<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Neue Rundschau &#187; Lyrik</title>
	<atom:link href="http://www.rundschau-hd.de/archives/category/lyrik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.rundschau-hd.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Feb 2012 10:22:20 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.3</generator>
		<item>
		<title>Anverwandlungen: Fliegt dem Bürger vom spitzen Kopf der Hut?</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/6608/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/6608/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 19:02:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=6608</guid>
		<description><![CDATA[Lyrik hilft uns, nicht zu ertrinken. Ein Gedicht lesen, vorlesen, ein Gedicht gar schreiben, das macht uns zu lebendigen Fischen mit zwei Armen und zwei Beinen. Wir lernen, unter Wasser zu atmen, zu überleben. Das brauchen wir auch, denn: Land unter ist allenthalben, wir ersaufen ja gerade in der digitalen wie der realen Welt … [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lyrik hilft uns, nicht zu ertrinken. Ein Gedicht lesen, vorlesen, ein Gedicht gar schreiben, das macht uns zu lebendigen Fischen mit zwei Armen und zwei Beinen. Wir lernen, unter Wasser zu atmen, zu überleben. Das brauchen wir auch, denn: Land unter ist allenthalben, wir ersaufen ja gerade in der digitalen wie der realen Welt … oder in beider Sphären merkwürdiger Fülle zusammen.</p>
<p><span id="more-6608"></span><br />
Verknappen wir am besten, aber lassen wir nun mal die Töne, die Worte, die Texte auf andere Art sprechen und klingen. Schweigen mag silbrig, dichten kann da vielleicht schon golden sein. Die Expressionisten konnten dies ganz wunderbar. Bei aller Kritik, die man an ihnen natürlich auch haben kann: sie waren darin Meister, die Dinge auf den Punkt zu bringen und sich damit doch auch den Untergangswelten verzweifelt oder warnend entgegen zu stemmen. Dem Untergang, den sie voraus ahnten und in dem sie dann aber doch vegetieren mussten. In ihrer Kürze, ihrer Lakonik, lag die ausdrucksvollste Würze. Das kann uns weiter helfen, davon kann man etwas lernen.<br />
Versuchen wir es mal mit Kürze, mit guter Würze! Breite Epik ist zurzeit nicht angesagt im Land der Dichter und Denker. Auch bei den in den Gazetten gesetzten Worten herrscht gar viel an allzu breiter Fülle. Verknappen wir, aber reduzieren wir nicht auf das flüchtige Milieu des Banalen. Lassen wir den Twitter- oder SMS-Modus beiseite. Dort gibt es nichts, was wirklich klingt. Lyrik, Gedichte brauchen Zeit. Um „Land unter“ womöglich zu entkommen, muss man auch ein bisschen flüchten in gewagte, in andere, in neue Welten. Verleihen wir ein paar neuen Worten spezifisches Gewicht: gewählt, expressiv, bedenklich, spöttisch, leidenschaftlich (warum denn nicht?), mit Nachklang vielleicht. Wie auch immer!</p>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Bei Jakob van Hoddis erfuhren wir schon 1911 in „Weltende“:</strong></p>
<p style="text-align: center;">Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,<br />
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.<br />
Dachdecker stürzen ab und gehen entzwei,<br />
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.<br />
Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen,<br />
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.<br />
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.<br />
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken</p>
<p style="text-align: left;">Was für ein trefflich treffendes, kleines Gedicht, das einem den Atem raubt. Wie man weiß, hatte von Hoddis nicht nur ahnend geunkt. Es fehlten damals gerade noch 3 bzw. bzw. 28 Jahre, dann nahmen die Bürger sich selbst gleich zweimal vom Kopf den spitzen Hut. Das Jahrhundert versank in trübsten Fluten, den Gejagten wuchsen keine Flossen, wo Not war, wuchs das Rettende fast nicht mehr. Davon haben wir alle uns noch nicht erholt, auch wenn wir dies häufig zu denken scheinen.<br />
Wolf Biermann dichtete und sang später, Ende der 70iger, ganz  im Stile dieser Expressionisten „Wie ich ein Fisch wurde“. In diesem Poem bzw. „Song“  aus dem Zyklus „Hälfte des Lebens“ heißt es am Ende tröstlich anverwandelnd:<br />
Meine Arme dehnten sich zu breiten Flossen, Grüne Schuppen wuchsen auf mir voller Hast.<br />
Als das Wasser mir auch noch den Mund verschlossen, war dem neuen Element ich angepasst.<br />
Und weiter:</p>
<p style="text-align: center;">Lass mich durch dunkle Tiefen träge gleiten. Und ich spüre nichts von Wellen oder Wind…</p>
<p style="text-align: center;">Sind wir – wieder mal &#8211; in ähnlichen Zeiten, wo Verwandlung, eine andere Stofflichkeit, ein Wandel – und welcher? &#8211; das Rettende sein könnte, ja sein müsste? Darüber kann man sicher schlaue Essays schreiben – aber vielleicht tut das ein oder andere Gedicht unseren angespannten Nerven gut. So fang ich denn mal an, mögen weitere folgen, auf geht´s!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>UNMOND</strong></p>
<p style="text-align: center;">Wir werden es noch erleben,<br />
fast bin ich der Einsicht gewiss,<br />
uns wärmend in blauer Nacht,<br />
wenn wir ganz eins und innig<br />
nach den Gestirnen sehn,<br />
von oben schräg ein voller Mond<br />
uns tragikomisch beäugt,<br />
aus dem Rund kupfern leuchtend<br />
der künstlich gezwirbelte Haken<br />
von so fatal irdischem Glanz.<br />
Und mit den Gezeiten, wie immer,<br />
die Scheibe dann schmal geworden,<br />
auf andre Art, als Sichel, dann schön,<br />
prangt weiter das Logo des Sieges,<br />
wie gepaust mit Spott und mit Häme,<br />
Nikes Zeichen, gelasert wie ein Schmiss<br />
