigen Verleger André-François Le Breton zunächst als bloße Übersetzung der englischen Cyclopedia (1728) des Quäkers Ephraim Chambers geplant war, entwickelte sich nach der Hinzuziehung von Diderot und dessen Freund, dem Mathematiker d&#8217;Alembert, bald zum Plan einer eigenständigen Enzyklopädie mit ganz neuen Voraussetzungen. Die beiden Herausgeber wollten das Wissen von älteren Hierarchien befreien und neu anordnen.</p>
<p><strong>Die schärfsten Spitzen dieses neuen Wissens richten sich gegen die Kirche, gegen alle Formen religiöser Gängelung überhaupt. </strong></p>
<p>Die Enzyklopädie enthält zudem auch deutliche Ansätze zu einem politischen Programm: Rousseau, Voltaire und Montesquieu plädierten für Pressefreiheit, Gewaltenteilung und konstitutionelle Monarchie; man sah in der Encyclopédie deshalb so etwas wie die ideelle &#8220;Kriegsmaschine der Französischen Revolution&#8221;. Und auch im ökonomischen Bereich war die Encyclopédie bahnbrechend: Führende Physiokraten wie Quesnay und Turgot forderten die Befreiung von Handel und Industrie aus den ständischen und staatlichen Bindungen. Unmittelbar augenfällig ist auch die Aufwertung des Handwerks, der Technik und der Industrie, die in älteren Enzyklopädien meist nur marginal behandelt wurden. Die berühmten elf Tafelbände der Encyclopédie dokumentieren dies auf eindrückliche Weise. Sogar enzyklopädieskeptische Zeitgenossen wie der jungen Goethe waren davon begeistert: In den Tafelbänden zu blättern sei gewesen,<br />
<em><br />
[…] als wenn man zwischen den unzähligen beweglichen Spulen und Webstühlen einer großen Fabrik hingeht, und vor lauter Schnarren und Raggeln, vor allem Aug&#8217; und Sinne verwirrenden Mechanismus, vor lauter Unbegreiflichkeit einer auf das mannigfaltigste in einander greifenden Anstalt, in Betrachtung dessen, was alles dazu gehört, um ein Stück Tuch zu fertigen, sich den eigenen Rock selbst verleidet fühlt, den man auf dem Leibe trägt.</em></p>
<p>Wie sich die Wahrnehmung ändert: was selbst Goethe begeisterte, wird in der jüngsten deutschen Übersetzung leider völlig ausgeblendet: Tausende von Seiten voller Maschinen und Werkzeuge scheinen nicht eine einzige Abbildung wert.</p>
<p>Unvergessen hingegen bleibt ihr befreiender Gestus gegen den absolutistischen Staat und gegen die Kirche. Die Jesuiten und Jansenisten heulten nicht erst auf, als im Juni 1751 der erste Band der Encyclopédie erschien. Der Brief über die Blinden zum Gebrauch für die Sehenden , der nicht nur vom Sehen, sondern auch von den Schwierigkeiten, ja Unmöglichkeiten eines Gottesbeweises handelt, brachte Diderot schon 1749 für drei Monate in das Gefängnis von Vincennes. Spätestens damit wurde klar, daß sich das Programm der Aufklärung nicht selbstverständlich und offen formulieren ließ. Die Enzyklopädie entwickelte deshalb eine Schreibkunst, die die gefährlichen Wahrheiten &#8211; ganz im Sinne von Leo Strauss&#8217; Persecution and the art of writing &#8211; an der Zensur vorbeimanövrieren sollte: die Technik der Verweise und versteckten Anspielungen. In seinem Artikel zum Begriff der &#8220;Enzyklopädie&#8221; gibt Diderot Auskunft über dieses Verfahren: zur Typologie der Querverweise zählt er die sogenannten &#8220;renvois satyriques&#8221;, satirische Anspielungen also, deren Zweck es sei, &#8220;das Lächerliche und das Schlechte&#8221; verdeckt bloßzustellen. So liefert etwa der Artikel &#8220;Eucharistie&#8221; eine scheinbar mustergültige Abhandlung über die heilige Kommunion, nur am Ende findet sich der merkwürdige Hinweis &#8220;siehe Menschenfresser&#8221;. Dass dies nicht etwa ein Versehen ist, sondern System hat, wird wiederum am Ende des Artikels &#8220;Menschenfresser&#8221; deutlich: er schließt mit dem Hinweis &#8220;siehe auch Eucharistie, Kommunion, Altar, etc.&#8221;</p>
<p>Das Erscheinen des ersten Bandes rief dennoch unweigerlich die staatliche und kirchliche Autorität auf den Plan, der König Ludwig XV setzt den Aufseher Malesherbes zur Überwachung der weiteren Publikation ein &#8211; ein Glücksfall, wie sich erweisen sollte, denn dieser warnte Diderot wiederholt vor der Durchsuchung durch seine eigenen Leute, versteckte gar heikle Papiere. Nach dem Erscheinen des zweiten Bandes Anfang 1752 spitzte sich die Lage zu: Die Encyclopédie wurde auf Befehl des Königs verboten, mit folgender Begründung:</p>
<p><em>&#8220;wegen mehrerer Maximen, die darauf abzielen, die königliche Autorität zu zerstören, den Geist der Ungläubigkeit und die Revolte zu befestigen und, mit dunklen und zweideutigen Begriffen, die Grundlagen des Irrtums, der Sittenverderbnis und des Unglaubens zu errichten&#8221;.</em></p>
<p>Malesherbes erreichte, daß die Arbeit dennoch fortgesetzt werden konnte. So entstand unter externen, aber auch internen Kämpfen das Organ der französischen Aufklärung, geschrieben von seiner intellektuellen Elite: Zu Diderots und d&#8217;Alemberts Mitarbeitern zählten u.a. Rousseau, Voltaire, Buffon, Marmontel, Montesquieu, Condorcet, d&#8217;Holbach, Turgot.</p>
<p>Nicht nur trotz, sondern auch wegen den Angriffen von staatlicher und kirchlicher Seite wurde die Encyclopédie zu einem der größten Erfolge des französischen Buchhandels: der Skandal wirkte als Werbung. Ursprünglich wollten die Verleger 1625 Exemplare drucken; im Jahr 1754 waren es 4255, und bis 1789 verdienten die Verleger mit den verschiedenen Auflagen in zunehmend kleineren und erschwinglicheren Formaten viele Millionen Livres. Mehr noch: Die Verleger brüsteten sich nicht nur, den größten Coup in der Geschichte des Buchhandels gelandet, sondern auch die Aufklärung verbreitet zu haben, so die Werbung für die kleinformatige Quartausgabe:</p>
<p><em>&#8220;Niemals hatte ein Unternehmen dieser Art und dieses Ausmaßes einen solchen Erfolg. Sollte es in dieser besten aller möglichen Welten an Aufklärung mangeln, so wird das gewiß nicht unsere Schuld sein&#8221;.</em></p>
<div id="attachment_7168" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/kant.jpg"><img class="size-full wp-image-7168" title="kant" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2012/01/kant.jpg" alt="" width="250" height="188" /></a><p class="wp-caption-text">Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung (und, nota bene der unsere). Immanuel Kant in: Berlinische Monatsschrift. Dezember-Heft 1784. </p></div>
<p>Eben diesen Anspruch der Aufklärung durch das Buch ist es, den Büchermacher wie Enzensberger aufgreifen. Denn die Aufklärung ist &#8211; wenn sie denn in Deutschland überhaupt stattgefunden hat &#8211; nicht etwa abgeschlossen, sondern ein stets weiterzuführendes Vorhaben. Daß ein Buch es befördert, war immer schon der pädagogische Optimismus der Enzyklopädisten. Wer französisch liest und mal eben 14.875.- Mark übrig hat, mag den kompletten Nachdruck der Encyclopédie in 35 Bänden erstehen &#8211; notabene beim Stuttgarter Verlag frommann-holzboog. Für eine erschwinglichere deutschsprachige Auswahl haben im Jubiläumsjahr gleich zwei Verlage gesorgt: Reclam Leipzig, der eine ältere Ausgabe von 1972 &#8211; leider reduziert &#8211; wieder aufgelegt hat, und die erwähnte Eichborn-Ausgabe in Enzensbergers &#8220;Anderer Bibliothek&#8221;. Während die Reclam-Auswahl eher konzeptlos einzelne jeweils stark verkürzte Artikel vorlegt, zielt die Eichborn-Ausgabe auch auf seine Aktualisierung für unser junges Jahrhundert, das sich als das der digitalisierten Information anschickt. Dem buchlosen Informationswissen vermag das enzyklopädische Buch der Bücher ein engagiertes Wissen entgegenzustellen. Der schöne, bordeaux-rote Leinenband des Eichborn-Verlags feiert aber nicht nur die alte Enzyklopädie im Medium des Buches, sondern auch ihre Qualität eines engagierten Wissens. Neben der Übersetzung einer Auswahl von Artikeln erprobt der Band ihre Aktualität förmlich dialogisch. Dieser Dialog mit der Enzyklopädie wird dadurch erreicht, daß &#8211; allerdings etwas willkürlich &#8211; neuere maximenartige Zitate in die Artikel eingestreut und einzelne signifikante Artikel für die Gegenwart weitergeschrieben werden. Christina von Braun etwa schickt Abbé Mallets &#8220;Adam&#8221; ein &#8220;Ach, Adam&#8221; nach; Alexander Kluge stellt dem Artikel &#8220;Guerre&#8221; des Chevalier de Jaucourt (einer der wichtigsten Mitarbeiter von Diderot) eine differenzierte Reflexion über den &#8220;Krieg&#8221; nach; Enzensberger ergänzt den &#8220;Luxus&#8221;; Lars Gustaffson das &#8220;Nichts&#8221;; Michael Krüger die &#8220;Seele&#8221;; Daniel Cohn-Bendit das &#8220;Vaterland&#8221;, um einige Beispiele zu nennen. Gewiß sind nicht alle dieser Aktualisierungen gleich gut gelungen und gewiß läßt sich über die Auswahl der übersetzten Artikel streiten &#8211; schmerzliche Lücken wird man bei dieser im Verhältnis zur Vorlage immer noch bescheidenen Auswahl leicht finden, man denke etwa an Voltaires Artikel &#8220;esprit&#8221;. Das Vorhaben aber, die Encyclopédie nicht bloß zu feiern, sondern auch ins 21. Jahrhundert fortzuschreiben, ist dem Band des Eichborn-Verlags zweifellos gelungen: das Feuer jenes Buches, das Welt verändern will, ist darin zu finden.</p>
<p><em>Ediert von Anette Selg und Rainer Wieland. Aus dem Französischen von Holger Fock, Theodor Lücke, Eva Moldenhauer und Sabine Müller. Eichborn, 496 S., EUR 77 Andreas Kilcher</em></p>
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		<title>Piratenpartei &#8220;gegen reflexhaft gewollte Einführung der VDS&#8221;</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/7101/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 10:26:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach Ansicht der Piratenpartei fordern Politiker der Unionsparteien nach Verbrechen nahezu reflexhaft die Einführung der Vorratsdatenspeicherung (VDS). Dabei ist es egal, ob es um Islamisten, organisierte Kriminalität oder wie jüngst um die sogenannten Nazi-Morde geht. Allerdings gibt es nach wie vor keine Nachweise für die Sinnhaftigkeit der VDS: Trotz Beobachtung der Zwickauer Terrorzelle über mehrere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Ansicht der Piratenpartei fordern Politiker der Unionsparteien nach Verbrechen nahezu reflexhaft die Einführung der Vorratsdatenspeicherung (VDS). Dabei ist es egal, ob es um Islamisten, organisierte Kriminalität oder wie jüngst um die sogenannten Nazi-Morde geht. <span id="more-7101"></span>Allerdings gibt es nach wie vor keine Nachweise für die Sinnhaftigkeit der VDS: Trotz Beobachtung der Zwickauer Terrorzelle über mehrere Jahre konnte der letzte Terroranschlag nicht von den Behörden verhindert werden.</p>
<p>Die frisch entfachte Diskussion zur Vorratsdatenspeicherung lenkt vor allem von Ermittlungspannen und der möglichen Unterstützung der braunen Terrorzelle durch den Verfassungsschutz ab. Entgegen diverser Behauptungen sei eine effektive Strafverfolgung ohne VDS praktisch nicht mehr möglich. Dennoch wurden z. B. 2010 71 % aller bekannt gewordenen Internetdelikte aufgeklärt. Im Vergleich dazu lag die Aufklärungsquote bei konventionellen Straftaten bei nur 55 %.[1] Sogar die amtierende Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) spricht sich im  ARD-Morgenmagazin [2] gegen eine überhastete Umsetzung des Gesetzes zur VDS aus.</p>
<p>Die Piratenpartei, die die Bewahrung der Bürgerrechte als eines ihrer Kernthemen vertritt, unterstützt die Bestrebungen der Justizministerin, dieses Überwachungsinstrument – notfalls auch gegen ihren Koalitionspartner und die eigene Partei – zu verhindern und auf EU-Ebene auf eine liberale Überarbeitung der Richtlinie 2006/24/EG (Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten) hinzuwirken.</p>
<p>»Eine verdachtsunabhängige Speicherung der Telekommunikationsdaten ist vergleichbar mit der permanenten Verfolgung aller Bürger durch elektronische Fußfesseln. Jeder Kontakt mit Ärzten, Seelsorgern, Freunden, Bekannten und der Besuch von Demonstrationen wird dauerhaft nachvollziehbar«, zieht Sven Krohlas, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Baden-Württemberg, Parallelen. »Unter solchen Bedingungen ist ein freier, demokratischer Staat undenkbar.«</p>
<p><strong>Quellen</strong>:<br />
[1] <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Buergerrechtler-Kriminalstatistik-spricht-gegen-Vorratsdatenspeicherung-1247331.html">http://www.heise.de/newsticker/meldung/Buergerrechtler-Kriminalstatistik-spricht-gegen-Vorratsdatenspeicherung-1247331.html</a><br />
[2]<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Buergerrechtler-Kriminalstatistik-spricht-gegen-Vorratsdatenspeicherung-1247331.html"> http://www.leutheusser-schnarrenberger.de/medien/presse/pressemitteilungen/gespraech-im-ard-morgenmagazin-zur-vorratsdatenspeicherung</a></p>
<p><strong>Über die Piratenpartei Deutschland:</strong><br />
Die Piratenpartei ist mit bundesweit über 18.000 Mitgliedern die größte der nicht im Bundestag vertretenen Parteien. Bei der Europawahl (0,9%) und der Bundestagswahl (2,0%) hatten die PIRATEN in 2009 erste Achtungserfolge erzielt und sind im Europaparlament durch die schwedische Piratenpartei schon mit zwei Abgeordneten vertreten. Bei der Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg erreichten die PIRATEN ein Ergebnis von 2,1%, in Berlin zogen sie im gleichen Jahr mit 8,9% und 15 Sitzen in das Abgeordnetenhaus ein.</p>
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		<title>Silvester: Nicht ohne &#8220;Dinner For One&#8221;!</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 07:35:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nonsens vom Feinsten in der Rundschau Kritik Wie alle bedeutenden Stücke Drama, ist auch &#8220;Dinner For One&#8221;  an Facetten ungemein reich. Allein die Vielzahl unterschiedlicher Interpretationen zeigt, wie in jedem Betrachter eine Saite zum Schwingen, eine andere zum Schweigen gebracht wird. Auf diesem 90. Geburtstag der Miss Sophie gibt es nichts Letzthinniges und nichts Ein-für-Allemaliges, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nonsens vom Feinsten in der Rundschau Kritik</strong></p>
<p><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/weg-da-du-da.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7077" title="weg da, du da" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/weg-da-du-da.jpg" alt="" width="150" height="187" /></a>Wie alle bedeutenden Stücke Drama, ist auch &#8220;Dinner For One&#8221;  an Facetten ungemein reich. Allein die Vielzahl unterschiedlicher Interpretationen zeigt, wie in jedem Betrachter eine Saite zum Schwingen, eine andere zum Schweigen gebracht wird.</p>
<p>Auf diesem 90. Geburtstag der Miss Sophie gibt es nichts Letzthinniges und nichts Ein-für-Allemaliges, und wenn die überwiegende Mehrzahl der Kunstsachverständigen, Essayisten und Liebhaber, die Interesse an einer Kategorisierung des Gesamtstückes oder an einer Analyse einzelner Komponenten haben, für ihre Varianten jeweils Alleinvertretungsansprüche geltend machen, dann ist das erschütternd-bedauerlich.<span id="more-7068"></span></p>