an unser fahles Mondgesicht.<br />
Schöner neuer Kosmos, zerstrahltes All,<br />
ein komisch-siechender Mond.<br />
Ach Liebste, es wird bald Zeit,<br />
die Welt scheint mir so abgehakt,<br />
uns neue Milchstraßen zu suchen.</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Fritz Feder &#8211; GALAK</strong></em></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Liebe Lyrikfreunde unter den Rundschau-Lesern,</strong></p>
<p style="text-align: left;">dem Aufruf von unserem GALAK folgt dir Rundschau gern. Mögen eins, zwei, einige Gedichte blühen! Schließen Sie sich an! Mit einem eigenen Gedicht. Thematisch zu dem vielleicht, was , zunächst einmal: Wandel, Anverwandlung, neue Stofflichkeit, Geh- und Stehversuche. Unser &#8220;Lyrikmann&#8221; Fritz Feder wird zu gegebener Zeit noch weitere Themen platzieren &#8211; oder schlagen Sie ihm,  liebe rundschaulesende &#8220;Lyrikanten&#8221;  welche vor!<br />
Womit wir beide zugleich unsere Lyrik-Sparte wieder inszenieren &#8211; neu in Gang setzen wollen. Aber, keine Sorge: wir machen keinen Wettbewerb. Dafür eignen sich Gedichte nicht! Wir machen auch kein digitales Poetry Slam. Sie schreiben, wir publizieren:<strong> gottschling@rundschau-hd.de</strong></p>
<p style="text-align: left;">Ach ja, da  packt  doch auch <em><strong>Jürgen Gottschling</strong></em> mal einige seiner Frühgedichte aus:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Schaffe, schaffe, Häusle baue …</strong></p>
<p style="text-align: center;">Fleißig, friedlich,<br />
unermüdlich,<br />
emsig, emsig schafft die Welt.<br />
Das bewegt sich,<br />
rührt sich, regt sich,<br />
wie`s dem lieben Gott gefällt.</p>
<p style="text-align: center;">Flinke Bienen,<br />
Mischmaschinen<br />
brummen brav ihr Arbeitslied;<br />
alles dreht sich,<br />
blind versteht sich<br />
Zahnradzahn mit Kettenglied.</p>
<p style="text-align: center;">Kessel dampfen,<br />
Kolben stampfen,<br />
Umlaufkühler kühlt und klärt.<br />
der Ventile Flötenspiele -<br />
muntres Prodkutionskonzert.</p>
<p style="text-align: center;">Wie? Ein Händchen<br />
Kieselsändchen<br />
ins Ventil und Klappe zu?<br />
Ei,  bezähm´ dich´,<br />
Teufel, schäm dich,<br />
böser, deskruktiver, du!</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Was alles sich nicht gehört</strong></p>
<p style="text-align: center;">Das gehört sich nicht.<br />
Das was?<br />
Das das.</p>
<p style="text-align: center;">Das Ge hört sich nicht.<br />
Gehört sich,<br />
dass das Ge sich nicht hört?</p>
<p style="text-align: center;">Gehört das Ge gehört?<br />
Gehört sich das,<br />
dass das Das sich nicht gehört?</p>
<p style="text-align: center;">Wem gehört das Das?</p>
<p style="text-align: center;">Wer gehört schon sich?<br />
Wem gehört schon was?<br />
Was gehört schon gehört?</p>
<p style="text-align: center;">„Das gehört sich nicht.“<br />
Hört, Hört!</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Endsieg</strong></p>
<p style="text-align: center;">Wo das Gute siegt, ist das Ende.<br />
Das Böse siegt immer am Anfang.<br />
Wenn das Ende kommt, kommt das Gute.<br />
Wenn das Gute siegt, ist alles zu Ende.</p>
<p style="text-align: center;">Am Anfang siegt das Böse.<br />
Aller Anfang ist schwer.<br />
Das Böse hat es schwer. Am Anfang.</p>
<p style="text-align: center;">Am Ende verliert immer das Böse.<br />
Das Böse ist am Anfang immer am Ende.<br />
Das Ende ist der Anfang des Guten.<br />
Wäre das Ende der Anfang<br />
und der Anfang der Anfang des Guten,<br />
wäre das Ende des Bösen der Anfang.</p>
<p style="text-align: center;">So aber:<br />
Siegt immer das Böse.<br />
Bis zum Ende.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Apropos Ende</strong></p>
<p style="text-align: center;">Ein Elektron, seit  Myriaden<br />
Jahren negativ geladen,<br />
traf endlich, ach endlich, ein Positron.<br />
Und das, das hatten sie nun davon:</p>
<p style="text-align: center;">&nbsp;</p>
<div id="attachment_6615" class="wp-caption aligncenter" style="width: 360px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/07/urknall.jpg"><img class="size-full wp-image-6615" title="urknall?" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2011/07/urknall.jpg" alt="" width="350" height="244" /></a><p class="wp-caption-text">Als einen solchen Initial-Urknall jedenfalls wünschen wir diesen Aufruf verstanden  zu wissen. Knallen Sie mit …</p></div>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/6608/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Widerwärtiges Verhalten im Gemeinderat</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/6058/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/6058/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 11:51:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Sapere aude]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=6058</guid>