<div id="attachment_7072" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/dinner-for-one.jpg"><img class="size-full wp-image-7072" title="dinner for one" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/dinner-for-one.jpg" alt="" width="250" height="335" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Well - I´ll do my very best!&quot;</p></div>
<p>Wiewohl wir nun im folgenden durchaus mit dem Butler (Freddie Frinton gibt ihn unnachahmlich) mitzuhalten versuchen und unsere Interpretationsansätze durchaus auch von gutem Wein begleiten lassen, wollen wir dem Betrachter weder dies mitzutun, noch ein bestimmtes Verständnis vorschreiben.</p>
<p>Wenn wir dabei auf einen wissenschaftlichen Anmerkungsapparat verzichten, tun wir das für diesmal der besseren Lesbarkeit wegen ebenso nicht, wie Verzicht zu üben auf die Darstellung einiger eher abseitiger Lesarten, die nur für Experten von Interesse wären. Lediglich sei hier die Polemik einiger selbsternannter Gourmets erwähnt, welche die Zusammenstellung des Menus kritisieren, vornehmlich die Kombination von Huhn und Champagner.  Ein Stück, das solche gastrosophischen Verbrechen auf die Bühne bringe, könne nichts wert sein? Diese Kritiker haben offenbar ihre Identitätsbildung so entschieden hochgezüchtet, daß sie &#8211; pardon &#8211; offenbar schon wieder auf den guten,  albernen Pawlowschen Hund gekommen zu sein scheinen.</p>
<p><strong>Lehrstick oder Slapstück?</strong></p>
<p>Weder noch, hier lassen sich zwei Richtungen fühlen: ein Lehrstück fast im Sinne Brechts, das, um die &#8211; oder irgendeine &#8211; Situation, Problematik oder Lösung herauszuarbeiten, die Mittel der Farce einsetzt: von Elementen des Slapstücks (Butler James trinkt Blumenwasser), bis hin zu jener Distanzierung des Schauspielers von der Rolle, die sich so fassen lässt, dass er im Verlauf deutlich sichtbar in die Rollen der vier abwesenden Personen schlüpft. Aus gestalttherapeutischer Sicht heraus betrachtet, bietet dieser 90. Geburtstag eine in sich geschlossene Realität.</p>
<p>Hier wird reine Form Inhalt, die Funktion der Darstellung ist hier einzig die Darstellung. Jede Frage nach einem überschreitenden Sinn würde in diesem Sinn selbst zu einer Farce.</p>
<p><strong>Lachen an und für sich</strong></p>
<p>Das zweifelsohne von allen Zuschauern ausgeübte Lachen mag als zeitgeistig coole Distanznahme im Sinne jener Studie über das Lachen verstanden werden, die zum Ergebnis kommt, das Lachen habe keinen größeren Feind als die Emotion. Hiernach wäre unser Lachen also nichts anderes als ein Aus-sich- und Aus-jenem-Herausgehen, das zu etwas sowohl führen will wie auch soll: zur Selbsterkenntnis oder zur Einsicht in die Dekadenz der alternden Oberschicht oder zu dem, was Eugène Ionesco dem Humor zumißt: &#8220;sich der Absurdität bewußt werden und doch in der Absurdität weiterleben&#8221;.</p>
<p>Auch,  dass dies Stück nicht mehr mit einer Differenz zwischen Sein und Sollen arbeitet &#8211; wohingegen ein ungenannt bleiben wollender Heidelberger Philosoph offenbar japanischer Abstammung in seiner unter dem Pseudonym &#8220;Tenno&#8221; veröffentlichten Arbeit über diesen 90. Geburtstag die Frage nach &#8220;Sein oder Haben?&#8221; vermißt, mithin ein Ideal weder propagiere noch fordere, darf wohl so verstanden werden, daß hier Lachen nur als Parodie auf das eigene Selbst gemeint sein könne &#8211; als sozusagen erkanntermaßen ritualisierter Effekt.</p>
<p><strong>Arrangement mit den Herrschenden</strong></p>
<p>Wir haben hier ein zutiefst klassenkämpferisches Portrait einer untergehenden Welt, einer ländlich-städtischen Mittelschicht nebst militärischem und couponschneidendem Anhang, die sich in ihrer Zukunftslosigkeit allenfalls noch an sinnentleerten Festen, am Alkohol und am Traumgebilde  einer längst vergangenen Vergangenheit festhalten kann. Dazu eine nicht minder dekadente Schicht dienender Berufe: der Butler James, entwürdigt von seiner Herrin bis hin zum &#8220;Letzten&#8221; &#8211; eine anglifizierte Variante des Woyzeck also -, der in all seiner Demütigung doch nur das Arrangement mit den Herrschenden sucht, ja nur noch suchen kann, und seinen Stolz unlöslich an die Rationalität des herrschaftlichen Wohlergehens in Börse, Tisch und Bett bindet.</p>
<p><strong>Seele baumelt? Analyse?</strong></p>
<p>Derweil bei etwa Goethe man sich über verschiedene analytische und psychiatrische Interpretationsweisen ja noch streiten könnte, ließe dies Dinner, solcherweise betrachtet, doch ausschließlich das klinische Lesen, Hören und Sehen insofern zu, als Madame vorgeführt werden in frei flottierender Angst mit hypochondrischen Neigungen. Es agieren hier Mischzustände von Wut, Ohnmacht und Hilflosigkeit, Angst vor Liebe ebenso, wie rasches Schwanken zwischen Idealisierung und Entwertung von Objekten. Und, wo die bedauernswerte Frau ihre Scheinwelt am Tisch nicht erkennt, verdrängt sie &#8211; was ja schlimmer ist als beinahe alles Andere.<br />
Und Butler James, der Spiegeltrinker, der sein überhöhtes Alkoholquantum gleichsam gleichmäßig über den Abend verteilt und weitgehend ohne größere Kontrollverluste zu sich nimmt? Ein Deltatyp, der zwangweise wie zwanghaft zugleich in die Situation des Gammatyps versetzt wird, in den Alkoholexzeß. Hier erleben wir einen Menschen, der unmittelbar an der Flasche am Vollbringen eines Selbstopfers zur Befriedigung kommt: an der Überwindung nämlich des Bedürfnisses nach Versagen im oralen Bereich. Eine gefährliche Methode im Gegensatz zu der meist gelebten Form klassischen Asketentums, innerhalb welcher Lust nicht aus der Versagung körperlicher als vielmehr aus der Opferung geistig-seelischer Bedürfnisse gewonnen wird.<br />
Auf also der Grenze zwischen Lehrstück und abgeschlossener Realität gelangen wir hier mit den Protagonisten  in die Rolle von vier vermutlich gestorbenen Personen, die erfolgreich ausgefüllt werden, um deren Welt zur Unsterblichkeit zu versteinern. Schauriger kann die apriorische Trostlosigkeit menschlicher Grundbefindlichkeit kaum deutlich gemacht werden: Kein Weg führt zum Du, keiner zu Sinn und Eigentlichkeit, es bleibt die Einzementierung ständigen Zerfließens in ein dennoch abgeschlossenes Ich in einer isolierenden Vorstellung von Welt, ein sich Überliefern an eine geronnene Aufenthaltslosigkeit.</p>
<p><strong>Des  Essens philosophischer Aspekt</strong></p>
<p>Betrachten wir den Text populärwissenschaftlich, so finden wir hier einen geprüften Willen zu gesellschaftlichem Sein des dem alles überhaupt keine Grenzen Setzenden. Und: Nehmen wir eine Bemerkung Ernst Blochs (Band 3, &#8220;Prinzip Hoffnung&#8221;) über die geglaubte Mechanik im Universum, die sich für ihn, gleichwohl ohne Spaß, wie auch ohne Pantheismus, aber dennoch befriedigend vollzieht, sind wir eher geneigt, in der &#8220;miss-sophischen Verstetigung“ ihrer Freunde einen so freilich nur in der Aristokratie, nicht aber dem bürgerlich geeinzelten Individuum möglichen objektiv-utopischen Vorgriff auf jene von Bloch bezeichnete So-Welt,  als Verschwinden sozusagen des Nichts im sozialistischen Bewußtsein zu sehen.<br />
Dem unüberschreitbaren Zwiespalt durch den  selbstaktiven und eigenkontrollierten Schritt über den Tigerkopf in eine systematische Besessenheit werden wir eine künftige Arbeit widmen.</p>
<p><strong>Emanzipatorische … </strong></p>
<p>Das Verhalten Miss Sophies ist als selbstbewußt-folgerichtiger Schritt zu einer  -  zwar &#8211; in die Jahre gekommenen, zum Selbstbewußtsein erwachten Frau zu verstehen, die Stellung bezieht gegen die Verderbnis und das Reguläre, gegen das Leben sowohl wie auch gegen den Tod, gegen den zu-fälligen (oder haben wir den Butler je fallen gesehen?) Verlauf, all der Drohungen, die einsickernde Perfidie gegen den langsamen Fraß innen und gegen das Verschlungenwerden von draußen. Eine Frau, die alle Enttäuschungsmöglichkeiten hinter sich läßt und auf das klägliche Bild verzichtet, das jene Bindung der Seelenphantasie an die empirische Mannes- oder überhaupt Menschenform, wie sie ja in der sogenannten Wirklichkeit vorkommt, bietet. Nur mehr einer mageren Kulisse bedürftig, die ihr Butler James mit seinen vier Rollen baut, erweist Miss Sophie sich erfolgreich in dem Versuch, einen nichtreligiösen Weg der Liebe zu einem Objekt herzustellen, dem sie sich ohne Beschädigung ihres Ichs, ja gleichsam in Verwirklichung ihrer Autonomie, ganz hingeben kann und &#8211; selbst aus strengst feministischer Sicht, der wir uns ausdrücklich nicht anschließen &#8211; wohl auch möchte dürfen können!</p>
<p><strong>… und komödiantische Aspekte</strong></p>
<p>Gegebenen Anlasses wegen sei hier direkt im Anschluß die Verwandtschaft des &#8220;Dinner For One&#8221; mit der Commedia dell&#8217;arte behandelt. Wir sehen hier einen Entstehungszusammenhang, ja eine &#8211; allenfalls durch Konzessionen an britische Mentalität abgemilderte &#8211; große Übereinstimmung. Wenngleich das Spiel als Spiel nicht durch Masken kenntlich gemacht wird, liegt hier dennoch fast ein (hassenswert wie all solches) Plagiat vor, jedenfalls ist die Rollenverteilung eindeutig: Butler James sei Brighella, Sir Toby Pulcinella, Admiral von Schneider der Capitano, Mr. Pommeroy Tartaglia, Mr. Winterbottom der Dottore, Miss Sophie hingegen &#8211; Frau natürlich &#8211; hat einen superben Hauch von Originalität.</p>
<p><strong>Das Dinner als Gesamtkunstwerk</strong></p>
<p>Was nun aber das Gesamtkunstwerk angeht, meinen wir, dass &#8211; vom Autor zwar wahrscheinlich ungewollt, aber eben darum ganz besonders ernst zu nehmen &#8211; dieser Text in seiner zumal technischen Reproduzierbarkeit, vergleichbar mit Anton Bruckners Generalpause zu interpretieren sein dürfte.<br />
Dies freilich erkennen zu können, setzt voraus jenes Stocken, das uns schwindelnd tragen soll über das Gewohnte hinweg; jener Rhythmus eines uns ureigenen Pulsierens, der nur in einer von allen Zufälligkeiten gereinigten Stille hörbar ist; der vordergründige Lärm, der hier &#8211; einem Saunagang vergleichbar &#8211; nichts anderes als sein Gegenteil herausarbeiten soll; die Bedingung der Möglichkeit zum In-Sich-Gehen also!</p>
<p>Dies alles dürfen wir Zusehenden  am Silvesterabend &#8211; bittet Euch <strong>Jürgen Gottschling</strong> &#8211; nicht vernichten durch vulgäres Lachen, käme dies auch noch so sardonisch oder gar (in memoriam Hans-Georg Gadamer) hermeneutisch verkleidet einher.</p>
<h2><em>Alle Sendetermine am 31. Dezember 2011:</em></h2>
<p><em><strong>15 Uhr 40 DAS ERSTE</strong></em></p>
<p><em><strong>18 Uhr 50 (Original) 21 Uhr 45 (Schweizer Version)  WDR</strong></em></p>
<p><em><strong>19 Uhr 40 und 23 Uhr 35 NDR</strong></em></p>
<p><em><strong>19 Uhr und  am I. Januar 2012 um 0 Uhr 05 BAYERN</strong></em></p>
<p><em><strong>19 Uhr und am 1. Januar 2012 um 3 Uhr 00 SWR/SR</strong></em></p>
<p><em><strong>14 Uhr 55 (Hessisch) 18 Uhr 40 (Hessisch) 21 Uhr 45 (Nordhessisch) HESSEN<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong>19 Uhr 00 MDR</strong></em></p>
<p><strong>19 Uhr 05 RBB</strong></p>
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		<title>in vino veritas: Das Fest der Liebe, die stille und die heilige Nacht, Weihnachtspsychose, Jungfrauengeburt, bizarre Trugbilder, allerlei unheiliges und allerliebste Visionen</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/479/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 00:50:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#160; Es ist ja nicht nur uns Unheiligen nichts heilig: Auch die vergleichenden Religionswissenschaften machen sich Gedanken, die &#8211; geht es etwa um die Geburt Jesu aus der Jungfrau Maria &#8211; sich mit jenem Vorkommnis beschäftigen, das eine dem Christentum (seien wir doch mal ehrlich) entfremdete Welt zu Weihnachten feiert und mit dem unsere abendländische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6961" class="wp-caption alignright" style="width: 190px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/ups2.jpg"><img class="size-full wp-image-6961" title="ups" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/12/ups2.jpg" alt="" width="180" height="265" /></a><p class="wp-caption-text">… und rauschgold blonde Engel</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es ist ja nicht nur uns Unheiligen nichts heilig: Auch die vergleichenden Religionswissenschaften machen sich Gedanken, die &#8211; geht es etwa um die Geburt Jesu aus der Jungfrau Maria &#8211; sich mit jenem Vorkommnis beschäftigen, das eine dem Christentum (seien wir doch mal ehrlich) entfremdete Welt zu Weihnachten feiert und mit dem unsere abendländische Zeitrechnung beginnt.</p>
<p>Keine wertfreie Kalenderweisheit ist es, sondern immerhin die Menschwerdung Gottes, bei der die Geschichte von vorn zu zählen beginnt. In der antiken Mythologie war die Jungfrauengeburt zwar eine alltägliche  Sache &#8211; aber auch in d(ies)er Realität: Vor Gott Vater gab es Gott Mutter, die Erdgöttin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span id="more-479"></span></p>
<p><strong>Auch vorzeiten schon:<br />
Tohuwabohu</strong></p>
<p><img id="image485" title="gaea.jpg" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2006/12/gaea.jpg" alt="gaea.jpg" align="left" /> In der griechischen Mythologie beginnt die Erschaffung der Welt aus dem Tohuwabohu mit der Erdmutter Gäa, die im Schlaf den Sohn Uranus gebiert. Als Herrscher des Himmels befruchtet er sie mit Regen und bringt als ihr Sohn die Erde zum Blühen. Gäa läßt Uranus nach einem Familienstreit kastrieren, und erst nach der Vermählung von Bruder und Schwester wird Zeus geboren. Die Legende siedelt diese Geburt  auf Kreta an, in einer Grotte, wo eine Ziege das Neugeborene hütet. Das archaische Bethlehem ist für den Touristen per Esel zu erreichen &#8211; die Parallelen zur Geburtsgrotte im Heiligen Land sind unübersehbar. In allen Metamorphosen der klassischen Mythologie kam es zu wundersamen Geburten, wenn Götter sich mit Sterblichen einließen. Bacchus und Apollo sind Produkte von Zeus&#8217; amourösen Abenteuern, bei denen er sich als Mensch oder Vogel tarnte, um Nymphen und Königstöchter zu schwängern. Göttliche Abstammung setzte eine Jungfrauengeburt voraus und war dazu angetan, Sterblichen den Glanz der Unsterblichkeit zu verleihen. So glaubten Zeitgenossen, daß Alexander, Platon und Pythagoras durch Jungfrauengeburt auf die Welt gekommen seien, auch wenn alle Tatsachen dem widersprachen. Himmel und Erde aber vereinigen sich, bis das Wunder geboren wird.</p>
<p><strong>&#8220;Jungfrau&#8221; Maria? Übersetzungsfehler?</strong></p>