		<description><![CDATA[Die sogenannte „ „linke Mehrheit im Heidelberger Gemeinderat gegen den Tunnel&#8221; hat mit „links“ etwa so viel zu tun, wie eine Heuschreckenplage mit einer Strafe Gottes. Wenn das „links“ ist, dann in der Tat möchte man lieber als „konservativ“ &#8211; oder “bürgerlich“ (wie das neudeutsch heißt) firmieren. Nur mal eben hier zur Erinnerung: Die Fraktionsvorsitzende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die sogenannte „ „linke Mehrheit im Heidelberger Gemeinderat <span id="more-6058"></span>gegen den Tunnel&#8221; hat mit „links“ etwa so viel zu tun, wie eine Heuschreckenplage mit einer Strafe Gottes. Wenn das „links“ ist, dann in der Tat möchte man lieber als „konservativ“ &#8211; oder “bürgerlich“ (wie das neudeutsch heißt) firmieren. Nur mal eben hier zur Erinnerung: Die Fraktionsvorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion und Landtagskandidatin dieser noch meiner Partei Anke Schuster meinte wenige Minuten vor der Abstimmung in Sachen „Altes Hallenbad“ im Rathaus: Wir können doch nicht für eine Markthalle des Investors Hans-Jörg Kraus  stimmen, wenn OB Würzner dafür ist. So votierte die SPD &#8211; mit Fraktionszwang &#8211; gegen diese Option (und, falls Anke Schuster das gesagt zu haben immer noch und wieder bestreiten sollte, sehen wir uns vor Gericht wieder &#8211; schließlich gibt es namhafte Zeugen dafür). Stattdessen wollte die SPD das Unterwegstheater im Haus haben &#8211; weil die Genossen unbedingt ein Tanztheater in diesem Gebäude wollten (und so viel Ahnung davon haben) . Das ist in einer Weise perfide, widerwärtig und unverantwortlich, dass man (ich) aus dieser Partei längst ausgetreten sein sollte. Jedoch tu ich <span style="text-decoration: underline;">diesen</span> Genossen (<a href="http://www.rundschau-hd.de/archives/3219/">und diesem Gemeinderat</a>) diesen Gefallen nicht!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/6058/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Mond ist aufgegangen für: Fleischgewordene Selbstgerechtigkeit</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/5558/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/5558/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 23:35:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=5558</guid>
		<description><![CDATA[Was haben LindA, Karin Werner-Jensen, dass der Mond aufgegangen-, die Heidelberger Altstadt tot ist und vieles anderes Unerfreuliches  miteinander zu tun? Und dass wir uns in Kürze mit der LindA´schen &#8220;Sommermail&#8221; hintergründig beschäftigen werden? Vorbei die Zeit, die stille. Da hilft kein guter Wille, kein neues Anti-Alk-Gesetz. Und durch der LindA Wolken erkennt man nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was haben LindA, Karin Werner-Jensen, dass der Mond aufgegangen-, die Heidelberger Altstadt tot ist und vieles anderes Unerfreuliches  miteinander zu tun? Und dass wir uns in Kürze mit der LindA´schen &#8220;Sommermail&#8221; hintergründig beschäftigen werden? <span id="more-5558"></span></p>
<p>Vorbei die Zeit, die stille.</p>
<div id="attachment_5665" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/10/heidelberg_voraus.jpg"><img class="size-full wp-image-5665" title="heidelberg_voraus" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/10/heidelberg_voraus.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Meldung an LindA-Zentrale: Junggesellenverabschiedungs-Gruppe Richtung Heidelberg gesichtet: &quot;Abfangen! Rücktransport&quot;</p></div>
<p>Da hilft kein guter Wille,<br />
kein neues Anti-Alk-Gesetz.<br />
Und durch der LindA Wolken<br />
erkennt man nun die Folgen<br />
vom ew‘gen Widerstands-Geschwätz.</p>
<p>Es bröckeln die Fassaden,<br />
Feins Heidelberg geht baden<br />
und langsam wird es Nacht.<br />
Der Mond ist aufgegangen,<br />
doch keine Sternlein prangen,<br />
die ham sich aus dem Staub gemacht.</p>
<p>So trägt bei fahlem Lichte<br />
die Rundschau der Geschichte<br />
in ihr Notizbuch ein:<br />
Die Saat ist aufgegangen,</p>
<p>lebend´ge Stadt ist draufgegangen &#8211; und keiner will‘s gewesen sein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/5558/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Joachim Ringelnatz: Fussball …</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/5115/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/5115/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 15:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=5115</guid>
		<description><![CDATA[… nebst Abart und Ausartung: Der Fußballwahn ist eine Krank- Heit, aber selten, Gott sei Dank. Ich kenne wen, der litt akut An Fußballwahn und Fußballwut. Sowie er einen Gegenstand In Kugelform und ähnlich fand, So trat er zu und stieß mit Kraft Ihn in die bunte Nachbarschaft. Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel, Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>… nebst Abart und Ausartung:<span id="more-5115"></span></strong></p>
<p><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/06/fussball_macht_gaga1.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-5120" title="fussball_macht_gaga" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/06/fussball_macht_gaga1.jpg" alt="" width="230" height="340" /></a>Der Fußballwahn ist eine Krank-<br />
Heit, aber selten, Gott sei Dank.<br />
Ich kenne wen, der litt akut<br />
An Fußballwahn und Fußballwut.<br />
Sowie er einen Gegenstand<br />
In Kugelform und ähnlich fand,<br />
So trat er zu und stieß mit Kraft<br />
Ihn in die bunte Nachbarschaft.<br />
Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,<br />
Ein Käse, Globus oder Igel,<br />
Ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,<br />
Ein Kegelball, ein Kissen war,<br />
Und wem der Gegenstand gehörte,<br />
Das war etwas, was ihn nicht störte.<br />
Bald trieb er eine Schweineblase,<br />
Bald steife Hüte durch die Straße.<br />
Dann wieder mit geübtem Schwung<br />
Stieß er den Fuß in Pferdedung.</p>
<p>_________________________________________________________________</p>
<p>Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.<br />
Die Lampenkuppel brach sofort.<br />
Das Nachtgeschirr flog zielbewußt<br />
Der Tante Berta an die Brust.<br />
Kein Abwehrmittel wollte nützen,<br />
Nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,<br />
Noch Puffer außen angebracht.<br />
Er siegte immer, 0 zu 8.<br />
Und übte weiter frisch, fromm, frei</p>
<p>Mit Totenkopf und Straußenei.</p>
<p>Erschreckt durch seine wilden Stöße,<br />
Gab man ihm nie Kartoffelklöße.<br />