<p>Unsere Zeitrechnung beginnt mit der Geburt Christi, und die westliche Kultur ist trotz allen Widerstandes im Denken und Handeln ein Produkt des Christentums. Die Kirche, gleich welcher Konfession, hat dabei an der Geburt aus einer Jungfrau festgehalten und diese tausendfach verehrt, angerufen und bildnerisch gestaltet. In den ältesten Schriften des Neuen Testaments indes findet die Jungfrauengeburt kaum Erwähnung. Im Markusevangelium, dem frühesten der vier, verhält Christus sich Mutter und Brüdern gegenüber gleichgültig, und lediglich Matthäus, der Altes und Neues Testament miteinander verbindet, erwähnt Marias Schwängerung durch den Heiligen Geist.</p>
<p><img id="image486" title="maria.jpg" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2006/12/maria.jpg" alt="maria.jpg" align="left" /> Dies wird deutlich, wenngleich indirekt erwähnt, als er auf den Propheten Jesaia verweist, der gesagt habe, daß eine Jungfrau schwanger werde und einen Sohn gebäre, den man Immanuel, &#8220;Gott mit uns&#8221;, nennen werde. Heutige Schriftgelehrte sind der Ansicht, Matthäus, der sich auf die griechische Fassung der hebräischen Texte stützte, habe einen Übersetzungsfehler begangen, da das griechische parthenos, Jungfrau, eine zu wörtliche Übersetzung des hebräischen alma, heiratsfähiges Mädchen, sei. Wie auch immer &#8211; die Natur macht Mann und Frau biologisch gleichwertig und voneinander abhängig. Die Mythologie hingegen kennt eine andere Wirklichkeit, die idealisiert, bedichtet und personifiziert wird. In diesem Sinne ist Maria eine wirkliche Dienerin. Sie dient jedoch nicht dem Herrn, sondern der christlichen Theologie. Aus einer beiläufigen Erwähnung in der Bibel hat mann (sic) sie groß gemacht, denn die Kirchenväter brauchten sie, um Juden, Griechen und Heiden die gleichzeitig göttliche und menschliche Natur ihres Sohnes klarzumachen. In ihr wurde Irdisches himmlisch, Besudeltes rein und nicht zuletzt das Sexualleben zur sündigen Kehrseite der Jungfrauengeburt.</p>
<p><strong>Lustig, lustig, trallalla, bald &#8230;<br />
Drogen unterm Weihnachtsbaum</strong></p>
<p>Das Brauchtum um Weihnachten herum tut ein übriges, den Glauben an jungfräuliche Geburt zu untermauern. Gerade hat die Heidelberger Hauptstelle gegen Drogenmißbrauch (HHgDm)  vor den Gefahren des Weihnachtsfestes gewarnt. Eindringlich werden die Bundesbürger aufgefordert, auf suchterzeugende Weihnachtssubstanzen zu verzichten, vor allem der leichtsinnige Griff ins Gewürzregal könne unabsehbare Folgen haben und den ahnungslosen Konsumenten in Konflikt mit dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) bringen.</p>
<p><img id="image480" title="rauschgoldengel.gif" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2006/12/rauschgoldengel.gif" alt="rauschgoldengel.gif" align="left" /></p>
<p>Vor dem Verkehr mit Rauschgoldengeln wird ebenso gewarnt, wie vom Verzehr von Zimtsternen, Pfefferkuchen, Anistalern, Ingwerplätzchen, von Spekulatius und schokoladierten Christkindlein abgeraten wird. Vor allem bei unkontrolliertem Mischkonsum mit Glühwein, Punsch und Bowle, Karpfen, Gans und Truthahn (&#8220;Hast du all das&#8221; &#8211; wir erinnern uns &#8211; &#8220;in der Blutbahn, kannst du fliegen wie ein Truthahn&#8221;) wirke, so HHgDm-Präsidentin Caja von Drottelhaim (57), ein multitoxikomanes Geschehen im menschlichen Organismus unheilvoll zusammen.<br />
In der stofflichen Expertise &#8220;Wirkung und Pharmakokolorinese von psychoaktiven Jahresend-Halluzinogenen&#8221; unterzogen die Weihnachtsforscher im Auftrag der NEUEN RUNDSCHAU die beliebtesten Festdrogen einer detaillierten Analyse. Ergebnis: Bei chronischem Konsum vor- und weihnachtlicher Spezereien kann es zu abnormen, rauschhaften Verwirrtheitszuständen mit Herzschlagveränderung, Schweißabsonderung, Fieberschüben, Muskelschmerzen und Übelkeit kommen &#8211; bis hin zum Erbrechen.</p>
<p><strong>Was soll denn überhaupt noch Freude machen ?</strong></p>
<p><img id="image481" title="bildtafel-heilpflanzen.jpg" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2006/12/bildtafel-heilpflanzen.jpg" alt="bildtafel-heilpflanzen.jpg" align="left" /> Safran &#8211; &#8220;macht den Kuchen geel&#8221; &#8211; zum Beispiel, dieser aus den Blütenfäden des Krokus gewonnene Farbstoff ist nicht nur Aromaspender, sondern eine dem Opium vergleichbare Droge, schmerzstillend und krampflösend zugleich. Die Forscher berichten von einem &#8220;euphorisierenden Kick&#8221; mit &#8220;allzumal heiteren Delirien&#8221; und &#8220;unbändigem Lachreiz&#8221;. Letale Dosis: 12 Gramm. Beispiel Zimt (Hauptwirkstoff in &#8220;Zimtstern&#8221; und &#8220;Bratapfel): Schon in den dreißiger Jahren wurden Zimt-Zigaretten wie Marihuana geraucht. Auch die Wirkung ist vergleichbar. Hohe Dosen führen zu krampfähnlichen Effekten.</p>
<p>Auch unsere &#8220;Springerle&#8221; &#8211; die schönsten in alten Holzformen geprägten gibts immer noch bei Gundel am Rathaus &#8211; sind des enthaltenen Anis&#8217; wegen auch nicht so ganz ohne: Bei oraler Verabreichung treten ab 70 mg erste psychoaktive Effekte auf, auch wurden typische Opiatwirkungen beobachtet. Anis wirkt sedierend, analgetisierend, antitussitiv und verzögert die Peristaltik.</p>
<p>Eine der häufigsten (nicht nur Weihnachts-) Drogen ist die Schokolade. Das beliebte Vielstoffgemisch aktiviert cannabinoide Rezeptoren, putscht den Organismus auf und setzt im Hirn den antoinativen Neurotransmitter Serotonin frei.<br />
Rauschdrogen  von ebenfalls beachtlicher Potenz sind &#8211; man mag auch dies gar nicht glauben &#8211; Muskat, Pfeffer, Ingwer oder Nelken (letztere bei Zahnschmerzen in die richtige Lücke gedrückt, schon hört die Pein für eine Weile auf, da spätestens merkt auch der verwunderte Drogenlaie, daß darin ein explorierter Stoff enthalten sein müsse!) können zu psychischer und/oder physischer Abhängigkeit führen. Von den Usern über das ganze Jahr genossener Myrrhe und vom Weihrauch ganz zu schweigen&#8230;</p>
<p><strong>Psychosen alle ecclesiogen?</strong></p>
<p><img id="image482" style="width: 174px; height: 177px;" title="brennessel.jpg" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2006/12/brennessel.jpg" alt="brennessel.jpg" align="right" /> In den Fallbeispielen ärztlicher Notdienste und Vernehmungsprotokollen polizeilicher Aufklärung finden sich zahlreiche Belege für drogeninduzierte Weihnachtspsychosen, erwiesenermaßen sind die nämlich keineswegs alle ecclesiogen, wie <strong>Jürgen</strong> <strong>Gottschling</strong>, dieser oft als laizistischer und zudem ungläubiger Kirchenkritiker denunzierte immer glauben machen möchte. Insbesondere wird immer wieder die Leuchtkraft der auftretenden Farbvisionen und die Eindringlichkeit optischer Trugwahrnehmungen dokumentiert. Drogen-User sehen den &#8220;Stern von Bethlehem&#8221;, &#8220;geflügelte, blondierte Wesen auf Tannenspitzen&#8221;, &#8220;von Elchen und Rentieren gezogene, schlittenartige Ufos&#8221;, sie haben Visionen von &#8220;rotgewänderten Greisen mit weißen Wattebärten, Rute und Jutesack, die ihr Erbe verschenken&#8221;, haben Wahrnehmungen von &#8220;elektrisch aufgeladenen Fichten&#8221; und sehen &#8220;göttliche Kleinkinder in Futterraufen&#8221;.</p>
<p><img id="image484" title="knabe-in-lockigem-haar.jpg" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2006/12/knabe-in-lockigem-haar.jpg" alt="knabe-in-lockigem-haar.jpg" align="left" /></p>