Selbst vor dem Podex und den Brüsten<br />
Der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,<br />
Was er jedoch als Mann von Stand,<br />
Aus Höflichkeit meist überwand.<br />
Dagegen gab ein Schwartenmagen<br />
Dem Fleischer Anlaß zum Verklagen.<br />
Was beim Gemüsemarkt geschah,<br />
Kommt einer Schlacht bei Leipzig nah.<br />
Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen<br />
Durch Publikum wie wilde Bienen.<br />
Da sah man Blutorangen, Zwetschen<br />
An blassen Wangen sich zerquetschen.<br />
Das Eigelb überzog die Leiber,<br />
Ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.<br />
Kartoffeln spritzten und Citronen.<br />
Man duckte sich vor den Melonen.<br />
Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.<br />
Dann donnerten die Kokosnüsse.<br />
Genug! Als alles dies getan,<br />
Griff unser Held zum Größenwahn.<br />
Schon schäkernd mit der U-Bootsmine<br />
Besann er sich auf die Lawine.<a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/06/schiedsrichter_telefon1.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-5122" title="schiedsrichter_telefon" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/06/schiedsrichter_telefon1.jpg" alt="" width="250" height="211" /></a><br />
Doch als pompöser Fußballstößer<br />
Fand er die Erde noch viel größer.<br />
Er rang mit mancherlei Problemen.<br />
Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?<br />
Dann schiffte er von dem Balkon<br />
Sich ein in einem Luftballon.<br />
Und blieb von da an in der Luft,<br />
Verschollen. Hat sich selbst verpufft. -<br />
Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,<br />
Vor dem Gebrauch des Fußballwahns!</p>
<p><strong>________________________________________________________________</strong></p>
<p><em>&#8220;Zupf dir ein Wölkchen &#8211; Gedichte&#8221; Ein wunderschönes kleines Büchlein, das bei  dtv 20009 erschien, bringt einem Ringelnatz wieder nahe. 189 Seiten, 17,5 cm € 8,90 CHF 15,90</em></p>
<p>Apropos: &#8220;nahebringt&#8221;</p>
<h2>Nach dem Gewitter</h2>
<p>Der Blitz hat mich getroffen. / Mein stählener, linker Manschettenknopf</p>
<p>Ist weggeschmolzen, und in meinem Kopf / summt es, als wär ich besoffen.</p>
<p>Der Doktor Berninger äußerte sich / darüber sehr ungezogen:</p>
<p>Das mit dem Summen wär´ typisch für mich, / Das mit dem Blitz wär´ erlogen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/5115/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jean Ferrat gestorben</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/5083/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/5083/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 12:44:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=5083</guid>
		<description><![CDATA[Erst in diesen Tagen habe ich es erfahren: Einer der größten  zeitgenössischen Chansonniers ist am 13. März dieses Jahres in Südfrankreich gestorben. In Deutschland war Jean Ferrat leider  nur bei seinen engeren, frankophilen Anhängern vor allem aus der  68er Zeit und danach  bekannt. In den großen deutschen Gazetten  findet sich meines Wissens keine oder kaum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/06/Jean_Ferrat.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-5084" title="Jean_Ferrat" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/06/Jean_Ferrat.jpg" alt="" width="69" height="78" /></a>Erst in diesen Tagen habe ich es erfahren: Einer der größten  zeitgenössischen Chansonniers ist am 13. März dieses Jahres in Südfrankreich gestorben. In Deutschland war Jean Ferrat leider  nur bei seinen engeren, frankophilen Anhängern vor allem aus der  68er Zeit und danach  bekannt. <span id="more-5083"></span>In den großen deutschen Gazetten  findet sich meines Wissens keine oder kaum eine Notiz zu seinem Ableben, schade! Ferrats Polit Chansons durften früher zeitweise  nicht im französischen Radio gespielt werden. Die Liebeslieder schon.</p>
<p>Immerhin, sogar Frankreichs Präsident Sarkozy würdigte Jean Ferrat nun als einen der wichtigsten Sänger des Landes. Ob der kulturell mitunter liberale Konservative da seiner Frau Carla, die aus dem gleichen Genre kommt, einen Gefallen tun wollte?  Wäre es  denkbar, dass die deutsche Kanzlerin, die es wohl eher mit Seal+Klum  hält (vgl. die Berichte zu ihrer letzte USA-Reise), bei gegebenen  Anlass eines Tages z.B. Franz Joseph Degenhardt („Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“) mit ein paar Worten würdigt? Wohl kaum, eher undenkbar in den deutschen Verhältnissen.</p>
<p>Ferrat ist im Alter von  79 Jahren verstorben. Ich mag seine Musik sehr, besonders die einfühlsamen Vertonungen der Gedichte des Schriftstellers und Lyrikers Louis Aragon.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=-CA2L_LQLmM">Hören</a> und lesen empfehlenswert!</p>
<p style="text-align: right;">Fritz Feder alias GALAK</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/5083/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erinnerung an Theodorakis in Heidelberg</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/4873/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/4873/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 09 May 2010 12:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=4873</guid>
		<description><![CDATA[Es war 1988, als der griechische Komponist und Liedermacher Mikis Theodorakis mit Orchester und Sänger-Team eines seiner umjubelten Konzerte in Heidelberg gab. In der angenehm überfüllten Stadthalle. Begeistertes Griechentum der Neuzeit („Romiossini“) …… in Heidelberg ohne jeden chauvinistischen Schwulst. Antidikatorisch, mit starken, poetischen  Bezügen zum Hellas des Altertums, den Zeiten von Sophokles, Euripides, Aristophanes u.a. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Es war 1988, als der griechische Komponist und Liedermacher Mikis Theodorakis mit Orchester und Sänger-Team eines seiner umjubelten Konzerte in Heidelberg gab. In der angenehm überfüllten Stadthalle. Begeistertes Griechentum der Neuzeit („Romiossini“) …<span id="more-4873"></span>… in Heidelberg ohne jeden chauvinistischen Schwulst. Antidikatorisch, mit starken, poetischen  Bezügen zum Hellas des Altertums, den Zeiten von Sophokles, Euripides, Aristophanes u.a. Mit Dichtungen der neuzeitlichen Dichter, allen voran Jannis Ritsos, dessen Verse Theodorakis kongenial vertont hat. Oder Michalis Burbulis …</p>
<p>Theodorakis war – vorher und danach &#8211; noch mehrere Male  in unserer Stadt, aber ich erinnere die Jahreszahlen nicht mehr genau. Mit Petros Pandis, mit Maria Farandouri, den großartigen Interpreten und Interpretinnen seiner Liederzyklen, Oratorien und vor allem des berühmten „Canto General“ nach Versen von Pablo Neruda:</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/qA_mzUzOLUw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/qA_mzUzOLUw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p>Es waren Zeiten, in denen junge Leute sich noch nicht der SixPack-Kultur und dem HipHop hingaben, sondern bereit waren, auch fremden, getragenen Kunstliedern aufmerksam zu lauschen und sie zu verstehen. Griechentum! Ein anderes Europa! Nicht nur Junge, auch Ältere und Alte, die einen anderen Blick auf Griechenland hatten, als den irgendwie vorherrschend abgefuckten von heute. Es war da ein Glanz ohne Patina, ein Aufbruch, eine kämpferisch-friedliche Begeisterung in unserer Stadt.</p>
<p>Geradezu hellseherisch mögen einem heute die Inhalte einiger Lieder erscheinen, die damals vorgetragen wurden.  In seiner bekannt stürmisch-würdigen Art und Weise am Pult dirigierend Theodorakis, als Sänger Petros Pandis, Thanassis Moraitis und Sophia Michaelidou, dazu ein Ensemble aus Bouzouki (Lakis Karnezis), Gitarren und Keyboards.</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NLgerQJo7zM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;hd=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/NLgerQJo7zM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;hd=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p>Großartig, damals 1988 und Jahre zuvor! Wir liebten diese Musik und wir liebten – nach dem Konzert – das einfache, aber einfach auch leckere Essen beim damaligen Tränktor-Griechen,  im Goldenen Stern, in der griechischen Bergbahn-Kneipe: Spießchen, Schafskäse, der typische Salat, Ouzo und Retsina.  Auch Theodorakis mit seinen Leuten saß da plötzlich unter uns im Tränktor. Irgendwas vibrierte. Irgendwas stimmte.</p>
<p>Wir liebten zu jenen Zeiten Griechenland, das wir so gerne besuchten, aber wir ahnten doch schon auch damals, dass dieses Land dem Ausverkauf preisgegeben werden würde. Das Schöne weckt immer Begehrlichkeiten, nun ist es passiert. Die Märkte und Stammtische scheinen zu obsiegen. Und Griechenland wehrt sich.</p>
<p>Hier nun zwei Gedichte von Michalis Burbulis (siehe das Programmheft von 1988), zu denen der griechische Komponist die Musik gemacht hat und die uns in lyrischer Voraussicht zeigen, wo wir nun stehen – mit diesem perfiden Durchschnittsblick auf ein Land, von dem wir seit etwa 2700 Jahren so unermesslich viel bekommen haben: Ja, Heimat Du, sie würfelten um Dich auf Pump!</p>
<p><strong>DIE UNVERDÄCHTIGEN</strong><br />
Einst kam die Sonne heraus über Athen<br />
und leuchtete uns;<br />
dann ein warmer Regen<br />
der auf uns herabfiel.<br />
Er goß unsere Blüten<br />
daß aufblühten unsere Fehler!</p>
<p>So gelangten wir<br />
in den Abgrund der Einsamkeit<br />
in Häusern, parallel und flach.<br />
unsere Ideale:<br />
ein Posten im öffentlichen Dienst<br />
und ein weiterer in den Stadien.</p>
<p>Des nachts gingen die Liebenden hinaus<br />
in die Wäldchen, sich küssen;<br />
aber an einem dünnen Faden<br />
hing das Leben<br />
bis er eines Tages riß<br />
und ein Gewitter begann.</p>
<p><strong>HEIMAT</strong><br />
Ein kalter Nordwind stieg herab<br />
des nachts von der Akropolis<br />
durchforstet die Blumen<br />
weint und erzählt Byzantinisches<br />
Heimat Du<br />
sie würfelten um dich auf Pump!</p>
<p>Sind die Jahre versteinert<br />
kommen und bedecken uns<br />
wie soll ich mich nur erinnern<br />
an Häuser und Menschen in der Tiefe<br />
Heimat Du<br />
sie würfelten um dich auf Pump!</p>
<p>Der Körper von Andrutsos weint<br />
wie das bittere Meer<br />
Mensch wie änderten sich die Zeiten<br />
heute herrschen über uns die Bayern<br />
Heimat Du<br />
sie würfelten um dich auf Pump!</p>
<p>Oh Bitterkeit der Verzweiflung<br />
du blühtest auf in unserem Schlaf<br />
unbekannte fremde Schiffbrüchige<br />
sind wir geworden im eigenen Land<br />
Heimat Du<br />
sie würfelten um dich auf Pump!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Fritz Feder</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/4873/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Leben in der Altstadt, Mm. FSG und ein konservatives Geheimnis …</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/4810/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/4810/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 May 2010 11:11:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[HD retten. Mit Herz und Hirn]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=4810</guid>