<p>In fortgesetztem Rauschgeschehen dann treten akkustische Phänomene auf: Repetitives Psalmodieren von allerlei Gewünschtem wie einem &#8220;holden Knaben im lockigen Haar&#8221; &#8211; von einer &#8220;Jungfrau auserkoren&#8221; etwa, oder zwanghafte Vermehrungswünsche mit aufgesagtem &#8220;ihr Kinderlein kommet&#8221; sind bekannt geworden. Die emotional enthemmte Atmosphäre entlädt sich &#8211; in gleichwohl schönen &#8211; ekstatischen Gesängen und Litaneien.<br />
<img id="image483" title="christbaum.jpg" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2006/12/christbaum.jpg" alt="christbaum.jpg" align="right" /><br />
Das gesamte Wahngeschehen ist eingebettet in ein aufwendiges, mit erheblichen forstwirtschaftlichen Schäden einherkommenden &#8220;Settings&#8221;. Junge Nadelgewächse werden gerodet, in Wohnstuben altarähnlich installiert, glitzernde Metallstreifen und psychedelische Kugeln daran arretiert. Nicht selten wird an dem ausgetrockneten Gehölz sorglos mit offenem Licht hantiert und häufig versammeln sich die Berauschten in un- bis schlecht beheizten Sakralbauten und zelebrieren &#8220;bunte Messen&#8221;.</p>
<p><strong>Damit nicht genug &#8230;</strong></p>
<p>Die Weihnachtsintoxikation durch Schoko- und Gewürzmittelmißbrauch führt aber auch zu Depressionen, Angst und Eifersuchtsideen.</p>
<p>&#8220;Die Suizidquote nimmt dramatisch zu&#8221;, so ein Teilergebnis der Rundschau-Studie.</p>
<p><img id="image488" title="ostereier.gif" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2006/12/ostereier.gif" alt="ostereier.gif" align="left" />Und, zu guter Letzt, kann es nach Absetzen der Rauschdrogen noch Monate später ohne vorhergehende Warnsymptome zu einem sogenannten Flashback (&#8220;Nachrausch&#8221;) kommen.<br />
Meist berichten die Probanden dann von Säugetieren, die bunte Eier legen: Hasen.<br />
In der &#8211; was Wunder &#8211; Regel jedenfalls.</p>
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		<title>Hohe Wahlbeteiligung bei Jugendgemeinderatswahl in Heidelberg</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 17:02:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit einer erneut hohen Wahlbeteiligung ist am Samstag, 17. Dezember, die vierte Heidelberger Jugendgemeinderatswahl zu Ende gegangen. 52,8 Prozent der wahlberechtigten Heidelberger Schülerinnen und Schüler gingen vom 12. bis 17. Dezember an ihren jeweiligen Schulen und im Haus der Jugend an die Urnen. 58 Kandidatinnen und Kandidaten hatten sich um die 30 Sitze beworben. Gewählt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer erneut hohen Wahlbeteiligung ist am Samstag, 17. Dezember, die vierte Heidelberger Jugendgemeinderatswahl zu Ende gegangen. 52,8 Prozent der wahlberechtigten Heidelberger Schülerinnen und Schüler gingen vom 12. bis 17. Dezember an ihren jeweiligen Schulen und im Haus der Jugend an die Urnen.<span id="more-7017"></span><br />
58 Kandidatinnen und Kandidaten hatten sich um die 30 Sitze beworben. Gewählt wurden 17 junge Frauen sowie 13 junge Männer im Alter von 14 bis 19 Jahren.</p>
<p>„Der Jugendgemeinderat ist das Sprachrohr der Heidelberger Jugend. Er ist ihre Chance, politisch Einfluss zu nehmen und mitzubestimmen“, kommentierte Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner. Umso mehr freue er sich über die hohe Wahlbeteiligung und das Interesse an der Mitarbeit im Jugendgemeinderat. &#8220;Den gewählten Kandidatinnen und Kandidaten gratuliere ich herzlich“, so Würzner weiter. Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern aus den Schulen für ihren großen Einsatz bei der Durchführung der Wahl.</p>
<p>Einmal mehr hat sich das Heidelberger Wahlsystem bewährt, das auf die Urwahl an den Schulen baut, die Verwaltung biete den Schülerin seit vielen Jahren an, direkt an ihrer Schule zu wählen. &#8220;Damit haben wir Erfolg“, freute sich der Vorsitzende der Wahlkommission Hans-Ulrich Nollek von der städtischen Kinder- und Jugendförderung. Trotzdem wolle man aber mit dem neu gewählten Jugendgemeinderat gemeinsam überlegen, wie man in Zukunft noch besser auf die sich rasant veränderten Lebenswelten der Jugendlichen eingehen und vor allem die Möglichkeiten des Internets besser nutzen könne.</p>
<p>Im Vorfeld der Wahl hatte die Stadt mit Aufrufen in den regionalen Medien, im Internet und über Plakate an den Schulen, in Bussen und Bahnen sowie im gesamten Stadtgebiet seit Mitte September um Kandidaten geworben. Vertreter des derzeitigen Jugendgemeinderates sowie Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und Bürgermeister Dr. Joachim Gerner waren vor Ort an den Schulen, um über die Arbeit des Gremiums zu informieren.</p>
<p><strong>Der vierte Heidelberger Jugendgemeinderat hat 30 Mitglieder. Gewählt wurden:</strong></p>
<p><strong>•    für die Gymnasien:</strong><br />
Stadler, Maximilian (Helmholtz-Gymnasium); Huge, Joshua (Heidelberg-College); Clement, Hannah (Englisches Institut); Ziegler, Emilia Ayse (Elisabeth-von-Thadden-Schule); Hartvigsen, Nadine (Hölderlin-Gymnasium); Rothermund, Ravi Anand (Hölderlin-Gymnasium); Skommeda, Sophie (Helmholtz-Gymnasium); Zholkovska, Katja (Hölderlin-Gymnasium); Pätzold, Till (Hölderlin-Gymnasium); Ruck, Elisabeth (Englisches Institut)</p>
<p><strong>•    für die Realschulen: </strong><br />
Gilski, Mike (Gregor Mendel-Realschule); Petraitis, Lora (Johannes-Kepler-Realschule); Sanderson, John (Internationale Gesamtschule); Spieß, Tabea (Internationale Gesamtschule); Arslan, Kadirye (Theodor-Heuss-Realschule)</p>
<p><strong>•    für die Haupt- bzw. Werkreal- und Förderschulen: </strong><br />
Schmidt, Valeria (Internationale Gesamtschule); Razawi, Djawad (Geschwister-Scholl-Schule); Berisha, Ideal (Geschwister-Scholl-Schule); Al Dor, Hadi (Geschwister-Scholl-Schule); Schick, Janine (Albert-Schweitzer-Schule)</p>
<p><strong>•    für die Beruflichen Schulen: </strong><br />
Ferroud, Max (Willy-Hellpach-Schule); Örüm, Nathalie (Willy-Hellpach-Schule);  Müller, Benedikt Heinrich (Willy-Hellpach-Schule); Butt, Mamdouh Ahmed (Willy-Hellpach-Schule); Fengler, Jasmin (Julius-Springer-Schule); Mullaj, Amanda (Julius-Springer-Schule); Kloß, Dominique (Carl-Bosch-Schule); Singer, Wendy (Julius-Springer-Schule); Munzer, Batul (Marie-Baum-Schule); Al Dor, Samah (ehemals Julius-Springer-Schule)</p>
<p>Die konstituierende Sitzung des Jugendgemeinderates findet am 24. Januar 2012 um 17 Uhr im Neuen Sitzungssaal des Heidelberger Rathauses statt.</p>
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		<title>Piraten rufen zu Teilnahme an Jugendgemeinderatswahl auf</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 09:04:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Junge Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch bis zum 17.12. finden in Heidelberg die Wahlen zum Jugendgemeinderat statt. Die Heidelberger Piraten rufen alle Jugendlichen zur Teilnahme auf. Den Piraten in Baden-Württemberg ist es wichtig, dass Jugendliche eine politische Vertretung haben und sie diese selbst wählen können. Zur Landtagswahl in Baden-Württemberg forderte die Piratenpartei in diesem Zusammenhang auch eine Herabsenkung des Wahlalters [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch bis zum 17.12. finden in Heidelberg die Wahlen zum<br />
Jugendgemeinderat statt. Die Heidelberger Piraten rufen alle<br />
Jugendlichen zur Teilnahme auf.<span id="more-6993"></span><br />