		<description><![CDATA[Gestern abend &#8211; zwei Tage nach dem 1. Mai &#8211; war Vorstandssitzung des Heidelberger SPD Ortsverein Altstadt. Da bin ich hingegangen ……  weil ich dachte, jetzt, im Alter, jetzt mußt Du &#8211; hab ich, weil Du doch &#8220;auch ein Genosse bist&#8221;, mir gesagt &#8211; noch mal ganz arg politisch werden. Gesagt, getan: Kaum von zuhause [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Gestern abend &#8211; zwei Tage nach dem 1. Mai &#8211; war Vorstandssitzung des Heidelberger SPD Ortsverein Altstadt. Da bin ich hingegangen …<span id="more-4810"></span>…  weil ich dachte, jetzt, im Alter, jetzt mußt Du &#8211; hab ich, weil Du doch &#8220;auch ein Genosse bist&#8221;, mir gesagt &#8211; noch mal ganz arg politisch werden. Gesagt, getan: Kaum von zuhause fort, schon war ich dort &#8211; am Vorabend immerhin  meines 67. Geburtstages. Und, kaum haben wir angefangen, uns darübere Gedanken zu machen, wie wir unsere „lieben Altstädter“ ( © LindA) Mitbürger davon würden überzeugen können, dass wir schon auch sehr gegen nächtlichen Lärm und herumkotzende und an Hauswände und Hausflure pissende Besoffene wären, und dagegen durchaus auch restriktive Maßnahmen fordern. Aber, haben wir weiterhin überlegt, dass das auch mit Mittel versucht werden müsse, die sich auf dem Weg der Rechtsstaatlichkeit bewegen und dass wir ohne ein Blockwartdenken zu fordern oder zu fördern auskommen sollten.</p>
<p style="text-align: left;">
<div id="attachment_4813" class="wp-caption alignleft" style="width: 290px"><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/05/raus-aus-der-altstadt.jpg"><img class="size-full wp-image-4813" title="raus aus der altstadt" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2010/05/raus-aus-der-altstadt.jpg" alt="" width="280" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Bernhard von Minden, 1340: Adam und Evas Vertreibung aus dem Paradies</p></div>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Dass auch wir als fleischgewordene Selbstgerechtigkeit predigen würden, das wollte ich nicht.</p>
<p style="text-align: left;">Aber kaum, dass mir meine Genossinnen und Genossen gesagt haben, es sei keine feine Art, OberLindA damit, sie sei so, auch künftig  solcherweise zu ärgern, schon kam Genossin Karin W.-J., als ob sie auf ihr Stichwort gewartet habe, hochselben.</p>
<p style="text-align: left;">Und, als sie dann wieder ging, sagte sie zu mir, dass sie mit mir nie wieder mehr würde sprechen wollen, vielleicht, weil ich unter die Leute gebracht habe, naja, weshalb auch immer; jedenfalls gibt es für mich also keinen direkten Weg mehr, mit ihr in eine Kommunikation ein zu treten.</p>
<p style="text-align: left;">Aber, ich bin doch &#8211; eigentlich &#8211; gar nicht so wirklich böse, habe ich mir traurig gedacht, und mich an einen kurzen Text gemacht, welchen ich Ihr als &#8211; Robert Koch eingedenk) Gesprächsangebot zeitnah gerne widme:</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Bedroht uns eine konservative Welle ?</strong><br />
Erleben wir in Heidelbergs Altstadt derzeit, was es in diesem unserem Lande  vor über sieben Jahrzehnten schon einmal gab: eine „Konservative Revolution“? So nannte und nennt man jene Bewegung der sogenannten intellektuellen Rechten, die in den Jahren vor und nach 1930 zum Sturm auf den liberalen Zeitgeist aufrief. Einer ihrer einflussreichsten Vertreter war der Staatsrechtler Carl Schmitt. 1927 legte er einen seiner berühmtesten Essays, vor. Die spezifisch politische Unterscheidung sei die zwischen Freund und Feind, so lautete die alsbald leidenschaftlich diskutierte Kernthese. Der Rezensent, der sich am gründlichsten auf Schmitt einließ, war der deutsche Philosoph Leo Strauss. An der Freund-Feind-Lehre fand er nichts auszusetzen. An Schmitts Liberalismuskritik aber bemängelte er, sie sei nicht radikal genug, weil sie sich noch im „Horizont des Liberalismus“ bewege. Zur Vollendung könne diese Kritik nur kommen, wenn es gelinge, „einen Horizont jenseits des Liberalismus“ zu gewinnen.</p>
<p>Natürlich ist der Altstadt Neokonservativismus nicht einfach eine Kopie jener deutschen Konservativen Revolution. Die jungkonservativen Gegner der Weimarer Republik verachteten die westlichen Werte, die Heidelberger Neokonservativen halten sie hoch. Aber die Art, wie sie es tun, bringt sie mit ebendiesen Werten in Konflikt.<br />
Wer sich ihrer voluntaristischen Weltsicht nicht anschließt, den verachten sie. In ihrem Freund-Feind-Denken sind sie würdige Nachfolger des Deutschen Carl Schmitt.<br />
Viele dieser Fundamentalisten glauben an den heilsgeschichtlichen Auftrag Amerikas, die Welt von der Tyrannei des Bösen zu erlösen, und sie leiten daraus den Gedanken einer Mission im Dienste von Fortschritt, Freiheit und Demokratie ab. Es ist der Geist des radikalen Puritanismus, der schon die Pilgrim Fathers beflügelte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/4810/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Summer in the City</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/4690/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/4690/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 22:43:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=4690</guid>
		<description><![CDATA[Fritz Feder, der von uns vielgeliebete Kommentator unserer nicht nur Polemiken, einer, der sich versteht als Heidelberger GALAK-Kurztextschreiber außerhalb des SMS- oder Twitter-Formats, will sagen: Gedichte, Aphorismen, Leserbriefe, Anekdoten,  Kommentare, schickte uns &#8211; in der Rundschau zuständig für Lyrik, folgendes,  zwar &#8211; älteres Ge-Dicht, welches er jedoch aktuellen Anlasses wegen schlussendlich ergänzt hat. Bitteschön: Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fritz Feder, der von uns vielgeliebete Kommentator unserer nicht nur Polemiken, einer, der sich versteht als Heidelberger GALAK-Kurztextschreiber außerhalb des SMS- oder Twitter-Formats, will sagen:<br />
Gedichte, Aphorismen, Leserbriefe, Anekdoten,  Kommentare, schickte uns &#8211; in der Rundschau zuständig für Lyrik, folgendes,  zwar &#8211; älteres Ge-Dicht, welches er jedoch aktuellen Anlasses wegen schlussendlich ergänzt hat. Bitteschön:<span id="more-4690"></span></p>
<p style="text-align: center;">Im graden Winkel liegt der olle Kahn,<br />
wir schmausen Berberitzen aus Isfahan.<br />
Die Welt ist sicher, schnell und leicht,<br />
im Monitor ein Babyschänder beicht´.</p>
<p style="text-align: center;">Verona, kolossales Rund im Opernkleid,<br />
gern wärn wir mit Dir allein zu zweit.<br />
Hell ist die Welt, knallig und cool,<br />
im Osten rollen Köpfe aus einer Schul´.</p>
<p style="text-align: center;">In den drallen Pinten der Neckartown<br />
steh´n Jäger, Spieler, auch schmucke Frau´n.<br />
Rund ist die Welt, amused, voller Pepp,<br />
der Single, allein, ist fun und immer so nett.</p>
<p style="text-align: center;">In dieser Stadt, die ich dereinst erkoren,<br />
hat so mancher kein Herz verloren.<br />
Du Oldie mit Charme bist meine Insel,</p>
<p style="text-align: center;">gemalt übern Fluß<br />
mit gelbsüchtigem Pinsel.</p>
<p style="text-align: center;">Nun ist dies schon paar Jährchen her,<br />
verschluckt die zickige Bürgerwehr.<br />
Aus Neckarfluten steigt ein müder Aal,<br />
und kommt gewaltig ins Schlingern, zumal</p>
<p style="text-align: center;">Tequila-gewürzet die Luft am Strand<br />
lümmelt das SixPack im Sonnensand,<br />
- umba, umba, ein Affentanz-<br />
derweil sich blähet im Strahlenglanze<br />
der Kasten aus Glas mit Lorbeerkranz.</p>
<p style="text-align: center;">Drinnen vereint zum letzten Gefecht,<br />
tummeln sich asch- und bitterfahl<br />
tausend tolle Therapeuten,<br />
sich wiegend zum Feste, beim Ball<br />
wummern und wimmern sie, ach,</p>
<p style="text-align: center;">den Altstadtblues<br />
suizidal.</p>
<p>Mit Letzterem sind wohl &#8220;wir&#8221; DAFÜR &#8211; seienden gemeint. Mit unserem Suizid werden wir aber alsobald niemanden erfreuen …</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/4690/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;… fällt aus steilem Bogen ein getroffener Vogel“</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/4168/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/4168/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 03:45:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=4168</guid>
		<description><![CDATA[Wendelin Ludwig, geboren am 9. Oktober 1946, war ein junger Lyriker, der sich am 12. September 1979 mit 33 Jahren durch einen Sprung von einem Hochhaus in Stuttgart, seiner Heimatstadt, das Leben nahm. Seine lyrische Hauptschaffensphase hatte er im Alter von 13 bis 21 Jahren. In jenen 8 Jahren verfasste er die große Mehrzahl seiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wendelin Ludwig, geboren am 9. Oktober 1946, war ein junger Lyriker, der sich am 12. September 1979 mit 33 Jahren durch einen Sprung von einem Hochhaus in Stuttgart, seiner Heimatstadt, das Leben nahm. Seine lyrische Hauptschaffensphase hatte er im Alter von 13 bis 21 Jahren. <span id="more-4168"></span>In jenen 8 Jahren verfasste er die große Mehrzahl seiner Gedichte, die seit 2004 in einer verdienstvollen Gesamtausgabe mit 170 Gedichten vorliegen. Es handelt sich um eine Kooperation des Verlags für Berlin Brandenburg Potsdam, der holländischen Stiftung „Memoriaal“ und dem Wilhelm Fraenger-Institut Potsdam. „Stabhochspringer“ – dieses Motiv, Titel des Lyrikbands wie auch eines der Gedichte wird uns noch beschäftigen – wurde in einer Auflage von nur 300 Exemplaren gedruckt.<br />
Um es vorwegzunehmen: Die sehr ausdrucksstarken und sprachlich interessant gestalteten Gedichte, die von einer intensiven Naturverbundenheit des jungen Manns zeugen, wie sie heutzutage in unseren Breitengraden kaum noch denkbar ist, verdienen mehr Aufmerksamkeit. Vielleicht wäre hierfür eine gezielte, kleine Auswahl der wichtigsten und schönsten Gedichte ein hilfreicher editorischer Schritt. Wenn im Nachwort zu der vorliegenden Edition darauf hingewiesen wird, dass der bekannte deutsche Lyriker Heinz Piontek die Ausdrucksfähigkeit  Ludwigs zwar gelobt hat, aber letztlich zu dem Schluss kommt, dass die Gedichte vor einem größeren Publikum wohl nicht bestehen würden, so möchte ich dem ein klein wenig widersprechen…aber lassen wir die Lyrik des Dichters am besten gleich selbst sprechen.<br />
In dieser kurzen Rezension kann es selbstverständlich nicht darum gehen, eine Art Psychogramm von Wendelin Ludwig zu entwerfen, um letztlich auf die Frage einen nähere Antwort zu finden, warum er sich getötet hat. Dies bleibt den Menschen vorbehalten, die ihn näher kannten und liebten. Ich kannte ihn nicht.<br />
Der Hinweis sei aber gestattet, dass es schon in den Blick fällt, dass Wunderlin, wie Ludwig sich selbst in ethymologischem Anklang an den Namen Hölderlin in einem Gedicht zitiert, gerne „Traumtänzer“ sein wollte, aber nach dem einundzwanzigsten Lebensjahr sichtlich in eine Lebensdekade geraten war, die ihn gelähmt, seine Schaffenskraft voll gehemmt hat. Ob es nun der sog. „Ernst des Lebens“ als Praxisschock beim Übergang von der Schule, noch dazu einer behütenden Waldorfschule, in diverse berufliche Tätigkeiten ohne größere Erregungsspielräume (Volontär beim Rundfunk, Dokumentar, Tätigkeit in einem Architektenbüro) war  bzw. der überraschende Tod seiner Mutter (1976), der ihn veranlasst hat, ein frühes Ende zu machen, sei dahin gestellt. Sein bejahrter Heidelberger Freund G. Frommel (Komponist, geb. 1906) spricht in einem begleitenden Kommentar  von der  „Ausweg-losigkeit eines als sinnleer empfundenen Daseins“ und weist darauf hin, dass der Lyriker eigentlich „unphilosophisch“ war und erfüllt vom „elementar Menschlichen in allem Künstlerischem“.<br />