Den Piraten in Baden-Württemberg ist es wichtig, dass Jugendliche eine<br />
politische Vertretung haben und sie diese selbst wählen können. Zur<br />
Landtagswahl in Baden-Württemberg forderte die Piratenpartei in diesem<br />
Zusammenhang auch eine Herabsenkung des Wahlalters auf 14 Jahre bei<br />
Kommunalwahlen. „Wir dürfen Jugendliche nicht unterschätzen, sie sind<br />
ein wichtiger Bestandteil dieser Stadt und das sollte auch auf<br />
politischer Ebene stärker repräsentiert werden.“ fordert Hannes<br />
Koderisch, Vorsitzender des Kreisverbandes Rhein-Neckar/Heidelberg.<br />
„Dass Jugendliche gute politische Arbeit machen, zeigt der aktuelle<br />
Jugendgemeinderat. Um die Teilnahme an diesem noch zu erhöhen und den<br />
Entscheidungen mehr Reichweite zu geben, benötigt er allerdings mehr<br />
Entscheidungskompetenzen.“</p>
<p>Die Piratenpartei ist überzeugt, dass frühe demokratische Beteiligung<br />
Politikverdrossenheit vorbeugt und Jugendliche so lernen können,<br />
kritisch mit extremistischem Gedankengut umzugehen. Nach Meinung der<br />
Piraten sollen in Baden-Württemberg schrittweise Klassenräte und<br />
Schülerparlamente eingeführt werden, um aus einer Schülermitverwaltung<br />
(SMV) eine Schülermitbestimmung erwachsen zu lassen. Parallel hierzu<br />
fordert die Piratenpartei, den gesellschaftskundlich-politischen<br />
Unterricht auszubauen.</p>
<p>Wahlberechtigt sind alle Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren, die<br />
seit mindestens drei Monaten in Heidelberg gemeldet sind oder hier zur<br />
Schule gehen. Alle Wahlberechtigten können Ihre Stimme ausschließlich<br />
persönlich im Wahllokal der Schule abgeben, in deren Wählerverzeichnis<br />
sie eingetragen sind. Unbedingt zur Stimmabgabe mitzubringen ist ein<br />
Ausweis. (Kinder-, Personalsausweis, Pass, anderes amtliches Dokument<br />
mit Lichtbild oder MAXX-Ticket). Wer keine Schule besucht, kann seine<br />
Stimme am Sonntag, den 17.12. in der Zeit von 10.00 – 12. 00 Uhr im Haus<br />
der Jugend, Römerstraße 87 abgeben.</p>
<p>Mehr Infos zu den Aufgabenbereichen, der Struktur und der bisherigen<br />
Tätigkeit des Jugendgemeinderats <a href="http://www.heidelberg.de/servlet/PB/menu/1196978_l1/index.html">gibt es hier</a></p>
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		<title>Gehorsam &#8211; ist das eine Tugend?</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 09:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Rundschau]]></category>

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		<description><![CDATA[Daß Gehorsam eine Tugend und Ungehorsam ein Laster sei, darauf haben über Jahrhunderte hinweg Kaiser, Könige, Päpste und Prister sowieso,  Feudalherren, Industrielle, Landvögte,  Polizisten, Lehrer und dergleichen sowie Eltern bestanden. Wir halten dem entgegen … … dass die Menschheitsgeschichte neben „im Anfang war das Wort“ mit einem Akt des Ungehorsams begann. Und wir halten es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Daß Gehorsam eine Tugend und Ungehorsam ein Laster sei, darauf haben über Jahrhunderte hinweg Kaiser, Könige, Päpste und Prister sowieso,  Feudalherren, Industrielle, Landvögte,  Polizisten, Lehrer und dergleichen sowie Eltern bestanden. Wir halten dem entgegen …<span id="more-4159"></span></p>
<p>… dass die Menschheitsgeschichte neben „im Anfang war das Wort“ mit einem Akt des Ungehorsams begann. Und wir halten es nicht für unwahrscheinlich, daß die Menschheitsgeschichte mit einem Akt des Ungehorsams auch ihr Ende finden wird.</p>
<p>Dieser Anfang der Weltgeschichte jedenfalls hat den Menschen nicht verdorben, sondern frei gemacht. Im griechischen Mythos stahl Prometheus den Göttern das Feuer und legte damit die Grundlage für die Entwicklung des Menschen. Ohne dies „Verbrechen“ des Prometheus würde es keine Geschichte der Menschheit geben.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-4161" title="Prometheus" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/01/Prometheus1.jpg" alt="Prometheus" width="250" height="209" /></p>
<p>Ebenso wie Adam und Eva wird auch Prometheus für seinen Ungehorsam bestraft. Er bereut nicht, bittet nicht um Vergebung sondern er sagt: „Ich möchte lieber an diesen Felsen gekettet sein, als der gehorsame Diener der Götter zu sein.“<br />
Durch Akte des Ungehorsams hat sich der Mensch weiterentwickelt. Nicht wollen wir sagen, ein jeder Ungehorsam sei eine Tugend und jeder Gehorsam ein Laster. Immer nämlich, wenn die Prinzipien, denen wir entweder gehorchen oder nicht, miteinander unvereinbar sind, wäre – ist – ein Akt des Gehorsams dem einen Prinzip gegenüber notwendigerweise auch ein Akt des Ungehorsams seinem Widerpart gegenüber. Und umgekehrt.“<br />
Natürlich wurde und wird Gehorsam mit Macht erzwungen. Dies jenen ins Stammbuch geschrieben, die mit ihrer Macht so hantieren.</p>
<p>Diese Methode hat jedoch jede Menge Nachteile insofern, als sie die ständige Gefahr mit sich bringt, daß die vielen – „wir werden&#8221; (Ton Steine Scherben)  &#8220;immer mehr“ – eines Tages Mittel und Wege finden könnten, die wenigen in ihre Gewalt zu bekommen. Weil dem so ist, und die Mächtigen im Land und in Stuttagrt und in Berlin das auch wissen, versucht man (und Frau), dies in einen mehr oder weniger als eher sublim einherkommenden Gehorsam zu verwandeln – der aber lediglich auf Angst beruht –, und dies so in einen Gehorsam zu verwandeln, der von Herzen zu kommen scheint! Der Mensch muß demnach also gehorchen wollen, er muß das Bedürfnis dazu verspüren, statt Angst vor dem Ungehorsam, vor allem aber Angst vor den Folgen zu haben. Wenn das wirklich geschieht, dann kann die Macht verkünden, daß Ungehorsam Sünde und Gehorsam Tugend sei. Erich Fromm beschreibt das in seinem Essay „Über den Ungehorsam“ (lesen Sie mehr: DVA 1982), wo genau ebendies hinführt: Einmal verkündet, können die Vielen den Gehorsam akzeptieren, weil er etwas Gutes ist, und den Ungehorsam verabscheuen, weil er etwas Schlechtes ist – statt sich selbst zu verabscheuen, weil sie Feiglinge sind. Fromm wieder einmal gelesen (und „frei nach“ vereinnahmt) zu haben, läßt uns nachdenken auch über Heidelbergensien, läßt uns (aber gern doch) zum Ungehorsam gegenüber der „Obrigkeit“ aufrufen!</p>
<p>Und läßt uns den Stacheln löcken gegen die Macht und die Dämlichkeit &#8211; und die Herrlichkeit, in Ewigkeit … Und ermuntert  uns mit dem Verhältnis zwischen Journalisten und Politikern zu beschäftigen. Nachhaltig zwar, aber ganz allgemein. Versteht sich doch …</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Jürgen Gottschling</strong></p>
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		<title>Rock im Turm</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 15:09:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[InfoTicker aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Rundschau]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Science Tower der SRH Hochschule Heidelberg wird zur Bühne für Rockkonzerte. Die Mike Leister Band spielt Klassiker und Balladen von Queen bis Metallica. Bass, Schlagzeug und schnelle Gitarrenriffs – durch die Gänge des blauen SRH Towers schallen am 15. September erstmals Rockklassiker. Für ihre moderne und innovative Studienform bekannt, wird die SRH Hochschule ab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Science Tower der SRH Hochschule Heidelberg wird zur Bühne für Rockkonzerte. Die Mike Leister Band spielt Klassiker und Balladen von Queen bis Metallica.<br />