Albert Camus, der Philosoph des Selbstmords, derzeit wieder hochaktuell in Frankreich, kannte die Sinnleere ebenfalls und erkannte, was das Leben angeht, philosophisch auf „Absurdität“; aber gerade diese Erkenntnis (Sysiphos als glücklicher Mensch) verhalf dem Franzosen-Algerier , der von da an für „Rebellion im Reflex“ optierte,  letztlich zu enormer Lebens- und dauerhafter Schaffenskraft, die dem Lyriker Ludwig in seiner dritten Lebensdekade verstellt war. Der wollte und konnte sicher kein Sysiphos im Sinne Camus´ sein. Das Leben als Existenzvollzug muss ihm wie ein Graus vor Augen gelegen haben.  Und es macht in diesem Zusammenhang stutzig, dass es im ersten Gedicht des Bandes, dem „Stabhochspringer“ geradezu leitmotivisch heißt:<br />
„Stürzt in die flimmernde Höhe …. fällt aus steilem Bogen ein getroffener Vogel“</p>
<p>Camus´ Sysiphos wälzt den Felsen angestrengt den Berg hinauf und beim Herunterlaufen kommt ihm Erkenntnis, spürt er Freiheit und Glück. Ludwigs Stabhochspringer „stürzt“ sich am Stab in die Höhe (Lebensdekade 2?), danach folgt nur noch das Fallen eines Getroffenen (Lebensdekade 3?), eines Vogels, eines der  fliegen kann…und eigentlich entkommen könnte! Hätte entkommen können! Von wem, wovon wurde er getroffen?<br />
Die oben zitierte Naturverbundenheit  des Vogels Wunderlin kommt in vielen seiner Gedichte zum Ausdruck, sie ist sozusagen fast immer präsent und dies mitunter wahrlich „expressis verbis“ wie z.B.  in „Am Stadtrand“ (Schlussverse):</p>
<p>Fühle die stunden<br />
Wo du wenn alle noch schliefen<br />
Zwischen den himbeerruten<br />
Begierig fröstelnd hocktest<br />
Goldnes frühlicht im goldhaar</p>
<p>Wo du die erde<br />
Schorst die geheimnisdunkle<br />
Rüben pflanztest in deinem<br />
Beet und dann die wange<br />
auf kostenden moosen lag.</p>
<p>Eigenwillig die Zeilenübergänge; ungewöhnlich (wenn auch nicht ganz neu) die Kleinschreibung im Gedichtinneren; schön und ausdrucksvoll die Bilder: himbeerruten, kostende moose…oder – an anderer Stelle:<br />
Führtest übers<br />
Rosenblätterbestreute brett<br />
Ins rasenrund<br />
Forsythienbewacht …</p>
<p>Wunderlins Gedichte (wenn man so will: Themen, Motive) lauten naturverbunden: Früchte, Prélude zum Wettersturz, Der Sonnengott, Mittagwind, Wintermond, Stunde des Winterherren, Wildkatze im Tanz; aber auch: Keller, Flöte und Trommel, Fasching, Karussel, Gesänge Bocksfüßig.  Und da ist es dann schon in den Titeln, das Verspielte, diese Freude am Kindsein, dieser Wunsch, Kind bleiben zu können, zu wollen, zu dürfen:<br />
Wie ich da häng, birne am wippast<br />
Und spucke und verziere<br />
Mit kringeln den weiher<br />
Das grünende wasser…</p>
<p>Beschließen wir diese Rezension, indem wir den jungen Dichter junger Gedichte noch einmal ohne Kommentar zu Wort kommen lassen mit einigen seiner allerletzten Verse (aus: Traumtänzer-Testament, bzw. Traumtänzer, 1978/79):</p>
<p>Den träumer Wunderlin (verbrennt ihn ohne getue) –<br />
Lacht, trinkt, vergesst<br />
Dann kann er wieder tanzen.</p>
<p>*<br />
Vielleicht erhellt<br />
dereinst ein Kind:<br />
Traum ist kein Trugbild -<br />
Tanz in das auge des sturms.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Friedrich Alexius Feder</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/4168/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Friedrich Nietzsche &#8220;Herbst&#8221;</title>
		<link>http://www.rundschau-hd.de/archives/3522/</link>
		<comments>http://www.rundschau-hd.de/archives/3522/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 16:36:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rundschau-hd.de/?p=3522</guid>
		<description><![CDATA[Die Krähen schrein Und ziehen schwirrend Flugs zur Stadt: Bald wird es schnein. - Wohl dem, der jetzt noch &#8211; Heimat hat! Nun stehst du starr, Schaust rückwärts, ach! wie lange schon! Was bist du Narr Vor Winters in die Welt entflohn? Die Welt &#8211; ein Tor Zu tausend Wüsten stumm und kalt! Wer das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-3522"></span>Die Krähen schrein<br />
Und ziehen schwirrend Flugs zur Stadt:<br />
Bald wird es schnein. -<br />
Wohl dem, der jetzt noch &#8211; Heimat hat!</p>
<p>Nun stehst du starr,<br />
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!<br />
Was bist du Narr<br />
Vor Winters in die Welt entflohn?</p>
<p>Die Welt &#8211; ein Tor<br />
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!<br />
Wer das verlor,<br />
Was du verlorst, macht nirgends halt.</p>
<p>Nun stehst du bleich,<br />
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,<br />
Dem Rauche gleich,<br />
Der stets nach kältern Himmeln sucht.</p>
<p><a href="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2009/09/krahenbaum.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3523" title="krahenbaum" src="http://www.rundschau-hd.de/wp-content/uploads/2009/09/krahenbaum.jpg" alt="" width="500" height="401" /></a></p>
<p><em> Caspar David Friedrich, 1774 &#8211; 07.05. 1840  &#8220;Der Krähenbaum&#8221;</em></p>
<p>Flieg, Vogel, schnarr<br />
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton!<br />
Versteck, du Narr,<br />
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!</p>
<p>Die Krähen schrein<br />
Und ziehen schwirrend Flugs zur Stadt:<br />
Bald wird es schnein, -<br />
Weh dem, der keine Heimat hat!</p>
<p>Friedrich Nietzsche (1884)<br />
(1844-1900)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rundschau-hd.de/archives/3522/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