<span id="more-6799"></span></p>
<div id="attachment_6803" class="wp-caption alignright" style="width: 290px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/09/Rock-im-Turm1.jpg"><img class="size-full wp-image-6803" title="Rock im Turm" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/09/Rock-im-Turm1.jpg" alt="" width="280" height="428" /></a><p class="wp-caption-text">Der Science Tower der SRH Hochschule Heidelberg</p></div>
<p>Bass, Schlagzeug und schnelle Gitarrenriffs – durch die Gänge des blauen SRH Towers schallen am 15. September erstmals Rockklassiker. Für ihre moderne und innovative Studienform bekannt, wird die SRH Hochschule ab jetzt zum Veranstaltungsort für Rockkonzerte. Unter dem Motto „Rock im Turm“ tritt die 6köpfige Mike Leister Band ab 20 Uhr mit einem Konzertprogramm aus der Rockgeschichte auf. Einlass ist um 19 Uhr.</p>
<p>Seit 1978 als Band unterwegs, ist das Markenzeichen von Mike Leister, Melanie Leister, Sebastian Schwöbel, Hans-Jürgen Siebert, Thomas Katzenmayer und Marcus Spohr die mehrstimmige Vertonung von Rocktiteln. „Wir haben viel Bühnenerfahrung, aber auch für uns ist es das erste Mal in einem Turm zu spielen. Wir freuen uns sehr auf das besondere Ambiente“, sagt Bassist Hans-Jürgen Siebert.</p>
<p>Die ausgefallene Architektur des SRH Science Towers wurde vom Architekturbüro Donnig und Unterstab aus Rastatt entworfen. Zukünftig neben anderen Kulturveranstaltungen als Bühne für Rockkonzerte genutzt, trägt er zum vielseitigen Kulturprogramm für Heidelberger und zum abwechslungsreichen Campusleben für die 2.300 Studierenden der SRH Hochschule bei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Karten für das Rockkonzert gibt es im Sekretariat und am Empfang, Bonhoefferstrasse 1. Der Eintritt kostet 5 Euro.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kreativplatz für Heidelberger Jugendliche, konkret: „Villa Nachttanz“</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/6665/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 21:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Rundschau]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Verein „Villa Nachttanz e.V.“ hat die Planungen für sein neues Gebäude in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung schon weit vorangetrieben. Was &#8211; in Anlehnung an den Fraunenarzt von Bischofsbrück &#8211; bisher geschah: Der Verein Villa Nachttanz aktiön2001 e.V. (aktiön steht übrigens für Aktion für mehr Kultur und Toleranz in der Öffentlichkeit Nächtens) wurde im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Verein „Villa Nachttanz e.V.“ hat die Planungen für sein neues Gebäude in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung schon weit vorangetrieben. <span id="more-6665"></span></p>
<p>Was &#8211; in Anlehnung an den Fraunenarzt von Bischofsbrück &#8211; bisher geschah: Der Verein Villa Nachttanz aktiön2001 e.V. (aktiön steht übrigens für Aktion für mehr Kultur und Toleranz in der Öffentlichkeit Nächtens) wurde im Frühjahr 2001 gegründet, um mit der ersten Heidelberger Nachttanzdemo auf das geringe Kultur- und Raumangebot für junge Menschen in Heidelberg aufmerksam zu machen.</p>
<p>Frei nach dem Motto: &#8220;Solange wir keine Räume haben, tanzen wir auf der Straße&#8221; erfreute sich diese Demonstration mit knapp 1000 Nachttanzenden grosser Beliebtheit und fand viel Anklang bei den Umstehenden. Da die Mühlen der Stadt Heidelberg, was selbstorganisierte Jugend- und Kulturarbeit angeht,  jedoch bekanntlich langsam mahl(t)en, uns das Glück aber ein wenig zur Seite stand, mietete der Verein im Juni 2001 ein relativ heruntergekommenes Haus im Wieblinger Gewerbegebiet Rittel: Die Villa Nachttanz war geboren.</p>
<p>Mit viel Engagement und Tatkraft wurde die Villa Stück für Stück renoviert und in eine soziokulturelle Institution verwandelt, in der jungen Menschen eine Plattform für ihre Ideen und Kreativitat geboten wird. Ausstellungen, Konzerte, Partys, Theater, Lesungen, gediegenes Beisammensein am Lagerfeuer, Workshops und vieles mehr sind in der Villa Nachttanz und &#8211; von wegen Lagerfeuer),  drum herum  Wirklichkeit geworden. Die Mitglieder des Vereins sind allesamt ehrenamtlich tätig und mit viel Herzblut und Motivation bei der Sache, um das Angebot so attraktiv wie möglich zu gestalten. Alle, die Interesse haben, etwas eigenständig zu gestalten, finden in der Villa Nachttanz ein offenes Ohr. Und Unterstützung.<strong></strong></p>
<p><strong>Wie solls weitergehen?</strong></p>
<p>Um die Sanierung des bestehenden Gebäudes und den Neubau einer Veranstaltungshalle umsetzen zu können, soll  der Trägerverein einen Investitionszuschuss in Höhe von 330.000 Euro von der Stadt erhalten. Der Heidelberger Gemeinderat wird am 27. Juli über die Gewährung des Zuschusses entscheiden.</p>
<p>In den vergangen Monaten liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit die „Villa Nachttanz“ ihr neues Domizil bis Ende Juli 2012 beziehen kann. Die Stadt Heidelberg hat das 1.171 Quadratmeter großen Areal Im Klingenbühl 6-8 mittlerweile erworben und den bestehenden Mietvertrag im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst. Auf dem Grundstück steht derzeit ein Wohnhaus, Baujahr 1947, mit einer Nutzfläche von 130 Quadratmetern, das saniert werden soll. Da diese Fläche jedoch nicht ausreicht, plant der Verein „Villa Nachttanz“ den Bau einer Veranstaltungshalle im Anschluss an das bestehende Wohnhaus in einer Größe von 226 Quadratmetern.</p>
<p>Die geplanten Baukosten betragen insgesamt rund 356.000 Euro. 330.000 Euro sollen von der Stadt als nicht rückzahlbarer Zuschuss kommen. Die restlichen 26.000 Euro wird der Verein mit eigenen Sach-, Arbeits- und Geldleistungen erbringen.</p>
<p><strong>„Villa Nachttanz“ seit zehn Jahren feste Größe im Heidelberger Kulturbetrieb</strong></p>
<div id="attachment_6666" class="wp-caption alignleft" style="width: 276px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/07/Villa_Nachttanz.jpg"><img class="size-full wp-image-6666" title="Villa_Nachttanz" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/07/Villa_Nachttanz.jpg" alt="" width="266" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Feste Größe in Heidelberg: Die Villa in der Nacht …</p></div>
<p>Die „Villa Nachttanz“ hat ihren derzeitigen Standort in einem Privathaus am Kurpfalzring 71/1. Im Frühjahr 2001 hatte der Trägerverein diese Immobilie gemietet und die „Villa Nachttanz“ als Ort für kulturelle Veranstaltungen eingerichtet. Konzept des Vereins ist, jungen Menschen eine Plattform für ihre Ideen und Kreativität zu bieten und Ausstellungen, Konzerte, Partys, Theater, Lesungen und vieles mehr zu veranstalten. Der Verein ist ehrenamtlich tätig, versteht sich als nicht-kommerziell, nimmt aber auch keine öffentlichen Fördermittel in Anspruch.</p>
<p>2003 kaufte die Stadt das im Gewerbegebiet Rittel gelegene Anwesen und brachte auf dem Nachbargrundstück zunächst Asylbewerber unter. Ziel war allerdings von Anfang an, das Haus abzureißen und das Grundstück gewerblich zu entwickeln. Auch nach dem Abbau der Wohncontainer wurde dem Verein signalisiert, dass er sich einen neuen Standort suchen müsse. Im Dezember 2008 beschloss schließlich der Gemeinderat, den Mietvertrag maximal um zwei weitere Jahre zu verlängern.</p>
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